Ausblick 2020

Was dieses Jahr im Limmattal alles zu reden geben wird

Die Glaskugel ermöglicht spannende Prognosen, kann aber auch Spuren von Humor enthalten.

Die Glaskugel ermöglicht spannende Prognosen, kann aber auch Spuren von Humor enthalten.

Welche Fusionen anstehen, welche Feste gefeiert werden und wie das Wetter wird: Die Limmattaler Zeitung blickt in die Glaskugel.

Auf den ersten Blick scheint das Jahr 2020 im Limmattal ein eher ruhiges zu werden. So erscheint bei einer Abfrage auf der Internetseite der Gemeinde Oetwil für die Zeitspanne vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 nur gerade eine einzige Veranstaltung (aber dieser Neujahrsapéro vom Donnerstag ist inzwischen auch schon vorbei). In Geroldswil werden immerhin zwei bevorstehende Anlässe aufgeführt; die Gemeindeversammlung vom 8. Juni und die Gemeindeversammlung vom 7. Dezember. Doch dieser Schein trügt – die Liste der Termine, die es sich zu merken gilt, wird laufend erweitert. Die «Limmattaler Zeitung» verspricht ihren Leserinnen und Lesern: Das Jahr 2020 wird in der Region aufregend verlaufen. Ein Blick in die Glaskugel der Redaktion zeigt, was in den kommenden zwölf Monaten für besonders viel Gesprächsstoff sorgen wird. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht dabei nicht – ein paar Geheimtipps lüften wir bewusst erst im Verlaufe des Jahres.

Das Wetter

Voraussage: Der Sommer wird zu einem der heissesten Gesprächsthemen dieses Jahres. Dabei ist es letztlich aber völlig egal, wie er sein wird. Präsentiert sich der Sommer 2020 wie erhofft schön und warm, wird er die Schlagzeilen in den Medien und die Gespräche im Alltag ebenso beherrschen, wie wenn es eher kühl und regnerisch bleiben sollte. Zwischen: «Viel zu heiss!», und: «Früher waren die Sommer schöner!» ist kaum Platz vorhanden.

Prognose: Das Jahr könnte grossartig starten, fiele wieder einmal viel Schnee (so viel, wie es früher üblich war). Die Baustellen, die im Limmattal für so viele Diskussionen und auch einigen Ärger sorgten, verschwänden darunter. Auch das lokale Gewerbe – wie Carrosserie­spenglereien – könnte von der weissen, rutschigen Pracht profitieren. Und die ganze Region würde imagemässig wieder profitieren; sie käme gross und sympathisch in den überregionalen Medien vor, wenn in Dietikon wieder einmal der tiefstgelegene Skilift in Betrieb genommen werden könnte. Kommt der Schnee 2020 nicht, versprechen wir ihn im Ausblick in einem Jahr erneut; denn der Schnee kommt, da ist sich unsere Glaskugel sicher, nur beim Datum ist sie noch etwas unsicher.

Hinweis: Es ist kein Geheimnis – auch in diesem neuen Jahr wird es einen Frühling und einen Herbst geben. Diese Jahreszeiten sind zwar schön, gehen aber zwischen den Stammtischgesprächen über den kalten/zu warmen Winter beziehungsweise über den heissen/kalten Sommer unter. Tipp: Geniessen Sie diese Monate, Sie werden herrliche Fotos schiessen und damit das Gespräch am Stammtisch um ein Thema erweitern können.

Fusionen

Sicher ist, dass es das politische Thema 2020 ist, welches etwas verspätet beziehungsweise erneut durch das Limmattal zieht: der Zusammenschluss der verschiedenen Gemeinden. In Uitikon werden die Stimmberechtigten bereits am 9. Februar an der Urne darüber befinden, ob ein Zusammengehen von politischer Gemeinde und Schulgemeinde geprüft werden soll. Auch in Urdorf kommt das Thema Einheitsgemeinde wieder auf; ein Verein ist daran, Unterschriften für eine entsprechende Volksinitiative zu sammeln. Und in der Gemeinde Birmensdorf haben die politischen Auseinandersetzungen um die Gemeindestrukturen schon 2019 für rote Köpfe gesorgt. Auch 2020 dürfte das so bleiben.

Ausgeschlossen ist, dass es – über die Zusammenschlüsse von politischen und schulischen Gemeinden hinaus – zu Fusionen verschiedener politischer Gemeinden im Limmattal kommen wird. Zumindest 2020 werden derartige Überlegungen noch nicht öffentlich angestellt. Kantonsweit hat sich aber die Zahl der Gemeinden seit 2014 von 171 auf 162 verringert. So fusionierten beispielsweise Unterstammheim, Oberstammheim und Waltalingen im Zürcher Weinland zur Gemeinde Stammheim, Kyburg ging in Illnau-Effretikon auf, Sternenberg in Bauma.

Zu hoffen ist, dass in diesem Jahr die Birmensdorfer die Übersicht behalten werden. Denn 2019 hatten sie bereits über zwei Einheitsgemeinden-Initiativen befunden. Dabei resultierte einmal ein Ja (Zusammenschluss Primarschulgemeinde und politische Gemeinde), einmal ein Nein (Zusammenschluss Sekundarschule und politische Gemeinde). Letztere Abstimmung dürfte in diesem Jahr wiederholt werden, nachdem der Dietiker Bezirksrat und das Zürcher Verwaltungsgericht ein Flugblatt von Schulpflegemitgliedern kritisiert hatten und den Urnengang aufhoben. Manch einer mag sich nun vor diesem nächsten Urnengang fragen, wer soll jetzt schon wieder mit wem zusammengehen? Immerhin ist klar: Ein Zusammenschluss mit einer Nachbargemeinde ist sicher kein Thema. Uitikon (Steuerfuss 80 Prozent) und Aesch (Steuerfuss 87 Prozent) buhlen zumindest aus finanziellen Überlegungen nicht darum, mit Birmensdorf (110 Prozent) zusammenzugehen.

