Handball
Unliebsame Premiere: Start zur ersten 2.-Liga-Saison von Dietikon-Urdorf

Nach dem erstmaligen Abstieg aus dem interregionalen Handballgeschehen in der Vereinsgeschichte (seit 1993) geht man den Neuanfang im HCDU gemächlich an. In der ersten Saison gibt es als Zielvorgabe keine Rangierung.

Ruedi Burkart
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Es war eine spezielle Szenerie in der Sporthalle Büel in Unterengstringen. Auf der einen Hälfte trainierten Juniorinnen, auf der anderen das HCDU-Männerteam. Da beide Equipen längst nicht in Vollbestand anwesend waren, kam man und frau sich auch nicht gross ins Gehege.

Doch die Frage sei erlaubt: Nur eine halbe Halle für ein Training in der Woche vor dem Meisterschaftsstart? Macht das überhaupt Sinn, Jan Sedlacek? «Normalerweise trainieren wir in Dietikon. Aber dort war die Halle geschlossen, so mussten wir ausnahmsweise ins Büel ausweichen. Ich bin froh, dass wir bei den Juniorinnen Gastrecht geniessen dürfen.» Lieber eine halbe Halle als gar keine, sagt der neue Coach der Limmattaler.

Zwei Teams in der 2. Liga

Das Team von Trainer Jan Sedlacek spielt als Leistungssportmannschaft unter HC Dietikon-Urdorf mit gestandenen Akteuren wie Goalie Josip Katicic, Kreisläufer Stefan Galli, Luzi Tiefenauer und Veton Polozani.

Die Breitensportler treten an als HC Limmat mit Trainer Muzaffer Dogru. Fans notieren sich folgendes Datum: Am 26. Oktober triff man sich zum ersten Direktduell in der Dietiker Stadthalle.

1995 von Wacker Thun zum HCDU

Knappe Kader, halbe Trainingshallen – Jan Sedlacek bringen solche Sachen während der Schlussphase einer Saisonvorbereitung nicht aus der Ruhe. Nicht mehr. Der mittlerweile 50-jährige ehemalige slowakische Internationale hat in seinen über 20 Jahren im Schweizer Handball schon einiges erlebt.

1995 kam der Profi von NLA-Klub Wacker Thun zum damals finanzstarken NLB-Spitzenklub Dietikon-Urdorf und blieb zwei Jahre. GC, Altdorf und Stäfa hiessen seine nächste Stationen als Spieler. Von 2001 bis 2003 trainierte Sedlacek den HCDU und hielt ihn in der zweithöchsten Spielklasse.

Gleichwohl liess der Verein um den damaligen Präsidenten Mario Tonini den Vertrag auslaufen und zog die Option auf eine dritte Saison nicht. Sedlacek: «Ich sagte ihnen damals bei meinem Abschied, dass sie einen Fehler machen.» Im Frühling 2006 tauchte der HCDU erstmals in die 1. Liga.

Und nun ist der ehemalige Coach also wieder da. Gekommen um zu bleiben. Erneut hat Sedlacek beim HCDU einen Zweijahresvertrag unterzeichnet, wieder mit einer Option auf ein drittes Jahr.

Wenig hat sich in den über zehn Jahren seit einem letzten Engagement bei den Limmattalern bei ihm auf privater Ebene getan. «Ich bin immer noch verheiratet und wohne immer noch in Spreitenbach», sagt Sedlacek lachend. Sein Sohn spielt Basketball. Und: Seit drei Jahren hat er das Schweizer Bürgerrecht.

In spätestens drei Jahren oben?

Nach dem letztjährigen bitteren Abstieg in die 2. Liga gab Heinz Burla, der neue Vereinspräsident, folgende Zielsetzung bekannt: «Der direkte Wiederaufstieg darf passieren, muss aber nicht.» Es sei wichtiger, eigene junge Spieler zu integrieren und kontinuierlich eine spielstarke Truppe zu formen. «Und für diese Aufgabe haben wir mit Jan Sedlacek einen sehr guten Mann gefunden.»

In drei, vier Jahren, so Burla, wolle man allerdings nach Möglichkeit wieder in der 1. Liga spielen. Sedlacek äussert sich zur Ausgangslage mit seiner neuen Mannschaft ähnlich: «Diese Saison haben wir keinen Rang als Ziel definiert. Wir müssen uns zuerst als Mannschaft finden. Und wenn wir gut spielen, dann kommen die Punkte automatisch.» Aber klar, die 1. Liga muss für einen Verein wie den HC Dietikon-Urdorf ein Ziel sein. «Bis in spätestens drei Jahren wollen wir wieder oben sein.»

Start am Samstag beim Aufsteiger

Der Kater nach dem erstmaligen Abstieg aus dem interregionalen Handball scheint beim HC Dietikon-Urdorf verflogen zu sein. Mit einer guten Leistung beim Auswärtsspiel gegen Aufsteiger Kloten am Samstag (16 Uhr, Ruebisbach) wollen die Limmattaler die Basis für eine ruhige Saison legen. «Auch wenn wir noch nicht in Vollbestand sind: jene, die auf dem Feld stehen, werden bereit sein», sagt Trainer Sedlacek.

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