Dietikon
Tempo 30 im Zentrum: «Ohne Kontrollen geht es nicht»

Gemeinderat Stephan Wittwer findet, die Stadt überprüfe Tempo-30-Zonen im Dietiker Zentrum zu wenig oft. Diese sieht kein Handlungsbedarf.

Manuela Moser
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Gemeinderat Stephan Wittwer wollte mittels Interpellation von der Stadt wissen, ob sie regelmässige Kontrollen durchführe und ob die Tempo-30-Zone ihren Zweck erfülle.

Gemeinderat Stephan Wittwer wollte mittels Interpellation von der Stadt wissen, ob sie regelmässige Kontrollen durchführe und ob die Tempo-30-Zone ihren Zweck erfülle.

SEVERIN BIGLER

Die Tempo-30-Zone wird im Quartier rund um die Bühl-, Vorstadt- und Bergstrasse von Fahrzeugen als Schleichweg benutzt. So zumindest hat es Stephan Wittwer (SVP) beobachtet. Für den Dietiker SVP-Gemeinderat ist dies deshalb beunruhigend, weil die betroffenen Strassen direkt an Schulhäuser, Kindergärten und Musikschule grenzen. Deshalb wollte er mittels Interpellation von der Stadt wissen, ob sie regelmässige Kontrollen durchführe und ob die Tempo-30-Zone ihren Zweck erfülle.

Verbesserung der Sicherheit

In der nun vorliegenden Antwort schreibt die Stadt, das primäre Ziel der Massnahme sei die Sicherheit, die sich durch die reduzierte Geschwindigkeit automatisch verbessere. Dieses Ziel sei erreicht worden. Kontrollen über die vergangenen Jahre hätten ergeben, dass die meisten Geschwindigkeitsübertretungen morgens zwischen 6.30 und 8.30 Uhr erfolgten.

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Prozent der am morgen in den betroffenen Tempo-30-Zonen kontrollierten Fahrzeuge waren laut Stadtpolizei zu schnell unterwegs.

In diesem Zeitraum übertreten etwa 10 Prozent der Fahrzeuge die erlaubte Geschwindigkeit, allerdings sind sie nie mehr als 1 bis 5 Kilometer pro Stunde oder – eine Minderheit – 5 bis 10 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs. Bei den Kontrollen sei zudem festgestellt worden, dass der Verkehr abgenommen habe, schreibt der Stadtrat weiter.

Allerdings gibt er zu bedenken, dass die Schulhäuser und Kindergärten im Quartier einen Einfluss auf den Verkehr in den betroffenen 30er-Zonen haben. Generell steige die Anzahl Eltern, die ihre Kinder per Auto zur Schule bringen. In den vergangenen zehn Jahren hätte so der Individualverkehr um etwa 40 Prozent zugenommen.

Ohne Schonfrist kontrollieren

Mit der Antwort der Stadt ist Wittwer allerdings nicht zufrieden. «Im Einführen von Tempo-30-Zonen ist die Schweiz generell eine Weltmeisterin, aber bei den Nachkontrollen hapert es», findet er. Dass beispielsweise an der Bühlstrasse bis heute noch keine einzige Geschwindigkeitskontrolle erfolgt ist, versteht er nicht. Die Erklärung der Stadt, dass die Tempo-30-Zone schliesslich erst im Mai 2017 eingeführt worden sei, lässt Wittwer nicht gelten. «Eine neue Verkehrsregelung muss ohne Schonfrist sofort kontrolliert werden, sonst wirkt sie nicht», ist er überzeugt.

Auch hält er es für eine «leere Behauptung», dass der Verkehr in den besagten Strassen seit Einführung der Tempo-30-Zone abgenommen habe. «Die Stadt liefert keine konkrete Vorher-Nachher-Zahlen, um es auch zu beweisen.»

Seiner Meinung nach wäre einzig ein zeitlich begrenztes Fahrverbot – beispielsweise vor und nach den Schulstunden – rund um die Schulhäuser eine wirksame Methode, die Strassen für Kinder sicherer zu machen. «Eine solche Massnahme würde auch den Elterntaxis Einhalt gebieten.»

Trotz seines noch hängigen Rekurses im Blüemliquartier (die Limmattaler Zeitung berichtete) will Wittwer nicht als Tempo-30-Gegner gelten. «Ich bin nur gegen eine Schikane, die nicht funktioniert.»