Dietikon

Was Limmattaler über die Massenschlägerei und Spreitenbach denken

Mit einem Grossaufgebot rückte die Polizei am Samstag auf, als die Meldung über eine Massenschlägerei in Spreitenbach einging. (Leserreporter/20 Minuten)

Die Massenschlägerei von letztem Samstag schlug hohe Wellen: 30 Jugendliche, die sich vor dem Shoppi Tivoli in Spreitenbach treffen und prügeln, um ihr Dorf zu verteidigen – ausgelöst durch ein «Meme». Was denkt die Bevölkerung darüber?

Nach der Schlägerei vom vergangenen Wochenende waren Dietikon und Spreitenbach in der Öffentlichkeit allgegenwärtig und es wurden viele Fragen aufgeworfen. Sind die Städte unsicherer geworden? Existiert ein Problem mit Jugendgewalt? Muss man sich als Auswärtiger in Spreitenbach nun unsicher fühlen? Wir haben uns auf der Strasse umgehört und die Bevölkerung nach ihrer Meinung gefragt.

Patricia Stemmle, 38 aus Oetwil an der Limmat:

«Ich weiss, wieso der Streit eskaliert ist. Meiner Ansicht nach ist Spreitenbach aber schon seit längerem ein sozialer Brennpunkt. Ich kann die Gründe gut nachvollziehen, weshalb man dort womöglich nicht hinziehen will, vor allem wenn man auf der rechten Seite der Limmat wohnt.»

Bruno Schuhmacher, 70 aus Oberwil-Lieli, Mitglied in einem Veloclub aus Dietikon

«Ich weiss mehr oder weniger, um was es geht. Spreitenbach hat seit ungefähr 40 Jahren den Anstrich eines Gettos. Als dort das Konkubinat abgeschafft wurde, gab es eine Wohnexplosion. Es wurden viele neue Wohnungen gebaut, darunter auch Billigwohnungen. Unsicher fühle ich mich aber nicht.»

Fernanda Moncayo, 60 aus Dietikon

«Ich habe noch nichts von der Schlägerei gehört. Ins ‹Shoppi› gehe ich eher selten, ich habe in Dietikon ja alles, was ich brauche. Diese Schlägerei hält mich nicht davon ab, nach Spreitenbach zu gehen, denn ich finde es ein schönes Dorf. Besonders die Grünflächen gefallen mir gut.»

Patrick Campos, 32 aus Bülach, Angestellter in Dietikon

«Ich habe den Vorfall mitbekommen. Rivalitäten sind normal. Die Jungen sehen das zum Beispiel in Amerika und finden es cool. Es ist traurig, dass es solche Vorfälle nun auch hier gibt. Aber die Schweiz ist nicht mehr gleich wie vor zehn Jahren. Es ist gefährlicher geworden. Trotzdem muss man vor Spreitenbach keine Angst haben.»

Autorin

Michelle Panza

Michelle Panza

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