Urdorf
Thomas und Angela Grob wollen mit ihrem Zopf eine Medaille holen

Das Urdorfer Ehepaar Angela und Thomas Grob nimmt zum zweiten Mal am Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte teil.

Sibylle Egloff
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 Mit ihrem Zopf wollen sich Angela und Thomas Grob wieder einen Platz auf dem Podest sichern. Vor zwei Jahren gewannen sie bereits eine Bronzemedaille für ihren Steinofenzopf.
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In Grobs Backstube
 «Man darf nicht viel überlegen», ist Thomas Grobs Tipp fürs Zopfherstellen.
 Auch mit dem Rotkraut von Angela Grobs Vater Titus Gallo wollen die Urdorfer in Courtemelon im Kanton Jura punkten.

Mit ihrem Zopf wollen sich Angela und Thomas Grob wieder einen Platz auf dem Podest sichern. Vor zwei Jahren gewannen sie bereits eine Bronzemedaille für ihren Steinofenzopf.

Alex Spichale

s duftet nach frischem Brot und nach Hefe. Auf dem Tisch liegen zahlreiche Teigballen. Angela Grob rollt die Masse, es entstehen längliche Stränge. In Windeseile verwandeln sie und ihr Mann Thomas diese in Zöpfe. «Man darf gar nicht so viel überlegen und ja nicht anhalten», sagt Thomas Grob, während er die Teigstränge immer wieder überkreuzt. Er habe in seinem Leben sicher schon über eine halbe Million Zöpfe hergestellt. «Ich bin so geübt, dass ich das auch blind machen könnte», sagt er. Innert kurzer Zeit ist die Arbeitsfläche mit Zöpfen belegt. «Thomas macht sie kompakter als ich. Die Enden sind bei ihm gleich dick», sagt Angela Grob.

Jede Woche produzieren sie 400 bis 600 Zöpfe

Jede Woche produzieren die beiden 400 bis 600 dieser Steinofenzöpfe in der Backstube ihres Hofs in Urdorf. Damit aber nicht genug: Das Ehepaar stellt aus lokalen und hofeigenen Erzeugnissen über 180 Produkte her, die es im Hofladen anbietet oder an Lebensmittelhändler verkauft. Neben dem Obst- und Gemüseanbau finden die Grobs auch noch Zeit für 1800 Legehennen. Und als wäre das nicht genug, betreiben die beiden auch einen Catering- und Partyservice. «Der Tag hat manchmal einfach zu wenig Stunden», sagt Thomas Grob und lacht.

Zu alledem nehmen die Grobs nun auch am Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte am 27. September in Cinémont bei Delémont teil (siehe Zweittext). Sie treten mit elf Produkten in diversen Kategorien an. Dazu gehören Rahmquarkspätzli, Peperoncini- und Knoblauchbutter, Hackbraten, Maisbrot, Brownies, Paniermehl, Bienenhonig, Rotkraut, Rhabarber-Chutney und der Steinofenzopf. «Für jedes Produkt müssen wir zwölf Degustationsportionen liefern, damit die Jury sie testen kann», sagt Thomas Grob. Derzeit backen und produzieren die Grobs also auch für den Wettbewerb, der jedes zweite Jahr stattfindet.

Vor zwei Jahren nahmen die Urdorfer neben rund 1100 anderen Produzenten zum ersten Mal teil und erhielten für ihren Zopf, das einzige Produkt, mit dem sie damals antraten, prompt die Bronzemedaille. Auf den setzen sie auch dieses Mal. «Mit dem Zopf wollen wir wieder eine Medaille holen», sagt Thomas Grob. Doch sie würden sich auch Chancen für den Hackbraten, das Rotkraut und die Spätzli ausrechnen.

«Wir sind schon etwas nervös»

«Natürlich wäre es schön, wenn wir für jedes Produkt oder zumindest in jeder Kategorie eine Medaille kriegen würden», sagt Thomas Grob. Als er die Produkte angemeldet habe, sei er sehr siegessicher gewesen. «Doch nun, wo der Wettbewerb näher rückt, sind wir schon etwas nervös. Die Konkurrenz ist gross.» Zudem würden die vorgegebenen Kategorien es ihnen nicht leicht machen. «Wir treten zum Beispiel mit unseren Rahmspätzli in der Kategorie Milchprodukte gegen Butter oder Quarktorten an. Das wird je nach Vorlieben der Jury schwierig», sagt Thomas Grob. Hervorheben würden sie sich durch den ausgewogenen Geschmack ihrer Produkte. «Wir legen Wert darauf, dass die einzelnen Zutaten nicht zu dominant sind.» Zudem verzichte man auf Zusätze wie Konservierungsmittel. «Wir arbeiten lieber mit Öl, Salz, Zucker und Essig.»

Für die Herstellung der Produkte benötigen die Grobs je einen halben bis einen Tag Arbeit. Unterstützt werden sie dabei tatkräftig von ihrer Familie. «Mein Vater bereitet derzeit das Rotkraut zu», verrät Angela Grob. Den Aufwand nimmt das Ehepaar gerne in Kauf.

Sich mit anderen Produzenten messen

«Es ist für uns wichtig mitzumachen, um uns mit anderen Produzenten zu messen und um zu sehen, wo wir stehen», sagt Thomas Grob. Der Wettbewerb sporne zudem auch an, das Beste aus dem Produkt herauszuholen, und biete eine gute Plattform, um weitere Abnehmer zu erreichen. «Wenn wir gut abschneiden, ist das eine gute Referenz für uns und auch eine Bestätigung für unsere Arbeit», sagt Angela Grob und holt die erste Ladung goldbrauner Zöpfe aus dem Steinofen heraus. Ihr Vater Titus Gallo hat in der Zwischenzeit fünf Kilo Rotkraut gekocht. Nun muss es abkühlen, bevor es vakuumiert und nach Delémont gebracht werden kann. Eine Portion zum Probieren stellt Gallo auf den Tisch. Thomas Grob kostet davon: «Ich finde es sehr lecker. Jetzt muss es nur noch den Geschmack der Jury treffen.»

Der Wettbewerb der Schweizer Regionalprodukte

Alle zwei Jahre messen sich Produzentinnen und Produzenten am Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte in Courtemelon im Kanton Jura. Dieses Jahr bereits zum achten Mal. Die Prämierung der Produzentinnen und Produzenten wird am 27. September im Cinémont in Delémont durchgeführt. Dort werden auch Angela und Thomas Grob aus Urdorf mit dabei sein. Sie sind die einzigen Teilnehmer aus dem Limmattal. Insgesamt haben die Teilnehmenden 1119 Produkte am Wettbewerb angemeldet. Dieser ermöglicht den Erzeugern, ihre Spezialitäten von einer Fachjury bewerten zu lassen. Sie setzt sich aus Konsumenten, Degustationsspezialisten und Produzenten zusammen. Die Beurteilung erfolgt in Form von Blinddegustationen. Die besten Produkte erhalten eine Gold-, Silber oder Bronzemedaille.

Am 28. und 29. September präsentieren Produzentinnen und Produzenten am Markt der Regionalprodukte an 175 Ständen ihre Ware und bieten sie zum Degustieren und zum Verkauf an. Zusätzlich finden Geschmacksworkshops statt. Dabei werden Bäuerinnen und Bauern sowie die besten Chefköche des Landes mit Gruppen durch den Markt schlendern und zusammen den Einkaufskorb füllen. Die gekauften Produkte werden dann gemeinsam verkostet und kommentiert.

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