Limmattal
Velomechaniker im Limmattal haben alle Hände voll zu tun

Mit dem Frühlingswetter kommen auch die Service-Aufträge für die Velo-Läden. Viele Velohändler im Limmattal können sich derzeit vor Aufträgen kaum retten. Bei vielen kommt sogar eine Warteliste zum Einsatz.

Katja Landolt
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Und plötzlich wollen alle wieder aufs Rad: Velomechaniker Urs Stähelin vom Velo Lade Schlieren hat derzeit alle Hände voll zu tun.

Und plötzlich wollen alle wieder aufs Rad: Velomechaniker Urs Stähelin vom Velo Lade Schlieren hat derzeit alle Hände voll zu tun.

Katja Landolt

Die Auftragsbücher beim Velo Lade Schlieren sind voll: «Wenn die Sonne scheint, haben wir pro Tag rund 20 Kunden, die ihr Velo für einen kleinen Service vorbei bringen», sagt Mitinhaber Urs Stähelin. Kleiner Service, das bedeutet beispielsweise Kette ölen, Bremsen einstellen, Pneus wechseln. Auch der Verkauf brummt, der eine oder andere gönnt sich zum Frühlingsanfang gleich ein neues Fahrrad.
Die Zeit drängt
Doch wenn die Sonne kommt, drängt auch die Zeit: «Vielen Kunden kann es gar nicht schnell genug gehen», sagt Stähelin und vergleicht den Ansturm mit demjenigen auf die Autowerkstätten wegen dem Pneuwechsel. «Kaum schneit es, muss es ruckzuck gehen. Bei uns gilt das bei den ersten sonnigen Frühlingstagen.» Stähelin verspricht aber, dass der kleine Service bei ihnen im Laden nicht länger als vier Tage dauere.
Einen neuen Trend gebe es auf dem Velomarkt diesen Frühling nicht, sagt Stähelin. Anhalten werde aber der Elektrovelo-Trend. Zahlt sich das nicht aus? Stähelin verneint: «Im Gegenzug ist der Verkauf von City-Bikes eingebrochen.» Auch den Eindruck, dass Velofahren zusehends beliebter wird, teilt er nicht: «Das täuscht. Unter dem Strich blieben die Verkaufszahlen in den letzten Jahren immer etwa ähnlich.»
Arbeitsbeginn um 4 Uhr morgens
Auch bei Jürg Tschopp, Inhaber des Zweirad-Fachgeschäfts Tschopp Jürg GmbH in Schlieren, läuft das Geschäft auf Hochtouren. «Wir haben viele Kunden, die ihr Velo oder ihren Roller in den Service bringen, und auch viele, die sich ein neues Gefährt kaufen.» Wie viele Kunden täglich in sein Geschäft kommen, sei unterschiedlich. Aber auch Tschopp bestätigt, dass es den Kunden an warmen Frühlingstagen kaum schnell genug gehen kann. «Je nach dem wie aufwändig die Reparaturen sind, benötigen wir einen Tag bis zu einer Woche.»
Für Roger Hügli vom Bike Shop Chlösterli in Urdorf ist der Frühling eine arbeitsreiche Zeit: «Manchmal beginne ich um vier Uhr morgens und arbeite bis abends spät, um mit allen Aufträgen fertig zu werden.» Insbesondere dann, wenn das Wetter über mehrere Tage hinweg schön sei, habe er alle Hände voll zu tun.
Als anhaltenden Trend sieht Hügli ebenfalls die Elektrovelos. Gefragt seien im Moment aber auch Mountainbikes mit 29-Zoll-Rädern. «Je grösser der Raddurchmesser, desto besser können Hindernisse überwunden werden.»