Steuerfüsse

Gesichert: Es wird zwar noch bis ins vierte Quartal des Jahres gehen, doch ist bereits jetzt klar, dass dann in den Limmattaler Gemeinden, seien es nun politische Gemeinden oder Schulgemeinden, um die Höhe des Steuerfusses diskutiert wird. Gerade in den Parlamentsgemeinden Dietikon und Schlieren, aber auch an den Gemeindeversammlungen wird dabei teilweise heftig um den jeweiligen Ansatz gerungen und gestritten.

Abwegig: Trotz all dieser zu erwartenden engagierten Voten – grosse Sprünge werden die Steuerfüsse am Ende doch nicht machen. Und die meisten werden – wie auch auf dieses Jahr hin – gar gänzlich unverändert bleiben.

Fraglich: In einer Budgetdebatte fallen markige Worte. Als das Schlieremer Parlament im Dezember 2019 den Steuerfuss um drei Prozentpunkte senkte, hiess es beispielsweise, dass der Geldfluss zur Verwaltung sanft reduziert werden müsse – denn nur so gehe diese haushälterisch mit dem Geld um und arbeite auch effizient. Ob dieser Grundsatz überall gilt, wird sich 2020 zeigen. Das Parlament wird über eine Totalrevision der städtischen Entschädigungsverordnung beraten – vorgesehen ist im Entwurf unter anderem, dass die Gemeinderäte mehr Geld erhalten sollen, nicht weniger.

Bauerei

Lang: 2020 steht im Gubrist ein Höhepunkt bevor. Bei der neuen dritten Röhre wird der Durchstich erfolgen. Der rund 3,3 Kilometer lange Tunnel soll 2022 in Betrieb gehen. Bevor die 345 Stautage im Jahr am Gubrist verschwinden, wird es dann noch etwas dauern. Denn bis 2025 werden zunächst noch nacheinander die erste und die zweite Gubriströhre saniert. Erst dann stehen in Fahrtrichtung Bern/Basel drei und in Fahrtrichtung Zürich vier Fahrspuren zur Verfügung.

Lang: Der Bau der Limmattalbahn wird 2020 ebenfalls weiter vorangetrieben. Und auch hier werden die Bagger, Absperrgitter und Verkehrsumleitungen noch darüber hinaus die Stadtbilder prägen. Gemäss Terminplan wird die Bahn Ende 2022 auf der zweiten Bauetappe zwischen Schlieren und Bahnhof Killwangen-Spreitenbach rollen.

Lang: Der Dietiker Rapidplatz, dessen Grösse und Leere unter anderem die verschiedenen städtischen Abteilungen beschäftigt, wird auch 2020 ein Thema sein. Und es ist absehbar, dass Konzepte erarbeitet werden, die teilweise auch 2021 noch der Umsetzung harren.

Die grossen Kisten

Das Jubiläum: War es 2019 das Schlierefäscht, welches das Jahr aus Event-Sicht prägte, dürfte sich der Fokus 2020 auf die andere Limmatseite verlegen. Die Gemeinde Oberengstringen begeht mit verschiedenen Anlässen und Aktivitäten ihr 1150-jähriges Bestehen. So findet ein grosses Mittelalterfest statt (8. bis 10. Mai). Es folgen ein Jubiläumsdorfplatzfest (27. bis 30. August) und ein «OE on Ice Spezial» (21. bis 28. November). Zudem können Schweizer Einwohner das Gemeindebürgerrecht im Jubiläumsjahr zu vergünstigten Konditionen erwerben.

Die Fester: Auch sonst stehen in den Limmattaler Gemeinden das Jahr über natürlich viele Events an, die sich hier nicht alle aufzählen lassen. Beispielsweise wird in Birmensdorf nach 20 Jahren wieder ein grosses Birmifäscht mit Feuerwerk durchgeführt (1. bis 3. Mai). In Dietikon steht ein weiteres Sommerfest an (5. bis 6. Juni). Und in Aesch findet das «Dorffaescht» statt, das unter dem Motto «Zämehocke und schnurre» steht (28. bis 30. August). Zudem feiern einige Vereine Jubiläen. So wird etwa der Feldschützenverein Aesch 125 Jahre alt. Dieser begeht seinen runden Geburtstag Ende März und Anfang April mit einem Jubiläumsschiessen.

Der Fernseher: 2020 finden verschiedene internationale Sportgrossveranstaltungen statt, zu denen es an den unterschiedlichsten Orten im Limmattal Public Viewings geben wird. Eher ruhig dürfte es rund um die Eishockey-WM bleiben, die in Zürich und Lausanne stattfindet (8. bis 24. Mai). Mehr los sein dürfte einen Monat später; die Fussball-EM findet in verschiedenen Ländern, auf vielen Fernsehsendern und in vielen Gartenbeizen statt (12. Juni bis 12. Juli). Kurz darauf starten in Tokyo die Olympischen Sommerspiele (24. Juli bis 9. August).

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