Geroldswil
Volk stimmt zu: 50'000 Franken weniger für Jugendberatung

Geroldswil spart ab 2019 gut 50'000 Franken: Die Gemeindeversammlung beschloss am Montag den Austritt aus der Jugendberatung Blinker. Zudem sagte das Volk Ja zum Kauf der ZKB-Filiale und zum Gestaltungsplan Baufeld Ost.

David Egger
Merken
Drucken
Teilen
Ein guter Wert: 158 Geroldswiler nahmen an der Gemeindeversammlung teil.

Ein guter Wert: 158 Geroldswiler nahmen an der Gemeindeversammlung teil.

deg

«Das ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung unserer heute schon attraktiven Gemeinde», sagte Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) schon eingangs der Gemeindeversammlung.
Gemeint ist die Überbauung des grossen Kiesplatzes unterhalb des Geroldswiler Gemeindehauses. Das Projekt nahm am Montagabend seine zweitletzte Hürde, indem die 158 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung einstimmig und diskussionslos Ja sagten zum Gestaltungsplan Baufeld Ost.

Bereits seit September sind bei dem Areal Bauarbeiter zu sehen, als mit der nötigen Verlegung des eingedolten Dorfbachs begonnen wurde. Der Baustart für die Überbauung selbst ist für 2018 vorgesehen. Ganz Geroldswil freut sich auf die Überbauung, wie sich mit dem Abstimmungsergebnis einmal mehr zeigte.

Neue Wohnungen werden schon heiss erwartet

«Wir spüren schon ein grosses Interesse an den neuen Wohnungen», verkündete zudem Hochbauvorstand Willy Oswald (FDP). Mit der Überbauung werde sichergestellt, dass die Standortattraktivität auch für zukünftige Generationen gewährleistet ist.

Die nächste und letzte demokratische Hürde wird nun die Urnenabstimmung am 21. Mai 2017 sein, wenn das Geroldswiler Stimmvolk über den 30-Millionen-Franken-Baukredit für die Überbauung abzustimmen hat. «Schreiben Sie sich den Termin bitte auf. Wir können dann Geschichte schreiben», sagte Gemeindepräsident Deplazes. Auch dann dürfte ein klares Ja resultieren. Unter den Geroldswilern ist bereits vom «Zentrumsexpress» die Rede, da die Zentrumsentwicklung so reibungslos vonstatten geht.

Steuern runter dank Baufeld Ost?

Auch Finanzvorstand Beat Schmid (SVP) nahm in seinen Ausführungen zum Budget Bezug auf das Baufeld Ost: Der Steuerfuss könne womöglich um ein paar Prozentpunkte gesenkt werden, sobald die Überbauung Baufeld Ost Mieteinnahmen generiere – wobei der Steuerfuss bereits heute schon attraktiv sei. Dank der Grossinvestition für die Überbauung winken der Gemeinde Geroldswil ab 2020 jährliche Einnahmen von einer Million Franken.

Weiter konnte Finanzvorstand Schmid am Montagabend ein einstimmiges und diskussionsloses Ja zum Budget 2017 entgegennehmen, in welchem der Steuerfuss der Gemeinde bei 44 Prozent belassen wird. Noch hat das Jahr 2017 nicht angefangen, aber auch dieses gestern beschlossene Budget dürfte besser abschliessen als erwartet. Denn das zeichnet sich nun auch beim Budget 2016 ab: Eine Hochrechnung Ende September kam zum Schluss, dass die Rechnung 2016 wohl um eine halbe Million Franken besser abschliessen wird als erwartet.

Klares Ja zum Kauf der ZKB-Filiale

Ebenfalls einstimmig und diskussionslos sagten die Geroldswiler Stimmbürger Ja zur Bauabrechnung Stettenstrasse und zum Kauf der ehemaligen ZKB-Filiale. Letzterer schlägt mit 650'000 Franken zu Buche und macht es der Gemeinde möglich, die Entwicklung der ganzen Liegenschaft, zu der auch das Hotel Geroldswil gehört, in Eigenregie zu bestimmen. Zuvor gehörten ihr noch 95,9 Prozent der gesamten Liegenschaft, nun sind es 100 Prozent.

Das Stimmvolk verdankte die Arbeit des Gemeinderats nicht nur mit vier einstimmigen Ja-Entscheiden: Zusätzlich wurden jeweils auch die Ausführungen der zuständigen Gemeinderäte vor der Abstimmung beklatscht. Einzig bei der Abstimmung zum Austritt aus der Jugendberatung Blinker gab es vier Nein-Stimmen (siehe Text unten). Nach gut einer Stunde war der offizielle Teil der Gemeindeversammlung dann vorbei. «Lang und intensiv, aber spannend», sei sie gewesen, merkte Gemeindepräsident Deplazes zum Schluss der Versammlung an.

Auch das Volk will bei der Jugendberatung sparen

Mit 154 Ja- zu 4 Nein-Stimmen hat die Gemeindeversammlung Geroldswil als letztes Traktandum den Austritt der aus der Jugendberatung Blinker beschlossen. Wegen der zweijährigen Kündigungsfrist wird der Austritt per 31. Dezember 2018 vollzogen. Im Vorfeld der Gemeindeversammlung waren der Sozialdienst Limmattal und die Jugendberatung Blinker noch vorgeprescht und hatten sich gegen den Austritt gestellt (die Limmattaler Zeitung berichtete). So stellte der Sozialdienst in Aussicht, dass nicht angeschlossene Gemeinden und damit ab 2019 auch Geroldswil die – gesetzlich nicht vorgeschriebenen – Dienstleistungen des «Blinkers» künftig nicht mehr nutzen können würden. Die Geroldswiler Sozialvorsteherin Veronika Neubauer (SVP) verwies an der Gemeindeversammlung am Montagabend darauf, dass die Beratung der Jugend sichergestellt sei; auch weil heute alle Schulen verpflichtet sind, Schulsozialarbeit anzubieten – von der Primarschule Oetwil-Geroldswil über die Oberstufenschule Weiningen bis zur Kantonsschule Limmattal. Geroldswil war der Jugendberatung Blinker im Jahr 2003 beigetreten und rechnete mit Kosten von 35 000 Franken. Doch zuletzt sind sie immer weiter gestiegen: So hat Geroldswil beispielsweise fürs Jahr 2017 einen Beitrag von gut 47 000 Franken budgetiert. (deg)