Urdorf
Urdorfs Gemeinderat lässt den eigenen Lohn erhöhen

Die Gemeindeversammlung genehmigt die neue Besoldungsverordnung, den privaten Gestaltungsplan Im Heidenkeller/Keimlerweg, das Budget 2013, sowie den Ausbau von Schulraum. Der Steuerfuss bleibt bei 118 Prozent.

Jürg Krebs
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Gemeindepräsientin Sandra Rottensteiner und ihre Kollegen erhalten eine Erhöhung der Entschädigungen um 9,6 Prozent für den Kaufkraftverlust der letzten 14 Jahre.

Gemeindepräsientin Sandra Rottensteiner und ihre Kollegen erhalten eine Erhöhung der Entschädigungen um 9,6 Prozent für den Kaufkraftverlust der letzten 14 Jahre.

Flavio Fuoli

Urdorfs Bauvorstand Christian Brandenberger legte der Versammlung der Politischen Gemeinde, zu der 135 Stimmberechtigte in den Zentrumssaal gekommen waren, einen privaten Gestaltungsplan für sechs Neubauten im Gebiet Im Heidenkeller/Keimlerweg vor. Die 54 Wohnungen aus dem Jahr 1968 sollen durch modernen Wohnraum ersetzt weden. Brandenberger begrüsst die Erneuerung von alter Bausubstanz. Die Versammlung genehmigte den Gestaltungsplan am Mittwochabend.

Gemeinderat erhält 9,6% mehr Lohn

Finanzvorstand Thomas Hächler warb für eine Erhöhung der Entschädigungen für Behörden- und Kommissionsmitglieder. Es ging nicht direkt um eine Lohnerhöhung, sondern um eine Art Bereinigung. Die Erhöhung um 9,6 Prozent soll die seit 1998 aufgelaufene Teuerung ausgleichen. Diese Teuerung soll künftig gar automatisch angepasst werden. Diese Anpassung hätte jährliche Mehraufwendungen von 26 000 Franken zur Folge.

Behördenmitglieder sollten angemessen entlöhnt werden, so die Haltung Hächlers. Gemäss alter Verordnung erhalten die Gemeinderäte für ihr Engagement im Umfang von 30 bis 40 Stellenprozenten 25 000 Franken pro Jahr. Die Gemeindepräsidentin wird für ihr höheres Pensum mit 50 000 Franken entschädigt. Gemäss neuer Verordnung erhält sie knapp 55 000 Franken.

CVP-Präsident Danilo Follador bedauerte, dass die Politische Gemeinde den Alleingang gewählt und die Schulgemeinde nicht einbezogen hatte. Votant Karl Sonderegger wollte den Lohn nicht automatisch der Teuerung anpassen, sondern erst dann erhöhen, wenn der Lebenskostenindex um mehr als 5 Prozent angestiegen ist. Er stellte einen entsprechenden Änderungsantrag. Die GLP schloss sich dieser Variante an. Die Versammlung nahm dann Änderungsantrag und Besoldungsverordnung an.

Steuerfuss bleibt bei 118%

Finanzvorstand Thomas Hächler präsentierte das Budget 2013 der Politischen Gemeinde. Der Aufwand beträgt gut 51,1 Millionen Franken, der Ertrag knapp 50,9 Millionen. Der Aufwandüberschuss beträgt deshalb 260 000 Franken und liegt deutlich unter den Vorjahren. Der Steuerfuss der Politischen Gemeinde beträgt 59 Prozent, der Gesamtsteuerfuss (ohne Kirchgemeinden) also wie im Vorjahr 118 Prozent.

Hächler sprach von einer nach wie vor angespannten Finanzlage für Urdorf. Die Schulden würden von heute 45 Millionen auf in wenigen Jahren 60 Millionen ansteigen. Votant Karl Sonderegger plädierte angesichts dieser Entwicklung für eine rigorose Sparpolitik. Das Budget müsse - wie auch immer - Einnahmen generieren, damit die Schulden abgebaut werden können. Der Voranschlag wurde einstimmig angenommen.

Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner hielt Rückschau auf das Jahr 2012 und Ausblick aufs 2013 und lud am Ende der Versammlung zum traditionellen Apéro.

GLP scheitert mit Rückweisung

«Die Schulpflege ist überzeugt, ein gutes Projekt zu haben», sagte René Eberle, Liegenschaftenvorstand der Schulgemeinde Urdorf, vor 130 Stimmberechtigten im Zentrumssaal.

Mit der Bewilligung des Objektkredits über 950 000 Franken könnten die jetzigen Teamräume des Schulhauses Moosmatt auch künftig wieder als Gruppenräume genutzt werden. Das sei heute aus feuerpolizeilichen Gründen untersagt. Die Sekundarschule mit 220 Schülerinnen und Schülern verloren dadurch sechs Gruppenräume.

Die Grünliberalen Urdorfs forderten hingegen eine Rückweisung des Geschäfts. Nicht um es zu verhindern, so Co-Präsident René Gutknecht, sondern um eine günstigere Variante zu erarbeiten. Der Grund: Urdorf müsse sparen. Die Gruppenräume könnten auch weniger aufwendig als vorgesehen instand gestellt werden. Mit einer günstigeren Variante könne zudem das Budget der Schulgemeinde verbessert werden.

Danilo Follador, Präsident der CVP, erklärte das Projekt für notwendig, auch in diesem Umfange.
Der Rückweisungsantrag der Grünliberalen wurde abgelehnt. Der Antrag der Schulpflege hingegen wurde mit offensichtlichem Mehr angenommen.

Schul-Steuerfuss bleibt bei 59%

Die Versammlung der Schulgemeinde genehmigte das von Finanzvorsteherin Irmgard Struchen präsentierte Budget 2013 und damit den gleichbleibenden Steuerfuss von 59 Prozent. Der Aufwand ist mit 21,03 Millionen Franken veranschlagt, der Ertrag mit 20,77 Millionen. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss von rund 260 000 Franken. Dank einer restriktiven Sparpolitik habe der Sachaufwand auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden können.