Spital
Verwaltungsgericht macht Weg frei für Neubau Spital Limmattal

Das Zürcher Verwaltungsgericht hat die Beschwerde gegen die Vergabe für den Spitalbau Limmattal abgewiesen. Die Bieterschaft Marti/BAM verzichtet auf einen Weiterzug des Verfahrens.

Bettina Hamilton-Irvine
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Die Beschwerde ist abgewiesen, die Planung für den Spitalneubau kommt vorwärts: Im besten Fall wird das neue «Limmi» 2018 bezugsbereit sein. Visualisierung Losinger Marazzi

Die Beschwerde ist abgewiesen, die Planung für den Spitalneubau kommt vorwärts: Im besten Fall wird das neue «Limmi» 2018 bezugsbereit sein. Visualisierung Losinger Marazzi

Spitaldirektor Thomas Brack kann gleich zweimal aufatmen: Am 18. März entschied das Zürcher Verwaltungsgericht, die Submissionsbeschwerde gegen die Vergabe für den Spitalneubau abzuweisen. Und nun ist auch klar, dass der Beschwerdeführer den Gerichtsentscheid akzeptiert. Die Bieterschaft Marti/BAM hat der Bauherrschaft mitgeteilt, dass sie auf einen Weiterzug ans Bundesgericht verzichtet. «Nun ist die Erleichterung bei uns gross, das ist klar», sagt Brack.

Planung ist auf Kurs

Damit ist das Spital Limmattal in der Planung seines Neubaus wieder auf Kurs. Bereits am 3. Dezember 2012 stand fest, dass die Baukommission dem Totalunternehmer Losinger Marazzi den Auftrag für das 270 Millionen Franken teure Projekt erteilt – der Entscheid war einstimmig gefallen.

Ein Vertrag für Optimierungen

Gegen die Vergabe reichte die Bieterschaft Marti/BAM, einer von drei unterlegenen Bewerbern, Ende Dezember Beschwerde ein: Sie verlangte, der Zuschlag sei ihnen zu erteilen – oder das Verfahren zu wiederholen. Konkret wurde moniert, die Bewertung der optionalen Finanzierungsangebote sei mangelhaft. Das Verwaltungsgericht liess sich davon aber nicht überzeugen und wies die Beschwerde zurück, wie das Spital Limmattal gestern mitteilte.

Klare Verhältnisse

Nun kann das Neubauprojekt wieder mit Hochdruck vorangetrieben werden. Doch auch seit Eingang der Beschwerde war man nicht untätig: Die Verantwortlichen des Spitals haben die Optimierungsphase vorbereitet, sodass bereits der Vertrag für die weiteren Projektoptimierungen unterschrieben werden konnte. «Das ist wichtig, denn nun haben wir wieder klare Verhältnisse», sagt Brack.

In den nächsten Monaten werden verschiedene Nutzergruppen aus den ärztlichen, pflegerischen, logistischen und technischen Bereichen gemeinsam mit der Firma Losinger Marazzi an den Details des Projekts feilen. Sowohl mit Bezug auf die Prozesse als auch auf die Kosten wolle man das Projekt noch bis im Oktober laufend weiter optimieren.

Finanzierung sichern

Doch am dringendsten ist es nun, die Finanzierung für den Neubau zu sichern. Sie muss bis zum 24. April stehen, wenn die Delegiertenversammlung des Zweckverbands darüber befinden wird. Wie im Rahmen des 2012 eingeführten Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes vorgesehen, müssen sich die Trägergemeinden des Spitals nicht an den Investitionskosten beteiligen. Sie sollen grösstenteils über Fremdfinanzierung gedeckt werden.

10 bis 15 Prozent fehlen noch

Wie Spitaldirektor Brack sagt, kann das «Limmi» einen Teil der 270 Millionen Franken über seine eigenen Mittel abdecken. Etwa 220 bis 230 Millionen Franken müssen fremdfinanziert werden. «Der genaue Betrag ist abhängig von den Konditionen, die wir verhandeln», so Brack. Ein Grossteil der Fremdfinanzierung steht bereits und ist mit provisorischen Zusagen der Investoren abgesichert.

Dabei geholfen habe unter anderem auch das gute Jahresresultat des Spitals und die Tatsache, dass man nebst Banken auch institutionelle Anleger ins Boot geholt habe, sagt Brack. Nun gelte es aber, in den nächsten Tagen noch die verbleibenden 10 bis 15 Prozent der Fremdfinanzierung sicherzustellen. Dieses Ziel sei «sportlich, aber machbar», so der Spitaldirektor: «Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.»

Abstimmung im September 2013

Das Neubauprojekt soll der Bevölkerung des Zweckverbands im September 2013 zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Baustart ist auf Ende 2014 geplant. Wenn alles klappt, könnte das neue Spital 2018 bezugsbereit sein.