Schlieren
Verrückt, verspielt, verkleidet: So präsentierten sich die Mutigen am «Crazy Slide»

Wer ist verrückt genug – in einem offenen Büro –, rückwärts eine 15 Meter lange sowie sechs Meter hohe Schnee-Rampe hinunterzusausen und nach einem Sprung über eine ein Meter hohe Schanze sicher auf dem Boden zu landen?

Ly Vuong
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Gruppenbild der verrückten Pilotinnen und Piloten. (Arman Öztürk)
28 Bilder
Am Freitag kamen rund 1700 und am Samstag 1500 Besucher an den Crazy Slide.
Der 14. Crazy Slide Schlittencontest im Schlieremer Gaswerk
Jenny Seiler (links) und Liliane Bernet sorgen für gute Stimmung hinter dem Tresen der Terrassenbar.
Die Zunft zum heiligen Bier - bei der ein Meter hohen Rampe trotzen sie kurz der Schwerkraft und fliegen. (Arman Öztürk)
Stephan Bernet möchte Crazy Slide wieder zum festen Bestandteil von Schlieren machen.
Das fliegende Büro der Crash Test Advisors musste nach der Fahrt zusammengesammelt werden.
Crash Test Advisors - mit diesem luftigen Büro rasen sie die Rampe runter. Daniel Widmer (vorne) und Vejlko Bosiokovic werden rückwärts sausen.
Vor dem Slide gibts die Schlittenparade durchs Publikum. (Arman Öztürk)
Die Juroren vom Samstag.
Die Bärg Goggi Girls Ester Häfliger (vorne) und Jeanette Abegg machen Werbung für ihren Arbeitgeber Eptinger Mineralquelle, die eine neue Schweizer Cola auf den Markt gebracht hat.
Gute Stimmung an der Crazy Slide. (Arman Öztürk)
Vor dem Slide das Bad in der Menge - die Schlittenparade. (Arman Öztürk)
Auf Nummer sicher - Planzer Power mit Helm beim Slide. (Arman Öztürk)
"Ohni Wasser wirds nid suuber" überzeugte mit Kreativität und Unterhaltung. (Arman Öztürk)
Die Pilotinnen Nicole Koller (links) und Flavia Weber als Badenixe und Quietschente - als "Ohni Wasser wirds nöd suuber".
Valentino Widmer (links) und Oliver Korn als Zunft zum heiligen Bier - mit dem Sechseläuten möchten sie den Winter bereits vor Weihnachten vertreiben.
Sie wurden von ihrem Beurfsausbildner für den Crazy Slide angefragt - Planzer Power - mit Bruno Silva (vorne) und Pedro Viegas.
Planzer Power sind mit Helm gestartet.
Sie wärmen sich etwas in der Terrassenbar auf.
The Trump Brothers - Ricardo Dittli (links) und Lukas Dittli - bekamen gutes Feedback am Slide vom Freitag. Einzig das Bild auf der Limousinenhaube, in der Trump die Freiheitsstatue nötigt, hätte grösser sein können.
Die Trump Brothers sausen die 15 Meter lange Rampe runter.
Wolke 7 - mit Brigitte Buchgeher (links) und Nadine Isler: Sie haben einen Heuschlitten zu einer Wolke umgebaut.
Wie verrückt muss man sein? Rrückwärts die Rampe runter in einem offenen Büro. (Arman Öztürk)
Die Schanze ist einen Meter hoch.
Die Trump Brothers posieren wie Politiker und stehen nicht für Fragen nach der Fahrt zur Verfügung.
Flying Kiwaner - Mirko Lanfranchi (links) und Gian-Andrea Stoecklin: Die sieben kleinen Noellinis auf dem Schlitten stellen die sieben Leben dar - die Hoffnung ist, dass die sieben die Fahrt heil überleben.
OK-Mitglied Roger Losberger (links) brieft zwei Juroren.

Gruppenbild der verrückten Pilotinnen und Piloten. (Arman Öztürk)

Arman Oeztuerk

Die Antwort lautet: Vejlko Bosiokovic und Daniel Widmer. Ihre Fahrt gelang, aber ihr Gefährt zerschellte auf dem Boden der Realität. Als «Crash Test Advisors» starteten die beiden jungen Männer am Samstag beim Crazy-Slide-Schlittencontest auf dem Schlieremer Gaswerk-Areal. Rund 3200 Partyfreudige feuerten am Wochenende kreative, lustige und wagemutige Schlittenpiloten bei ihrer Fahrt auf der künstlichen Schnee-Rampe an. Der Crazy-Slide-Schlittenwettbewerb fand zum 14. Mal statt und wurde 2016 wieder zu einem festen Bestandteil der mittlerweile 21-jährigen Schneebar-Party.

Es sei mittlerweile schwieriger, Pilotinnen und Piloten für den Schlittenwettbewerb zu finden, doch die Anfragen aus dem Publikum hätten den Contest wieder möglich gemacht, sagte Organisator Stephan Bernet. Dieses Jahr gingen neun Teams mit ihren selbst gemachten Gefährten an den Start. Die sechsköpfige Jury bewertete Idee, Umsetzung und den Auftritt der Teilnehmer.

Sieben Leben soll man haben

Als Team «Wolke 7» starteten Brigitte Buchgeher und Nadine Isler, die einen Heuschlitten in eine weisse Wolke und sich selbst in Fabelwesen verwandelten. Mit Trump-Perücke trat Lukas Dittli zusammen mit Co-Pilot Ricardo Duarte als «The Trump Brothers» am Contest an. «Das Gefühl ist unbeschreiblich», sagte der Schlittenpilot nach der Fahrt. Auf der Haube ihrer «Limousine» klebten Bilder, auf denen Trump die Freiheitsstatue nötigte.
Ganz andere Maskottchen zierten das Holz-Gefährt von Mirko Lanfranchi und Gian-Andrea Stöcklin. Sieben kleine Plüschtierchen hafteten auf ihrem «Flying-Kiwaner»-Wagen. «Sie stellen die sieben Leben dar und wir hoffen, dass unsere sieben Leben die Fahrt heil überstehen», so Lanfranchi. Einen etwas anderen Wunsch hegten Valentino Widmer und Oliver Korn: «Wir wollen mit unserer ‹Zunft zum heiligen Bier› den Winter bereits vor Weihnachten vertreiben und das Sechseläuten zelebrieren», so Korn. Ihr Schlitten bestand aus einem Böögg und zwei Schaukelpferden. Die zwei belegten schliesslich nach den «Crash Test Advisors» den dritten Platz.

Zum Sieg aber flog das Team «Ohni Wasser wird’s nöd suuber». Die Gewinnerinnen, Flavia Keller als Badequietschente und Nicole Koller als Badenixe verkleidet, bauten eine alte Badewanne zum Schlitten um, wobei Duschkopf und -vorhang nicht fehlen durften. Vor der Abfahrt animierten sie die Moderatoren und das Publikum zu einem Badetanz. Der Adrenalinstoss verfehlte seine Wirkung nicht: Elegant flogen sie mit ihrer Badewanne über die ein Meter hohe Schanze ins Ziel.