Verpflegung

Teure Mensa-Preise an Kanti Limmattal: So erklärt die Zürcher Regierung Preisunterschiede zu anderen Gymis

Das Essen an der Kantonsschule Limmattal sei teurer als anderswo, kritisieren Politikerinnen.

Das Essen an der Kantonsschule Limmattal sei teurer als anderswo, kritisieren Politikerinnen.

An der Kantonsschule Limmattal seien die Mensa-Preise deutlich höher als in anderen Gymnasien, kritisieren SP-Kantonsrätinnen. Schüler von der Goldküste und vom Züriberg werden nicht stärker subventioniert als die Limmattaler, hält der Regierungsrat fest,

An den verschiedenen Gymnasien im Kanton Zürich haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich zu verpflegen. Was sie dafür zu berappen haben, unterscheidet sich aber von Kantonsschule zu Kantonsschule, hatten die SP-Kantonsrätinnen Rosmarie Joss (Dietikon), Michèle Dünki-Bättig (Glattfelden) und Carmen Marty Fässler (Adliswil) festgestellt.

Auf deren Anfrage hält der Regierungsrat nun fest, dass die Preisunterschiede an sich einfach zu erklären seien: «Der Betrieb einer Mensa an einem Schulstandort ist eine Dienstleistung, die durch den Kanton ermöglicht wird.» Die Mensen der Mittel- und Berufsfachschulen würden durch verschiedene Unternehmen geführt, die auch das finanzielle Risiko tragen. «Je nach Kostenstruktur des Unternehmens kann es deshalb zu Unterschieden in der Preisstruktur kommen.»

Die Preisunterschiede sind aber happig, wie die drei SP-Kantonsrätinnen berechnet haben. An der Kantonsschule Limmattal seien auf Anfang dieses Jahr die Preise, die im Vergleich bereits zuvor hoch gewesen seien, weiter angehoben worden; für Schüler stiegen die Preise nun um elf Prozent.

Neu bezahle damit eine Schülerin beziehungsweise ein Schüler der Kantonsschule Limmattal für ein einfaches Mittagessen 36 Prozent mehr, als beispielsweise in der Kanti Rämibühl dafür verlangt werde. «Es stellt sich die Frage, weshalb die Goldküste und der Züriberg – das Einzugsgebiet des Rämibühls – mehr kantonale Subventionen für Mensa-Preise erhalten?» Der Unterschied mache pro Kind etwa 460 Franken pro Schuljahr aus, kritisierten Joss, Dünki-Bättig und Marty Fässler.

Der Regierungsrat geht auf die Zahlenbeispiele nicht näher ein. Er verweist aber darauf, dass die verschiedenen Mensabetriebe nicht direkt durch den Kanton subventioniert würden. «Es wird ihnen lediglich die bauliche Infrastruktur vor Ort zur Verfügung gestellt».

Die Unterschiede in den Preisen seien durch die unterschiedlichen Unternehmen, welche Mensen betreiben, und deren Angebot begründet, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort weiter. «Die Anforderungen in den Bereichen der Nachhaltigkeit und der Ökologie sind bei einigen Mensen bislang nicht in die Verkaufspreise eingeflossen.» Die unterschiedlichen Preisgefüge der verschiedenen Mensen würde nicht mehr den heutigen Kostenstrukturen entsprechen, hält der Regierungsrat fest.

Die Angebote sollen angeglichen werden

«2019 wurde mit dem Unternehmen, das unter anderem an der Kantonsschule Limmattal tätig ist, eine Anpassung der Preise ausgehandelt und umgesetzt.» Mit einem anderen Unternehmen seien die entsprechenden Gespräche aufgenommen. «Die Gespräche zielen darauf ab, Standards in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökologie festzulegen, das Angebot zu erneuern und die Preise auf ein durch die Qualitätserweiterung begründetes Niveau anzupassen.»

Seitens des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes wird gemäss der regierungsrätlichen Antwort eine Harmonisierung des Angebots und somit auch der Preise in den Mensabetrieben der Sekundarstufe II angestrebt. «Grundlage dafür bildet eine Standardisierung der Nachhaltigkeits- und Qualitätskriterien.»

Die drei SP-Kantonsrätinnen erkundigten sich in ihrer Anfrage im Weiteren, wie es zur Preiserhöhung gekommen war: «Fand ein Submissionsverfahren statt und wurden die Bilanzen geprüft, die eine Erhöhung rechtfertigen?» Preisanpassungen seien vertraglich vorgesehen und könnten zwischen den Vertragsparteien ausgehandelt werden, entgegnet der Regierungsrat. «An einzelnen Standorten wurden die letzten Preisfestlegungen vor über zehn Jahren vorgenommen und seither nicht angepasst.»

Die nun vorgenommenen Preisanpassungen seien aufgrund der Kostenstruktur und der Anpassungen des Angebots gerechtfertigt. Eine Ausschreibung hat bei der Mensa der Kantonsschule Limmattal nicht stattgefunden: «Da der Kanton selber keine Leistung einkauft, besteht keine Ausschreibungspflicht.»

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