Coronavirus
Verband der Musikschulen will kein Singverbot – was meinen die Limmattaler Schulen?

In einem offenen Brief plädiert der Verband Zürcher Musikschulen für eine Aufhebung des Gruppen-Singverbots auch an nicht-obligatorischen Schulen. Wir haben die Limmattaler Musikschulen nach ihren Meinungen gefragt.

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Derzeit wegen Corona nicht möglich: Ein Auftritt des «Kids Chor» der Musikschule Schlieren im Jahr 2015.

Derzeit wegen Corona nicht möglich: Ein Auftritt des «Kids Chor» der Musikschule Schlieren im Jahr 2015.

Fransika Schädel

Der Verband der Zürcher Musikschulen bemängelte letzten Montag in einem offenen Brief, dass Singen in Gruppen gemäss der Covid-19-Verordnung des Bundesrats im Musikunterricht der obligatorischen Schulen zwar weiter zulässig ist, an den Musikschulen jedoch nicht.

Die Musikschulen betonen, dass ein strenges Hygienekonzept beim Zusammentreffen von Kindern durchgesetzt werde und ein Schutzkonzept schon umgesetzt wurde, bevor die Musikschulen und Gesangsvereine sich nach dem Bundesrat richteten. Deswegen seien die Musikschulen auch nie zu sogenannten Superspreadern geworden.

Nicht zuletzt der pädagogische Auftrag der Musikschulen, wie auch der Aspekt, dass man aus Lebensfreude singt, werden im Brief betont. Dabei stehen die Musikschulen hinter der Vorgabe des Bundesrats, die Nähe zwischen Menschen zu vermeiden, sofern diese keine Maske tragen.

Musikschulen im Limmattal nicht stark betroffen

Daniela Jordi-Körte von der Musikschule Dietikon bejaht das Statement der Zürcher Musikschulen. Zum einen fände sie es extrem schade, dass man die Menschen nicht mehr singen lassen könne, zum anderen meint sie auch, dass ein Schutzkonzept für grössere Gesangsensembles sicher auch möglich gewesen wären. Da die Musikschule Dietikon aber ohnehin nicht so viele Chöre anbietet, sei ihre Musikschule allerdings auch nicht so stark betroffen. Sie will sich nicht beklagen: Als Musikschule sei man dankbar, dass auch jetzt noch Präsenzunterricht erlaubt ist.

Ähnlich sieht es auch Schulleiterin Franziska Geyer von der Musikschule Limmattal in Oberengstringen. Sie meint, dass die Einschränkung des Singens und das Untersagen von Ensembles und Chören bedauerlich sei - und ist überzeugt, dass man für singende Kindergruppen ebenfalls ein Schutzkonzept hätte erstellen können. Wie auch bei der Musikschule Dietikon ist das Gesangsverbot kein grosses Problem: Die Musikschule Limmattal bietet dieses Semester ohnehin keine Gesangsensembles an.

Eine etwas andere Ansicht hat Martin Wittwer von der Musikschule Schlieren. Er freut sich zwar darüber, dass der Verband sich einsetzt. Gleichzeitig glaubt er aber, dass es aktuell wichtigere Dinge gibt und das Singen beziehungsweise dessen Verbot nicht Priorität hat. Auch seine Schule ist nicht stark von den Massnahmen betroffen: Es kann lediglich ein Kinderchor mit acht Teilnehmern nicht mehr proben; andere Formate wie Bands oder Gesangsensembles wurden in Schlieren nicht angeboten. Einzelsologesangslektionen finden allerdings weiter statt. Auch Wittwer ist unter diesen Umständen froh, überhaupt Unterricht geben zu können.