Dietikon

Warum an allen wichtigen Stellen plötzlich lange blaue Bänke stehen

Das Dietiker Zentrum soll attraktiver werden – die Standortförderung stellt dafür an vielen Orten Sitzgelegenheiten zur Verfügung.

Ab sofort stehen in Dietikon blaue Bänke als Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Von der Allmend Glanzenberg bis zur Silbern wurden insgesamt 18 langgezogene Holzbalken aufgestellt. Auf den Holzbänken prangen in weissen Lettern 23 verschiedene Sprüche. «Hier sitzt du nicht dumm herum.» Oder: «Tu mal nicht, was du musst.»

«Das Ziel ist, dass die Leute in der Stadt die verschiedenen Sprüche suchen und dadurch neue Teile von Dietikon entdecken», erklärt Standortförderer Adrian Ebenberger. Aber die Bänke erfüllen auch praktische Zwecke: Einige wurden an Bushaltestellen platziert, welche wegen der Limmattalbahn-Baustellen keine Sitzgelegenheiten mehr anbieten.

Die Idee für die Aktion «Die lange Bank» stammt von Stefan Kündig, dem Leiter der Infrastrukturabteilung. «Ich habe solche Bänke im Ausland gesehen und mir gedacht, dass so etwas auch nach Dietikon passen würde», sagt er. «Mit dem Blau der Bänke wird die Stadt nun bunter.» Teilweise seien es kleine Dinge, mit denen sich eine grosse Wirkung erreichen lasse. «Die Bänke sollen ein wenig Farbe in das Leben der Dietiker bringen», sagt Kündig weiter.

Für Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) sind die Bänke ein Beweis dafür, dass solche Initiativen nicht immer von der Stadt selbst kommen müssen: «Wir sind immer offen für Vorschläge. Erhalten wir gute Ideen, werden wir versuchen, diese auch umzusetzen.» Es freue ihn, dass das Projekt von Mitarbeitern der Stadt initiiert wurde.

Die quadratisch gesägten Bänke haben einen Durchmesser von 45 Zentimeter und sind zwischen vier und fünf Meter lang. Sie wurden aus Baumstämmen von Weisstannen gefertigt, die aus dem Waldgebiet Honeret in Dietikon kommen. Das von der Holzkorporation Dietikon zur Verfügung gestellte Holz stammt von Bäumen, die vom letzten Sommer geschwächt waren und gestorben wären. «Die Baumkronen der Tannen waren schon ausgetrocknet. Dadurch, dass wir die Tannen nun so verwenden, werden sie noch einem sinnvollen Zweck zugeführt», sagt Stadtförster Felix Holenstein, der das Projekt massgeblich unterstützte. Zugeschnitten wurden die Tannen von einer lokalen Sägerei. Anschliessend wurden die Baumstämme vom Werkhof Dietikon mit blauer Farbe bemalt und mittels Schablonen beschriftet. Die Bänke sollen laut Holenstein etwa zehn Jahre halten. 

Google Maps: Lange Bänke Dietikon

Kehren die Holzbänke in den Wald zurück?

Vorerst sollen die Bänke bis im Herbst in der Stadt bleiben, sagt Standortförderer Ebenberger. Anschliessend werde sich die Stadt das weitere Vorgehen überlegen. Ein Möglichkeit wäre etwa, die Bänke in den Wald zu verschieben. Aber die Stadt sei offen für Ideen aus der Bevölkerung, sagt Ebenberger weiter.

Ursprünglich sollten die Bänke bereits im April aufgestellt werden. Dies wurde jedoch aufgrund der Coronakrise verschoben. «Wir konnten den Menschen nicht sagen, dass sie zu Hause bleiben sollen, und gleichzeitig auf dem Stadtgebiet neue Bänke aufstellen», sagt Ebenberger.

Die Produktionskosten der Bänke betragen laut dem Standortförderer ungefähr 8000 Franken, wobei der Hauptteil auf das Sägen der Stämme entfällt. Bezogen wird das Geld aus dem Standortförderungsbudget.

Die Bänke sind ein Projekt der im Juni 2019 von der Standortförderung gestarteten Initiative «Mitenand für Dietike». Nach einem Ideenwettbewerb entschied sich eine für das Projekt geschaffene Jury zur Umsetzung von sechs Projekten. Neben den Holzbänken wurden auch die von Margrith Stähli vorgeschlagenen Rabattmarken «Dietiker Wäppli», die Aktion «Adventsfenster» mit dem Detailhandel, ein erster Anlass «Kunst und Kulinarik in leer stehenden Mieträumen» sowie die Kampagne «Corona geht uns alle an» umgesetzt.

Mittels dieser und anderer Massnahmen will die Stadt das Zentrum wieder mehr beleben und das von der Limmattalbahn-Baustellen in Mitleidenschaft gezogene lokale Gewerbe unterstützen. «Etwas Positives gab es an der Coronakrise: Seit der Krise sind Umsätze des lokalen Gewerbes wieder angestiegen», sagt Stadtpräsident Bachmann.

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