3.-Liga-Fussball
Urdorf hält den Anschluss an die Spitze

Urdorf schlägt Oetwil-Geroldswil in einem am Schluss fesselnden Derby mit 3:1

Michel Sutter
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Der Urdorfer Velisav Stevovic (am Ball, weisses Trikot) kann von Oetwil-Geroldswils Christian Geiger (rechts, blaues Trikot) nicht gebremst werden.

Der Urdorfer Velisav Stevovic (am Ball, weisses Trikot) kann von Oetwil-Geroldswils Christian Geiger (rechts, blaues Trikot) nicht gebremst werden.

Michel Suter

Plötzlich wurde es doch noch spannend an diesem Samstagabend auf dem Fussballplatz Chlösterli in Urdorf. Die Hälfte der zweiten Halbzeit war gerade absolviert in der Partie zwischen Urdorf und Oetwil-Geroldswil, da gelang Oliver Röthlin nach einem Fehler von Urdorfs Goalie Tanveer Razvi der 1:2-Anschlusstreffer für die Gäste.

Es war ein Tor, das diese Begegnung doch noch zu einem richtigen Fussballspiel werden liess. Zuvor hatten die Hausherren die Partie dominiert und zu einer einseitigen Angelegenheit verkommen lassen. Bereits in der 12. Minute gingen sie durch einen Treffer von Samir Kozarac in Führung, Rolando Baumann legte elf Minuten später mit dem 2:0 nach.

Der Vorsprung war absolut verdient – auch in dieser Höhe. Oetwil-Geroldswil, das in den letzten Partien noch so stark aufgespielt hatte, wirkte abwesend und gegen selbstbewusst aufspielende Urdorfer überfordert. «Wir haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt», bekannte Oetwil-Geroldswils Trainer Jean Marie Broggi. «Wir waren einfach nicht bereit.»

In der zweiten Hälfte kamen die Gäste besser in die Partie, die Begegnung war jetzt ausgeglichener. Und auf einmal konnten sich die Gäste auch gute Torchancen erspielen. Eine davon durch Raul Marcella, der jedoch an Razvi scheiterte. Fünf Minuten später erzielte Röthlin dann den erwähnten Anschlusstreffer.

Röthlins Tor setzte bei den Gästen unerwartete Kräfte frei. Auf einmal dominierten sie die Partie und drückten mit aller Macht auf den Ausgleich. Die Offensive bot den Urdorfern jedoch immer wieder Räume zum Kontern, und diese Räume nutzten sie. So konnte Patrick De Napoli nach einer guten Urdorfer Offensivaktion unbedrängt aufs Tor schiessen, doch der Ball wurde noch von einem Verteidiger vor der Linie abgewehrt. Glück für die Gäste.

Etwas weniger Glück hatten sie kurz danach. De Napoli kam nach einem abgewehrten Schuss wieder an den Ball, und diesmal liess er sich nicht zweimal bitten: Mit einem strammen Schuss schob er zum viel umjubelten 3:1 für Urdorf ein – die Vorentscheidung in dieser Partie, in der noch eine Viertelstunde zu spielen war.

De Napoli hatte danach noch zwei weitere hochkarätige Torchancen, verfehlte aber knapp. Und Oetwil-Geroldswil, das bis zum Schluss der Partie nicht aufsteckte und alles nach vorn warf, schaffte den Anschlusstreffer nicht mehr. So blieb es am Ende beim 3:1-Sieg für Urdorf.

«Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen», sagte De Napoli, der nach einer zehntägigen Verletzungspause wieder ein Pflichtspiel bestritten hatte. «Besonders, nachdem wir letzte Saison gegen Oetwil-Geroldswil einmal unentschieden gespielt und einmal verloren hatten.» Für den Stürmer war die Rückkehr auf den Platz mit seinem Tor besonders erfolgreich, doch er gab sich bescheiden. «Es spielt keine Rolle, wer die Tore schiesst», meinte er. «Hauptsache, wir haben gewonnen.»

Gutes Gefühl beim Einlaufen

Dieser Meinung war auch Urdorfs Trainer Gianni Musumeci, der schon vor dem Spiel ein gutes Gefühl gehabt hatte. «Ich wusste beim Einlaufen der Jungs, dass es an diesem Abend schwierig werden würde, uns zu schlagen», sagte er. «Wir haben uns speziell auf diese Partie vorbereitet, und ich habe Oetwil-Geroldswil auch in den letzten beiden Spielen beobachtet.

Uns war es sehr wichtig, dieses Spiel zu gewinnen und den Anschluss nach oben nicht zu verpassen.» Und dieser Wunsch hat sich für Musumeci erfüllt. Er und seine Urdorfer bleiben auf dem dritten Tabellenplatz und halten den Anschluss an die Spitze. Im Gegensatz zu Oetwil-Geroldswil, das jetzt zweimal in Folge verloren hat.

Trotzdem will sich Broggi nicht allzu lange mit der Niederlage in Urdorf beschäftigen. «Wir haben nach der ersten Halbzeit verdient verloren», sagte er. «Aber jetzt heisst es: Mund abwischen und weiter gehts!»