Freitauchen

Unter dem Eis: Zürcher Taucher bricht drei Weltrekorde

Beim dritten Rekord konnte Peter Colat ohne Neoprenanzug nicht so lange gleiten wie bei den anderen, dennoch reichte es für die Bestmarke.

Beim dritten Rekord konnte Peter Colat ohne Neoprenanzug nicht so lange gleiten wie bei den anderen, dennoch reichte es für die Bestmarke.

Peter Colat hat am Wochenende gleich drei Weltrekorde gebrochen. Unter dem Eis eines zugefrorenen Sees tauchte er dabei mit einem Atemzug über 150 Meter weit.

«Das war nicht ohne», meint Peter Colat rückblickend. Schliesslich sei sein Vorhaben «schon ein bisschen frech» gewesen. Manche würden es gar Arroganz nennen, er aber wusste um seine Fähigkeiten. So steht der Mittvierziger seit dem vergangenen Wochenende als neuer dreifacher Weltrekordhalter im Freitauchen da.

In der ersten Disziplin, dem Streckentauchen mit Anzug und Flosse, legte er am Freitagvormittag im österreichischen Weissensee mit nur einem Atemzug eine Strecke von 155,4 Metern zurück. Damit verbesserte er den bestehenden Rekord um 3 Meter.

Den zweiten Rekordversuch unternahm der eigentlich als Architekt arbeitende Hobbysportler am Samstagmorgen. In der Disziplin Streckentauchen unter Eis mit Anzug – jetzt aber ohne Flossen – erreichte er eine Weite von 110,2 Metern und sicherte sich damit den zweiten Weltrekord.

Mit Badehose ins Eiswasser

Für den dritten Weltrekord in nur zwei Tagen wagte Colat sich am selben Samstag nach dem Mittagessen noch einmal ins 2 Grad Celsius kalte Wasser. Nur mit einer Badehose bekleidet und ohne die Hilfe von Flossen, tauchte er eine Strecke von 80 Metern. «Das sind fünf Meter mehr als der alte Rekord», sagt er stolz. Der Zürcher Unterländer schaffte somit etwas, das vor ihm noch nie jemand überhaupt zu probieren gewagt hatte.

«Alles ist glatt gelaufen», sagt er und fügt an, «erstaunlicherweise». Denn schon nur ein Weltrekordversuch sei bereits ein schwieriges Unterfangen. Gleich drei verschiedene Rekorde anzugreifen, sei sehr ambitioniert gewesen. «Aber ich war extrem fokussiert.» Das war auch nötig, denn die äusseren Bedingungen liessen keinen Raum zum Spassen.

«Nach dem zweiten Rekord habe ich gewusst, dass alles gut kommt.» Obwohl besonders der dritte Versuch bei grosser Kälte und ohne Schutzanzug unter der Eisdecke eine besondere Herausforderung darstellte. «Ich konnte bei diesem Rekord unter dem Wasser nicht so lange in Ruhe gleiten, wie ich es sonst gewohnt bin.» Aufgrund der beissenden Kälte habe er sich viel mehr bewegen müssen, was mehr Energie verbrauche und die getauchte Distanz verkürze. Dass dieses Unterfangen nicht ungefährlich war, wusste Peter Colat. Deshalb hatte er sich entsprechend vorbereitet.

In der Limmat trainiert

Daheim trainierte er regelmässig in der eiskalten Limmat, um sich an die tiefen Temperaturen zu gewöhnen. Zudem führte er auch Unterwasserrettungsübungen durch mit seiner Helfercrew. «Es sind die gleichen Leute dabei gewesen, die schon vor fünf Jahren beim ersten Weltrekord im Eis dabei waren», erzählt der Taucher. So habe er gewusst, was im Notfall zu tun gewesen wäre. «Wir hatten geübt, wie ich von ihnen mit Sauerstoff versorgt werden könnte.» Das gab ihm Sicherheit und Zuversicht. Insgesamt halfen über 15 Personen mit, damit das Unterfangen zum Erfolg werden konnte.

Der harte Kern des Teams feiert mit Peter Colat (in Blau) den Erfolg.

Der harte Kern des Teams feiert mit Peter Colat (in Blau) den Erfolg. 

Am Montagmorgen stand Colat daheim schon wieder als Architekt auf Baustellen. Profi werden und allein vom Sport leben wolle er nicht. «Klar habe ich mir das auch schon überlegt», gibt er unumwunden zu. Aber ohne den ganz grossen Druck, für Sponsoren regelmässig etwas Neues machen zu müssen, sei es lässiger. «Das will ich so beibehalten.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1