Alle Spieler des letztjährigen Teams sind nicht mehr dabei. Stattdessen tritt jetzt der eigene Nachwuchs mit den Jahrgängen 1999, 2000 oder 2001 gegen gestandene Männer an. Nur drei Spieler mit Jahrgang 1996 sind dabei. Alle anderen sind unter 19.

Die ernüchternde Bilanz der radikalen Neuausrichtung: 11 Spiele, null Punkte und ein Torverhältnis von minus 47. Am Samstag musste der Klub zum Abschluss der Vorrunde ein Spiel gar Forfait geben. Verletzungen und der Militärdienst hatte die Mannschaft auf neun Spieler dezimiert. «Es ist sehr sehr schwierig», sagt dann auch Valerio Hèlder, Trainer von Birmensdorf.

Überzeugt, dass es der richtige Weg ist

Ist das Projekt also bereits gescheitert? «Nein, auf keinen Fall», sagt Vereinspräsident Roger Gemperle, der beruflich als Chief Marketing Officer die Kommunikation des Eishockeyklubs ZSC Lions verantwortet. «Wir wussten von Anfang an, dass es hart werden würde. Null Punkte und so ein Torverhältnis, das ist natürlich unglücklich. Dennoch sind wir nach wie vor überzeugt, dass es der richtige Weg ist.»

Der Hauptgrund für den Kahlschlag war der Wunsch, die Kosten zu reduzieren. Das ist gelungen. «Wir sparen etwa 15 000 Franken mit diesen Massnahmen», sagt Gemperle. Bei einem Vereinsbudget von 170 000 Franken ist das ein erheblicher Betrag. Die Juniorenspieler bekommen kein Geld für ihren Einsatz.

Trainer aus Herzblut

Bereits früher habe der FC Birmensdorf keine direkten Spesen gezahlt, sagt Gemperle. Die Ansprüche der Spieler waren aber dennoch höher und gingen ins Geld. Beispielsweise musste den Spielern nach jedem Training die Wäsche gemacht werden. Auch zahlten sie keine Mitgliederbeiträge.

Am heftigsten muss aber das Trainer-Duo zu Buche geschlagen sein. «Ein 3. Liga-Trainer verdient zwischen 18 000 und 23 000 Franken pro Jahr», gibt Gemperle Auskunft. Hèlder, der jetzige Trainer, trainiert seine Spieler schon seit einigen Jahren und ist zusammen mit ihnen von den A+-Junioren in die erste Mannschaft aufgestiegen. «Ich mache das aus Herzblut», sagt der 39-Jährige. Seine Entschädigung liegt massiv tiefer, als die seiner Vorgänger.

Supporter honorieren Kurs

Mit den vielen Eigengewächsen wollte der FC Birmensdorf auch die Verbindung zu den Zuschauern wiederherstellen, die in den Jahren zuvor gelitten habe. Neue Trainer brachten immer wieder neue Spieler mit, die dann aber mit dem Trainer sofort wieder gingen. Der neue Kurs zeigt diesbezüglich bereits erste Erfolge: «Wir konnten so mehr Sponsoren finden und es gibt auch Supporter, die sagen: ‹So sind wie auch mal wieder bereit, etwas zu zahlen und euch zu helfen›.»

Obwohl es Einzelpersonen gebe, die mit dem neuen Kurs nicht einverstanden seien, sei die Zustimmung «enorm breit». Die Sponsoring- und Supporter-Einnahmen haben sich gesteigert. «Dank den Supportern konnten wir den Spielern auch mal sagen: ‹Hier habt ihr tausend Franken, geht zusammen Pizza essen und Gokart fahren›.»

Resultate zeitweise knapp

Die Mannschaft sei trotz der Punktelosigkeit nach wie vor motiviert. Trainer Hèlder sagt: «Ich bin stolz auf meine Jungs. Sie geben auf dem Platz alles. Wir verlieren nicht so hoch, die Resultate sind zweitweise knapp.» Auch Präsident Gemperle sieht das so: «Das Auftreten der Mannschaft macht mir Freude. Die Jungs spielen fair.»

Dennoch bleibt die sportliche Bilanz düster. Gefragt, ob er denke, dass seine Mannschaft absteige, verneint Hèlder entschieden. Um sich in der 3. Liga zu halten, müssten sich die Birmensdorfer auf den drittletzten Platz vorkämpfen. Diesen besetzt momentan mit neun Punkten der FC Oberrieden.

Für die Vereinsführung wäre ein Abstieg aber keine Katastrophe, panische Zuzüge sind keine zu erwarten. Gemperle sagt: «Den Abstieg müssten wir in Kauf nehmen.»