Die erste Halbzeit in der Partie zwischen der SG Dietikon-Urdorf und Yellow Winterthur 2 war gerade zu Ende gegangen. Und wer die Tabelle dieser Gruppe 2 in der 2. Liga kannte, dürfte überrascht gewesen sein. Mit einem Tor lag Dietikon-Urdorf gegen den Leader zurück. Die Limmattaler, seit zehn Spielen ohne Sieg und mittlerweile als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz, hatten gegen den scheinbar übermächtigen Gegner aus dem Zürcher Oberland im ersten Durchgang erstaunlich gut mithalten können.

«Es macht Spass, den Jungs zuzusehen», sagte Heinz Burla, Präsident des HC Dietikon-Urdorf. «Sie riskieren etwas, auch wenn ihnen dabei der eine oder andere Fehler unterläuft.» Trotz des gefälligen Spiels seiner Mannschaft blieb Burla realistisch: «Leider können sie diese Spielweise oft nicht über 60 Minuten durchziehen.» Burla sollte recht behalten. In der zweiten Hälfte wuchs der Rückstand der Limmattaler schon bald, die Gäste zogen mit bis zu fünf Toren davon. Zehn Minuten vor Schluss waren die Winterthurer deutlich überlegen und erzielten alleine in dieser Phase acht Treffer. Die Limmattaler konnten nicht mehr antworten.

Mangel an Routine

Wie kann man sich einen solchen Einbruch erklären? «So etwas passiert bei einem Mangel an Konzentration und Routine», sagte Burla. «Daran sieht man auch, dass das Team noch nicht gefestigt ist.» Schliesslich dürfe man nicht vergessen, dass die Mannschaft nach dem Abstieg von letzter Saison neu zusammengestellt worden sei und sich erst noch finden müsse: «Es sind viele junge Spieler dabei, die sich erst noch an den Rhythmus in der 2. Liga gewöhnen müssen.»

Dennoch beurteilt Burla die Massnahme, die Mannschaft in erster Linie mit Junioren zu besetzen, nicht als falsch. «Wir hatten 14 Spieler verloren und mussten das Team zusammenstellen», sagte er. «Uns war auch bewusst, dass wir nicht um den sofortigen Wiederaufstieg spielen würden.».

Neues Trainerduo

Doch nicht nur das Team hat sich verändert. Auch auf dem Trainerposten hat es einen Wechsel gegeben: Im Januar gab der Verein bekannt, dass man sich in gegenseitigem Einvernehmen von Cheftrainer Jan Sedlacek getrennt habe. «Jan hatte mit dieser Mannschaft nicht den Erfolg, den er sich selber gewünscht hatte», so Burla. «Man muss auch sehen: Er könnte eine Mannschaft in der Nationalliga A trainieren und stellt dementsprechend hohe Anforderungen an sich selbst.» Daher sei es nicht sinnvoll gewesen, mit Sedlacek weiterzumachen.

Statt Sedlacek coachen nun Veton Polozani und Reto Caprani die Limmattaler – als Interimstrainer. Und Polozani war mit der Leistung in der ersten Partie im neuen Jahr nicht unzufrieden. «Ich habe ein paar schöne Aktionen gesehen», lobte er. «In der ersten Halbzeit spielten wir gut, aber nach der Pause wurde es ein Krampf. In den letzten zehn Minuten sind wir etwas fahrlässig mit dem Ball umgegangen.» Man müsse aber noch viel arbeiten: Eigentlich sei es möglich, fünf Tore aufzuholen. Doch: «Es fehlt einfach die Routine.» Dennoch spürt Polozani keinen Druck, zumindest nicht vom Vorstand: «Den Druck mache ich mir höchstens selber», sagte er, «aber etwas Anspannung braucht es auch.»

Noch sechs Partien

Immerhin bleiben den Limmattalern noch sechs Partien, das Ruder herumzureissen und sich auf einen Nichtabstiegsplatz zu hieven. Derzeit beträgt der Abstand auf den drittletzten TV Uznach nur einen Punkt. «Klar: Der Ligaerhalt ist das Ziel», sagte Burla. «Aber wenn wir es nicht schaffen sollten, wäre es kein Unglück, da wir noch eine Mannschaft in der 2. Liga haben. Und diese wird ihren Platz sicher halten können.»