Die Gemeinde Urdorf verstärkt ihren Hochwasserschutz mit einer zusätzlichen Massnahme. Wird im Dorfzentrum bereits am Schäflibach gebaut (siehe Box), ist nun noch eine weitere Baustelle anzutreffen: Seit dem 12. Februar wird am Bachtobelgraben an der Dorfstrasse 17 gebaut. Rund 60 Meter des bisher komplett unterirdisch verlaufenden Baches werden ausgebaut, 50 Meter davon werden ausgedolt und renaturiert. Das Rinnsal wird somit sichtbar.

Die Bauarbeiten am Bachtobelgraben wurden bereits seit 2015 von der Gemeinde geplant. «Ausschlaggebend war jedoch ein geplantes privates Bauprojekt auf dem Grundstück der Dorfstrasse 17», sagt Claudio Fiechter, Abteilungsleiter Werke der Gemeinde Urdorf. Dieses Projekt habe dann dazu geführt, dass man den Ausbau des Bachtobelgrabens an dieser Stelle vorangetrieben habe.

«Der betreffende Abschnitt ist Bestandteil der kantonalen Hochwasserschutzplanung. Der Bachtobelgraben muss an dieser Stelle so weit ausgebaut werden, dass er einem Jahrhunderthochwasser standhalten kann», sagt Fiechter. Die bestehende Eindolung sei kapazitätsmässig ungenügend und würde im Falle eines Hochwassers nicht vollständig ausreichen.

60 Meter Ausbau für viel Geld

Der Ausbau des Bachtobelgrabens, der auf dem Honeret entspringt, kostet rund 688'000 Franken. An diesen Kosten beteiligen sich nebst der Gemeinde auch Bund und Kanton. Der Kanton Zürich schiesst einen Staatsbeitrag von rund 47'000 Franken ein und der Bund beteiligt sich mit einem Bundesbeitrag von 166'000 Franken. Die verbleibenden Kosten von 475'000 Franken werden von der Gemeinde Urdorf übernommen.

Für einen Ausbau von nur 60 Metern mag dies als teuer erscheinen, doch die Bauarbeiten sind sehr komplex, wie Fiechter erklärt: «50 Meter des Bachtobelgrabens werden ausgedolt, die restlichen 10 Meter müssen ausgebaut werden.» Zuerst würde ein neu angepasster Durchlass an der Dorfstrasse benötigt, damit allfällige Wassermengen bewältigt werden könnten. Im südlichen Teil des Grundstücks werde zudem ein Zugang für den Unterhalt des Gewässers sowie zum Spielplatz und dem Garten des Privatgrundstücks freigehalten. «Diese trägt dazu bei, dass das Gewässer nicht über die ganze Länge ausgedolt werden kann.»

Geplanter Baustart verschoben

Geplant wäre der Baustart für den Ausbau bereits im letzten September gewesen, wie die Gemeinde im Juni 2016 schrieb. Dies habe sich nun jedoch etwas nach hinten verschoben. «Das Gewässerprojekt ist grundsätzlich nicht zeitlich gebunden», sagt Fiechter. Somit hätte man den Bedürfnissen des Grundeigentümers Rechnung tragen können, welcher an der Dorfstrasse aktuell ein Haus baut.

Ist der Bachtobelgraben Ende April dieses Jahres fertig renaturiert, soll dieser als offenes Gerinne naturnah gestaltet werden. «Wir versuchen, mit den Arbeiten die Gewässerökologie zu verbessern», sagt Fiechter. So solle das Flüsschen auch bei Trockenperioden Abflusstiefen von rund 15 Zentimetern gewährleisten können. Zudem würden rund um den Bachtobelgraben mehrere Pflanzen und Büsche gesetzt, damit ein Mehrwert für Mensch und Tier geschaffen werden könne.