Die Primarschulgemeinde Unterengstringen ist bald eine Sache für die Geschichtsbücher. Sie wird mit der Politischen Gemeinde zusammengelegt, zur neuen Einheitsgemeinde Unterengstringen. Das Abstimmungsresultat war gestern sehr deutlich: Die 852 Ja und 177 Nein entsprechen einem relativen Ja-Anteil von satten 82,8 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei 51,6 Prozent.

«Ich bin zwar von einem sehr positiven Resultat ausgegangen. Mit über 80 Prozent liegt der Ja-Anteil aber noch höher als erwartet», sagt Marcel Balmer (SVP), Finanzvorstand der Politischen Gemeinde. Das Resultat sei daher besonders erfreulich. «Das gibt nochmals zusätzlichen Schub, Kraft und Zuversicht für die Umsetzung der Einheitsgemeinde», so Balmer weiter.
Offenbar ist die Begeisterung für die Einheitsgemeinde in den letzten zwei Jahren gestiegen. Denn als es am 28. September 2014 an der Urne darum ging, die Initiative für die Einheitsgemeinde als erheblich zu erklären, betrug der Ja-Anteil noch 77,61 Prozent, lag also leicht unter jenem von gestern.

Warum das Ja so deutlich war: Der Finanzvorstand analysiert das Resultat

«Die klare Zustimmung hat zum einen damit zu tun, dass es keine Opposition gegen die Einheitsgemeinde gab. Zum anderen ist sie ein Zeichen dafür, dass dem Volk ein ausgewogener Vorschlag unterbreitet wurde», so Balmer.

Den Stolz über die ausgearbeitete Vorlage müssen sich die Politiker aber mit dem Stimmvolk teilen. Denn bei der vorberatenden Gemeindeversammlung am 7. Dezember 2016 änderten die Stimmbürger die vorgeschlagene neue Gemeindeordnung ab. Eigentlich war geplant, dass der Gemeinderat künftig unbefristete neue Arbeitsstellen selber schaffen kann. Diese Kompetenzerweiterung strich die Gemeindeversammlung aber raus – auf Antrag der Rechnungsprüfungskommission. Auf dem Weg zur Einheitsgemeinde Unterengstringen war diese Änderung der Vorlage die einzige grosse Überraschung.

Bald startet die Erarbeitung des gemeinsamen Budgets

Mit dem Volk im Rücken machen sich Gemeinderat, Schulpflege und Gemeindeverwaltung nun an die Umsetzung. «Zuerst mussten wir das Abstimmungsergebnis abwarten. Die Arbeitsgruppe, die die neue Gemeindeordnung erarbeitet hat, wird nun wieder zusammen kommen und sich die verschiedenen Themenbereiche wieder vertieft anschauen, insbesondere die genauen Zusammenarbeitsmöglichkeiten», sagt Balmer, «das werden wir jetzt ziemlich schnell angehen. Als eines der ersten Projekte wird im Sommer die Erarbeitung des gemeinsamen Budgets 2018 starten.»

Die neue Gemeindeordnung gilt ab 1. Januar 2018. Die Neuwahlen für Gemeinderat und Schulpflege sind für Frühling oder Sommer 2018 geplant. Ab Januar 2018 nimmt Schulpflegepräsident Beat Fries schon mal Einsitz im Gemeinderat, damit alles gut aufgegleist werden kann. Dann kommt der Gemeinderat also zu acht statt zu siebt zusammen.

Beat Fries als Gemeinderat – «grundsätzlich kann ich mir das vorstellen»

Bleibt noch eine Frage: Da der Schulpräsident in der Einheitsgemeinde gleichzeitig Gemeinderat ist, muss sich Fries entscheiden, ob er auch 2018 als Schulpräsident kandidieren und das höhere Pensum auf sich nehmen will. Als Tramfahrer in Zürich arbeitet er unregelmässig. «Grundsätzlich kann ich mir das vorstellen, wenn das Umfeld stimmt. Das muss ich aber noch abklären. Dafür habe ich noch Zeit. Ich wollte zuerst die Abstimmung abwarten.»

Zum Resultat sagt Fries: «Damit haben wir gerechnet. Als Schulpflege hätten wir es zwar insbesondere im Hinblick auf die Schulqualität bevorzugt, wenn die Schulgemeinden rechts der Limmat fusionieren würden. Mit der Einheitsgemeinde können wir aber leben. Sonst hätten wir die Vorlage bekämpft.»