Ufenau

Umbau-Endspurt: Ab April ist die Gastwirtschaft «Haus zu den zwei Raben» wieder offen

Das 337 Jahre alte «Haus zu den zwei Raben» nimmt in drei Monaten den Gastwirtschaftsbetrieb wieder auf.

Das 337 Jahre alte «Haus zu den zwei Raben» nimmt in drei Monaten den Gastwirtschaftsbetrieb wieder auf.

Nach eineinhalb Jahren Sperre kehrt die Insel Ufenau zurück zum Alltag. Ab 23. April ist die Gastwirtschaft «Haus zu den zwei Raben» frisch renoviert wieder geöffnet. Dann geben auch die früheren Beizer auf der Ufenau ihr Comeback.

Die aufwendigsten Umbauten in der Geschichte des 1681 erbauten Gasthauses stehen vor dem Abschluss. Ab Montag, 23. April, heisst die Gastwirtschaft "Haus zu den zwei Raben" wieder Besucher willkommen, wie die Projektgruppe Ufnau mitteilt.

Über sieben Millionen Franken kostet die Renovation des Gebäudes samt Umschwung. Diese umfasst die Verlagerung der Infrastruktur mit Kühlraum und Arbeitsflächen aus dem Barockbau in einen Holzanbau aus dem Jahr 1939 sowie in eine Scheune. Die Toiletten sind neu im Materialschopf untergebracht.

Mehr Platz in der Gartenwirtschaft

Das nun entlastete «Haus zu den zwei Raben» kann damit wieder ein eigentliches Gasthaus sein. Es bietet einen Raum mit rund 80 Sitzplätzen. Mehr Platz gibt es in der Gartenwirtschaft, die unverändert bleibt. Die Aussenarbeiten am Haus und am Anbau sind bereits beendet. Derzeit erfolgt wie geplant der Ausbau der Innenräume. Technisch wartet die Restaurierung mit dem Ersatz von alten Leitungen für Elektro, Wasser, Abwasser sowie Internet auf.

Das Kloster Einsiedeln, Eigentümerin der Insel Ufenau, konnte als Gastgeber für die Inselwirtschaft auf der Ufenau Rösli und Beat Lötscher gewinnen. Damit kehren jene Wirte zurück, die «seit 2007 mit Herzlichkeit und viel Geschick für die Gastfreundschaft auf der Insel sorgten», heisst es in der Mitteilung. Während der Renovationsphase verpflegten sie auch die Bauleute. Die Option für einen neuen Vertrag sei nun eingelöst worden, sagt Markus Ruoss von der Projektgruppe Ufnau.

Es wird weiter gesammelt

Die Renovationskosten sind gesichert, auch wenn der Verein Freunde der Insel Ufnau und dessen Präsident Fredy Kümin weiter Geld sammeln. Markus Ruoss erklärt: «Wir wollen, dass das Kloster Einsiedeln möglichst wenig zahlen muss.» Zugesichert hat das Kloster im Falle eines Fehlbetrags einen Zuschuss von maximal 2,5 Millionen Franken.

Mit der Wiedereröffnung des Gasthauses findet ein Gesamtprojekt seinen Abschluss, das im Jahre 2002 seinen Anfang nahm. Als Erstes wurde der Uferbereich saniert, dann der Fussweg um die Westseite der Insel für Kinderwagen und Menschen mit Behinderungen nutzbar gemacht. In der dritten Phase folgte die Restaurierung der sakralen Bauten, der Kirche St. Peter und Paul und der Kapelle St. Martin.

Hilfe kam von vielen Seiten

Das Kloster Einsiedeln konnte bei all diesen Unternehmungen auf die Hilfe der Projektgruppe und des Vereins Freunde der Insel Ufnau zählen. An den Kosten beteiligten sich bisher auch der Kanton Schwyz (350'000 Franken), der Bezirk Höfe (500'000 Franken), die Gemeinde Freienbach (750'000 Franken), der Kanton St. Gallen und die Stadt Rapperswil-Jona (je 135'000 Franken) sowie die Gemeinden Wollerau und Feusisberg in unbekannter Höhe.

Am 23. April endet also eine 603-tägige Isolation der Insel Ufenau. Sie wurde notwendig, weil während der Bauarbeiten keinerlei Infrastruktur für Besucher vorhanden war. Auch der Betrieb der Grossbaustelle auf der Südhälfte der Insel sprach für eine Vollsperrung der Insel Ufenau. Daher blieben auch die Kirche und die Kapelle geschlossen.

Spaziergänge ab März möglich

Mit der Wiedereröffnung macht auch die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) wieder halt auf der Ufenau. Die Gemeinde Freienbach erschliesst die Insel ab Pfäffikon zweimal pro Tag mit einem Taxiboot.

Die ZSG fährt die Insel fahrplanmässig sogar schon ab Saisonstart am Karfreitag, 30. März, an. ZSG-Sprecherin Conny Hürlimann schränkt aber ein: «In Absprache mit den Verantwortlichen der Ufenau werden wir unsere Fahrgäste in den ersten Wochen darauf hinwiesen, dass das Restaurant noch nicht geöffnet ist.» Ein Spaziergang sei jedoch möglich, und voraussichtlich werde auch eine minimale Infrastruktur wie Toiletten zur Verfügung stehen.

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