Bezirk Dietikon
Und zum Schluss der Schweizerpsalm

161 Armeeangehörige aus dem Limmattal feiern ihre Dienstentlassung. Die Soldaten und Unteroffiziere wurden zu einem Apéro eingeladen, um auf die vergangenen 10 bis 12 Jahre Dienst anzustossen.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen

Limmattaler Zeitung

Fahnenmarsch, Schweizerpsalm und dann der entscheidende Satz von Kreiskommandant Daniel Bosshard: «Ich entlasse Sie aus dem Dienst». Für 161 Armeeangehörige aus dem Bezirk Dietikon und 254 aus dem Bezirk Horgen bedeuten diese Worte das Ende ihrer Militärkarriere. Und das muss gefeiert werden. Deshalb sind die Soldaten und Unteroffiziere zu einem Apéro im nahe gelegenen Zelt eingeladen, um auf die vergangenen 10 bis 12 Jahre Dienst anzustossen.

Wenige Stunden, bevor der Weisswein ausgeschenkt wird, erinnert das Szenario eher an einen Wiederholungskurs denn an eine Dienstentlassungsfeier. Am Bahnhof Dübendorf treffen allmählich die Soldaten ein. Mit Shuttlebussen werden sie zum nahe gelegenen Flughafen gefahren. Einzig die Kleidung verrät, dass hier kein WK stattfindet, sondern ein anderer Anlass Grund für das Kommen ist. Anstatt wie üblich im Tarn-, erscheinen die Soldaten im Ausgangsanzug.

Im Hangar angekommen, werden die Soldaten eingeteilt und das Material deponiert. Weil laufend weitere Uniformierte eintrudeln, bleibt genug Zeit sich umzusehen und alte Bekannte zu begrüssen. Mit einigen war man an der Aushebung, andere traf man in der Rekrutenschule oder in einem WK. Bei vielen hat die Leibesfülle zu- und der Platz in der Uniform abgenommen. Untrügliches Zeichen dafür, dass es Zeit wird, Jüngeren den Platz zu überlassen.

Als erstes müssen sich die Soldaten von ihrer Waffe trennen. Rund 95 Prozent sind es, die darauf verzichten, ihr Gewehr oder ihre Pistole wieder nach Hause zu nehmen. Danach wandert das restliche Material in die bereitgestellten Behälter.

Während die Soldaten damit beschäftigt sind, abzurüsten, treffen allmählich die Ehrengäste aus Politik und Armee ein. Allen voran der Zürcher Regierungspräsident Hans Hollenstein, der die Militärangehörigen im Namen des Kantons verabschiedet. «Mit der heutigen Entlassung werden Sie von einer Pflicht befreit», richtet er sich an die Soldaten. Er bitte aber jeden, diese gewonnene Zeit weiter für die Gemeinschaft einzusetzen. Denn das Milizwesen in unserem Land habe eine Bedeutung, die weit über die Armee hinausgehe.

Gemeinsam mit den Gästen wird nach diesen Abschiedsworten auf den geleisteten Dienst angestossen. Dort werden auch bei einigen Limmattaler Gemeindevertretern Erinnerungen an die eigene Militärzeit wach. «Ich erinnere mich gut an meine zehn Tage scharfen Arrest in der RS, weil ich nochmals in den Ausgang wollte», sagt der Oberengstringer Bauvorstand René Beck. Andere, wie der Dietiker Sicherheitsvorstand Heinz Illi, verbinden vor allem mit der Musik besondere Gefühle: «Ich bin schon zum vierten Mal an einer Entlassungsfeier. Mir läuft es immer wieder kalt den Rücken runter, wenn ich die Marschmusik höre.»