Wahlen 2011/ZH
Warum die SVP seit 1999 den Kanton Zürich dominiert

Im Kanton Zürich ist die SVP bei den Nationalratswahlen vor 20 Jahren die stärkste Partei geworden. 1987 war die FDP die dominierende politische Kraft. Von 1971 bis 1983 war es die SP.

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Christoph Blocher

Christoph Blocher

Keystone

Am erfolgreichsten war die SVP 1999, als sie 13 Nationalratssitze eroberte, so viele wie nie zuvor oder danach eine Partei. Am stärksten in den letzten Jahren war die Linke 2003, als SP und Grüne zusammen 13 Sitze holten.

1991: SVP wird stärkste Partei

Die SVP hatte bei den Nationalratswahlen 1991 ihren Wähleranteil um rund 5 Prozentpunkte steigern können. Sie lag damals mit 20,2 Prozent erstmals vor der SP (18,8 Prozent) und der FDP (18,7 Prozent). Die SVP gewann zwei Sitze, die SP und die Autopartei je einen. Zu den Verlierern gehörte der Landesring mit zwei Sitzverlusten sowie die FDP und die Grünen, die je ein Mandat einbüssten.

1995: SP gewinnt zwei Mandate, SVP eines

Erneut auf der Gewinnerseite waren SVP und SP im Herbst 1995. Nach Sitzen am erfolgreichsten war die SP (zwei zusätzliche Mandate), nach Parteistärke die SVP (plus 5,3 Prozentpunkte), die einen Sitz zulegte. Auch die Frauen gehörten mit fünf neuen Sitzen zu den Siegerinnen. FDP, EVP, Schweizer Demokraten und Freiheitspartei verloren je ein Mandat, halten konnten ihren Besitzstand Grüne, CVP, LdU und die linke Frauenliste FraP. Aufgrund der Volkszählung konnte der Kanton Zürich nur noch 34 statt wie zuvor 35 Nationalrätinnen und Nationalräte delegieren.

1999: SVP gewinnt erdrutschartig

Mit einem erdrutschartigen Sieg schaffte die SVP im Jahr 1999 einen Rechtsruck. Sie steigerte ihren Wähleranteil von 25,5 auf 32,5 Prozent und ihre Sitzzahl von 9 auf 13. Die Rechtsparteien FPS und SD flogen raus, je einen Sitzverlust gab es auch für Grüne und LdU. Den FraP-Sitz holte die SP.

2003: Linke so stark wie nie

Nie wurden so viele linke Nationalratsmitglieder gewählt wie 2003. Dank den zwei Sitzgewinnen der Grünen ergab es zusammen mit der SP 13 Sitze. Je einen Sitz verloren SVP und FDP. Sie kamen auf genau die Hälfte der 34 Zürcher Sitze und delegierten ausschliesslich Männer. Erstmals schaffte die EDU den Einzug in die Grosse Kammer.

2007: Mitteparteien gewinnen auf Kosten von Links und Rechts

2007 wurde die politische Mitte auf Kosten von linken wie rechten Parteien gestärkt. Die erstmals angetretenen Grünliberalen holten gleich 3 Mandate, die CVP machte einen Sitzgewinn. Ein Debakel bedeutete der dreifache Sitzverlust für die SP.

Die Grünen erzielten ihr bestes Resultat, sie kamen erstmals auf vier Mandate. Auf diese Grösse sank die FDP-Abordnung. Die EDU musste ihren Sitz nach vier Jahren wieder abgeben. Erstmals seit 1987 blieben FDP und SVP (zusammen mit andern kleineren Rechtsparteien) bei weniger als der Hälfte der Zürcher Nationalratssitze.