Schlieren
Wegen kaltem Wetter werden Stiefmütterchen zu Ladenhütern

Wegen des kalten Wetters fehlen die Kunden in den Gärtnereien. Den Leuten haben bei den niedrigen Temperaturen keine Lust auf Gartenarbeit. Dabei wäre für das Setzen von Stiefmütterchen jetzt der ideale Zeitpunkt.

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Das Blumenmeer im Gartencenter Hoffmann muss noch auf den grossen Kundenansturm warten.

Das Blumenmeer im Gartencenter Hoffmann muss noch auf den grossen Kundenansturm warten.

Das garstige Winterwetter trübt den Hobbygärtnern die Laune. Keiner will mit klammen Fingern Pflanzen setzen und Beete umspaten. Die Gartencenter und Gärtnereien bleiben leer, keiner will Osterglocken, Primeln und Stiefmütterchen kaufen – und das in einer Zeit, in der Blumen und Sträucher sonst weggehen wie warme Weggli.

Einkauf auf Sparflamme

Auch im Gartencenter Hoffmann in Unterengstringen fehlt es an Kundschaft. «Kein Wunder, bei dem Wetter», sagt ein leicht zerknirschter Klaus Widmer von der Geschäftsleitung. Eigentlich wäre im Moment der ideale Zeitpunkt zum Setzen, trotz fehlender Sonne. Die Pflanzen würden dieses Wetter durchaus ertragen können. «Aber es ‹gluschtet› die Leute verständlicherweise einfach nicht, bei diesen Temperaturen in den Garten zu gehen.» Nicht mehr ganz so frische Pflanzen zu reduzierten Preisen verkaufen oder gar fortschmeissen musste man bisher aber nicht. «Wir haben inzwischen ein gutes Gespür für die Koordinierung des Einkaufs.» Dieser laufe im Moment auf Sparflamme.

Schwarzmalen will Widmer trotz Wetterpech während der Hochsaison aber auf keinen Fall. «Der Bedarf der Menschen an Pflanzen ist ungebrochen – er ist bisher einfach noch nicht ausgebrochen.» Wenn die ersten schönen, warmen Tage dann kämen, werde der Ansturm einfach umso grösser sein, ist Widmer überzeugt. «Dann wollen die Leute erst recht in den Garten und kaufen umso mehr. So können wir den Rückstand der letzten Tage sicher ein wenig ausgleichen.»

Mehr Schnittblumen verkauft

Ähnlich tönt es auch bei «Blumen Günter» in Schlieren mit Gärtnerei und Blumengeschäft: «Wir würden zu dieser Jahreszeit deutlich mehr Pflanzen verkaufen, wäre es nur nicht so kalt», sagt Brigitte Günter. Es sei nun mal unberechenbar, das Wetter, damit müsse man leben. «Aber dass es im Frühling so lange so kalt war, daran kann ich mich nicht erinnern.»
Glücklicherweise habe sie alle auf das Osterwochenende bestellten Blumen verkaufen können. Trotzdem ist Günter noch etwas zurückhaltend mit Tipps zum richtigen Pflanz-Zeitpunkt: Frühlingsblumen und Sträucher seien da unkompliziert, mit Gemüse und Früchten müsse man aber noch warten. «Solange die Temperaturen nachts unter null fallen, wäre ich vorsichtig.»
Ein Gutes kann Günter dem kalten Wetter trotzdem abgewinnen: «Wir verkaufen viel mehr Schnittblumen als in anderen Jahren.»