Bislang waren auf dem Platz innerhalb des Grosskreisels im Zentrum von Schlieren nur einzelne Fussgängergassen gesalzen worden. Nun werden die städtischen Mitarbeiter in frostigen Zeiten das Salz jeweils gleich auf der ganzen Fläche verstreuen. Dies geht aus einer Antwort des Stadtrates auf eine Kleine Anfrage von SVP-Gemeinderat Hans-Ulrich Etter hervor.

Dieser hatte in diesem Januar festgestellt, dass sich auf dem neuen Stadtplatz jeweils, da unter anderem das Wasser an verschiedenen Stellen nicht gut ablief, rasch Eis gebildet hatte. Mehrere Personen seien auf dem spiegelglatten Boden ausgerutscht und auch zu Fall gekommen, hielt Etter fest. Diese Beobachtung bestätigt nun auch der Stadtrat in seiner Antwort: Ihm seien gefährliche Situationen, die zum Teil zu Stürzen geführt haben, über die Stadtmelder-App und per Mailkontakt rapportiert worden. Haftungsansprüche seien aber keine geltend gemacht worden.

Keine baulichen Massnahmen

Der Stadtrat sieht deshalb einen gewissen Handlungsbedarf. Bauliche oder technische Massnahmen, um die Situation flächendeckend zu verbessern, seien aber nicht mit vernünftigem Aufwand umsetzbar, schreibt er. Bei einem etwas steileren Gefälle würde das Wasser zwar rascher – also vor dem Gefrieren – ablaufen, doch müsste die gesamte Platzfläche entsprechend angepasst werden. Und auch ein rauerer Belag lasse sich nicht so einfach einbauen. Der Stadtrat weist aber darauf hin, dass der Platz in den kommenden Monaten durch die Abnutzung wohl von alleine seine Glätte etwas verlieren werde.

Die Stadtregierung setzt deshalb auf betriebliche Massnahmen. Neben dem Entscheid, den gesamten Platz zu salzen, hat er ihn auch heraufgestuft: Der Platz «wird in jeder Frostnacht in erster Priorität gesalzen». Fällt aber viel Schnee, wird weiterhin nicht die gesamte Fläche schwarz geräumt. In diesem Fall werden nur einzelne Fussgängergassen freigeschaufelt, in der Hoffnung, dass die Passanten diese auch benutzen und nicht durch den Schnee stapfen werden.

Die Antwort des Stadtrates hatte Etter in etwa so erwartet, wie er auf Anfrage sagt. Ob er mit der Antwort zufrieden ist, weiss er aber noch nicht: Das werde sich erst im nächsten Winter zeigen. «Wenn dann der ganze Platz gesalzen wird und in der Folge auch niemand mehr stürzt, dann habe ich mein Ziel erreicht.» Dass das Begehen des neuen Platzes nach frostigen Nächten gefährlich gewesen sei, ist für Etter klar. Nachdem er seine Anfrage eingereicht hatte, hätten ihn verschiedene Personen angesprochen oder angeschrieben, um ihm dies zu bestätigen.

Für die Enteisung des neuen Platzes ist gemäss stadträtlicher Antwort der Bereich Baudienst der Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen zuständig. Für die nächtlichen Schneeräum- und Enteisungsarbeiten stehen zudem drei Pikettteams zu je neun Mitarbeitenden alternierend im Einsatz. Diese dürften angesichts der aktuellen Wetterprognosen aber – auch wenn die Eisheiligen noch ausstehend sind – auf absehbare Zeit nicht aufgeboten werden müssen.