«Die Buche auf dem Stadtplatz Schlieren kann nicht versetzt werden, da die Finanzierung der benötigten 160'000 Franken nicht zustande gekommen ist», schreibt der Schlieremer Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) in einer Mitteilung von gestern. Damit dürfte der jahrelange Kampf der beiden Schwestern Susanne Porchet und Lilian Hagen für den Erhalt des Baums ein Ende finden.

Die Buche, die der Neugestaltung des Schlieremer Zentrums und der Haltestelle der Limmattalbahn im Weg steht, kam im vergangenen Oktober in die Medien, weil sich immer mehr Menschen für ihre Rettung einsetzten. Zuletzt reichten die Initianten der IG Blutbuche Mitte Dezember eine Petition mit 4700 Unterschriften beim Stadtpräsidenten Toni Brühlmann-Jecklin (SP) ein.

Private Beteiligung fehlt

Doch nützt dies nichts. So wollten gemäss Mitteilung die Stadt und die Limmattalbahn AG gemeinsam die Hälfte der Kosten – also je 40'000 Franken – übernehmen, wenn der Rest von 80'000 Franken durch private Gelder finanziert worden wäre. «Von privater Seite wurde mehrfach in Aussicht gestellt, einen wesentlichen Teil der Kosten für eine Versetzung zu übernehmen», so Bärtschiger.

Doch sei es nicht dazu gekommen. Denn am vergangenen Montag hätten die Verantwortlichen der IG Blutbuche der Stadt mitgeteilt, dass sie sich nicht an den Versetzungskosten beteiligen. «Dass die Kosten nicht vollumfänglich von der öffentlichen Hand getragen werden können, wurde seit Beginn der Gespräche kommuniziert», so Bärtschiger. Nicht zuletzt wohl, weil im Rahmen des ordentlichen Plangenehmigungsverfahrens keine Einsprachen eingegangen sind.

Initianten sehen es anders

Für ein Gespräch war Susanne Porchet gestern nicht zu erreichen. In einer schriftlichen Mitteilung lässt sie jedoch ausrichten, dass seitens der Limmattalbahn AG und der Stadt kein Wille vorhanden gewesen sei, die Linienführung dem Baum anzupassen. «Eine Verschiebung des Altbaumes an einen neuen Standort wurde eingehend geprüft, wobei nach heutigem Wissenstand unklar ist, ob die Buche das langfristig überleben würde», so Porchet. Die IG werde an einer Sitzung das weitere Vorgehen besprechen.

Die Initianten der Petition machten von Beginn weg keinen Hehl daraus, dass ein Belassen des Baums am jetzigen Standort mit entsprechender Projektanpassung ihre favorisierte Variante war. Diese blieb aber chancenlos. «Die Buche steht in Konflikt mit der Neuplanung des Zentrums», heisst es in der Mitteilung. So würde die Baumkrone das neue Flügeldach und die neuen Fahrleitungen tangieren. Zudem würden die Wurzeln in das Fundament der Haltestellen ragen. «Eine Verschiebung der Gleise ist nicht möglich, da die Haltestelle dann nicht mehr behindertengerecht erstellt werden könnte», so Bärtschiger. Neben Mehrkosten von über 3 Millionen Franken hätte eine solche Projektänderung auch eine Terminverzögerung von bis zu einem Jahr zur Folge gehabt, heisst es weiter.

Buchen im Park als Ersatz

«Ich bedaure, dass die Versetzung nicht zustande gekommen ist», sagt Daniel Issler, Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn AG. «Ursprünglich hiess es, dass die Petitionäre finanziell mithelfen werden. Dass uns nun eine Absage erteilt wird, ist schade», so Issler.

Wie das Holz der Buche – sie soll aus Termingründen Anfang Februar gefällt werden – dereinst verwendet wird, werde derzeit stadtintern abgeklärt. Fest steht jedoch bereits jetzt, dass als Ersatz im Stadtpark eine Gruppe von rund 10-jährigen Rotbuchen gepflanzt wird.