Spitzenplatz

Trotz Senkung auf sechs Prozent: Dietikon hat weiterhin die höchste Sozialhilfequote

Die Sozialhilfequote der Stadt Dietikon ist auf sechs Prozent gesunken. Dennoch bleibt es die höchste im Kanton. (Symbolbild)

Die Sozialhilfequote der Stadt Dietikon ist auf sechs Prozent gesunken. Dennoch bleibt es die höchste im Kanton. (Symbolbild)

Die Sozialhilfequote in Dietikon ist auf sechs Prozent gesunken. Die Stadt macht unter anderem auch einen neuen psychologischen Ansatz für den Erfolg verantwortlich. Dennoch liegt die Gemeinde im Kanton immer noch an der Spitze.

Die Sozialhilfequote der Stadt Dietikon hat sich 2016 weiter reduziert. Sie sank von 6,4 auf 6,0 Prozent, das sind 34 Sozialfälle weniger. Das bedeutet nach 7,0 Prozent 2014 und 6,4 Prozent 2015 eine nochmalige Abnahme um 0,4 Prozent. In absoluten Zahlen konnten die Sozialhilfefälle im Jahr 2016 von 971 auf 937 reduziert werden (Kanton Zürich insgesamt: 29'700). Zum Vergleich: Das Kantonsmittel ist im Jahr 2016 mit 3,2 Prozent auf dem Stand der Jahre 2010 bis 2015 geblieben.

Den unrühmlichen Quoten-Spitzenplatz im Kanton ist Dietikon dennoch nicht los. Gemäss dem aktuellen Sozialbericht liegt die Limmatstadt immer noch vorn, vor Opfikon (5,1 Prozent), Schlieren (5,0 Prozent), Kloten (4,9 Prozent), Oberengstringen (4,8 Prozent) und Rüti (4,6 Prozent). Den Topplatz am anderen Ende besetzt Uster mit 1,6 Prozent.

Ausländer mit markant höherem Sozialhilferisiko

Mit einer kantonalen Sozialhilfequote von 5,6 Prozent sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren die Altersklasse mit dem höchsten Sozialhilferisiko. Dies hängt mit dem erhöhten Sozialhilferisiko von Haushalten mit Kindern zusammen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende. Ausländer weisen ein markant höheres Sozialhilferisiko auf als Schweizer. Nicht verwunderlich also, dass sich unter den Gemeinden mit den höchsten Sozialhilfequoten drei finden, die auch auf der Statistik des Ausländeranteils erste Plätze einnehmen: Schlieren mit 46, Opfikon mit 45 und Dietikon mit 44 Prozent.

Dennoch kann sich Dietikon freuen, wirkt sich doch die Quotensenkung auch auf den Stadtsäckel aus. Gab die Stadt für die Sozialhilfe 2015 noch 26,5 Millionen Franken aus, waren es im Jahr 2016 nur 25,0 Millionen.

Neues Abklärungsverfahren

Die Senkung der Quote sei verschiedenen Massnahmen zu verdanken, lässt die Stadt verlauten. Zum einen gewährleiste ein neues Abklärungsverfahren bei der Anmeldung, das sogenannte Intake, eine zeitnahe, niederschwellige und individuelle Beratung. Ziel ist es, die Anmeldungen systematisch anhand von Unterlagen und persönlichen Vorsprachen zu prüfen. Zum anderen trage die enge Zusammenarbeit mit internen und externen Stellen, etwa der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV), massgeblich dazu bei, dass Lösungen schon vor Eintritt in die Sozialhilfe gefunden werden können, so die Stadt.

Ausserdem ist es durch interne Umstrukturierungen gelungen, dass die Fallzahl pro Mitarbeiter auf maximal 75 gesenkt werden konnte. Dadurch erhielten die Sozialarbeitenden mehr Ressourcen für eine erfolgreiche Beratung. Die Stadt setzt aber auch weiter auf angekündigte Hausbesuche.

Mit Psychologie zum Job

Auch neue, ungewöhnliche Wege geht die Dietiker Sozialabteilung und versucht sich an den Methoden der sogenannten positiven Psychologie. Dabei fokussiert man sich nicht auf die Defizite, sondern auf die Stärken des Klienten und versucht, ihn so zu motivieren. Dafür galt es zunächst, die Grundstimmung der Mitarbeiter zu verbessern, deren Motivation und Zufriedenheit sich dann auf die Klienten übertragen soll.

Sozialvorstand Roger Bachmann: «Wir haben in den letzten Monaten Verschiedenes probiert, und es zeigen sich schon erste Erfolge.» Beispielsweise habe ein Klient, der zehn Jahre lang von der Sozialhilfe abhängig war, in den regulären Arbeitsmarkt vermittelt werden können.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1