Mit einem stattlichen Riss in der Jeans sitzt Marco Schelling auf einer Mauer im Skatepark Dietikon und schaut den Skateboardern und BMX-Fahrern beim Üben zu. «Alte Hosen sind bei meinem Hobby Pflicht», sagt der Dietiker.

Seit über 15 Jahren fährt der 26-Jährige mit seinen Inlineskates auf Halfpipes und Quarterpipes oder rutscht Treppengeländer hinunter. «Aggressive Inlineskating» nennt sich dieser Sport. Auf Rädern ist Schelling schon lange unterwegs. «Bereits kurz nachdem ich Laufen gelernt habe, stand ich zum ersten Mal auf Inlineskates. Meine Mutter nahm damals mit Speedskates an Rennen teil und irgendwann fuhr ich da auch mit», sagt er. Doch wurde ihm das Geradeausfahren schon bald zu langweilig. In einer Skatehalle in Winterthur sah er zum ersten Mal einen Inlineskater auf der Anlage und hat sich gleich in diesen Sport verguckt.

Schürfungen und Brüche

Seither hat er so manche Jeans an ihre Grenzen gebracht. «Früher konnte ich die alten Hosen meines Vaters zum Inlineskaten anziehen. Mittlerweile decke ich mich mit Secondhand-Stücken ein.» Am stärksten wird der Stoff an den Knien und dem Hintern beansprucht. Aber auch die eigene Haut kommt dort nicht immer heil davon. «Die beiden Stellen sind eigentlich ständig aufgeschürft», sagt Schelling und lacht. Doch gehören Schürfungen noch zu den glimpflicheren Verletzungen, die er sich bei seinem Hobby schon zuzog. Ein gebrochener Finger, eine gebrochene Nase und ein aufgeschlagener Kiefer sind nur einige der Blessuren, die er erlitt. «Aber das gehört zu dem Sport dazu», sagt der 26-jährige. Jedoch sei er nicht mehr so riskant unterwegs, wie er das früher war. «Heute denke ich zweimal nach, ob ich einen Trick nochmals versuchen soll, wenn ich schon beim ersten Versuch heftig gestürzt bin. Eine Verletzung bedeutet meist auch ein Ausfall bei der Arbeit», sagt er.

Ein straff gestalteter Zeitplan

Diese könne er sich nicht wirklich leisten, da er in seinem Job eine grosse Verantwortung trage. Der Dietiker arbeitet bei der Stiftung St. Jakob als Gruppenleiter in der Garten- und Gebäudepflege. Nebenbei absolviert er zusätzlich eine Ausbildung zum Arbeitsagogen. «Ich arbeite jetzt seit vier Jahren in diesem Beruf und ich mache es leidenschaftlich gerne», sagt Schelling. Daneben verfolgt er mit dem gleichen Enthusiasmus seine verschiedenen Hobbys, von denen das Inlineskaten nur eines ist. Der Dietiker spielt auch Ultimate Frisbee, Golf und ist in der 1. Mannschaft des Unihockey Limmattal. Dementsprechend straff gestaltet sich sein Zeitplan. Das ist für den 26-Jährigen jedoch kein Problem. «Der Tag hat 24 Stunden und man muss das Beste daraus machen», sagt er.

«Dietikon ist eine tolle Stadt»

Wenn möglich will er seine Hobbys auch noch lange in der Form ausüben. Doch ist er sich bewusst, dass gerade Inlineskating seine Knochen und Gelenke sehr beansprucht. Wenn es sein Körper nicht mehr zulasse, dann höre er sicherlich auf, sagt Schelling. Bis dahin wird er aber noch oft auf den acht Rädern unterwegs sein und mit der Erweiterung des Skateparks muss er Dietikon deswegen auch gar nicht mehr gross verlassen. «Es ist eine tolle Stadt, in der es alles hat, was man als junger Mensch braucht. Hier bin ich gross geworden und hier habe ich meine Freunde und meine Familie. Ich fühle mich der Stadt auf jeden Fall sehr verbunden.» Deswegen hat sich der 26-Jährige vor sechs Jahren sogar die Dietiker Lilie auf den Unterarm tätowieren lassen.