Der französische Vorläufer des heutigen Spiels nennt sich Jeu de Paume, was übersetzt so viel wie ‹das Spiel mit der Handinnenfläche› heisst. Das Spiel der NLC-Mannschaft aus Dietikon trägt seit geraumer Zeit die Handschrift von Sergio Brawand. Der Captain und die Nummer eins der Limmattaler führte die Mannschaft aus der Anonymität der 2. Liga bis in die dritthöchste Schweizer Spielklasse, wo sie sich seit vier Jahren hartnäckig hält. Ins Zentrum rücken möchte sich der 22-Jährige trotz der erstaunlichen Entwicklung nicht. «Die Stabilität verdanken wir nicht mir, sondern unserem ausgesprochen guten Teamgeist.»

Der Auftakt in die 101. Interclub-Saison fiel für Brawand und seine Kollegen in Grenchen allerdings ins Wasser. Und das im doppelten Sinn. Die Schlechtwetterzelle, die sich übers Mittelland legte, öffnete auch im Kanton Solothurn vorübergehend ihre Schleusen. Die Partien wurde zunächst unterbrochen und erst nach einer längeren Pause fortgesetzt. So wurde der Ausflug in die Uhrenstadt für die Dietiker ein Marathon – mit enttäuschendem Ende.

Brawand und seine Mannschaft befanden sich mit den Grenchnern lange auf Augenhöhe. Nach den Einzel stand es 3:3. In den verbleibenden Doppel spielten die Platzherren dann aber ihre Klasse aus. Angeführt vom ehemaligen ATP-Spieler Daniel Lüdi setzten sie sich mit 5:4 durch. «Natürlich wäre ein Sieg erfreulicher gewesen. Wir waren aber am Gegner dran und haben uns gut verkauft», fasste Sergio Brawand das Geschehen zusammen.

Aufstiegsspiele im Visier

4200 Teams mit insgesamt 30000 Spielern aus mehr als 770 Clubs nehmen am diesjährigen Interclub-Championat teil. Damit sind die nationalen Tennis-Teammeisterschaften 2012 der grösste Breitensport-Anlass in der Schweiz. Der TC Dietikon schickt sieben Mannschaften ins Rennen. Das NLC-Team befindet sich in einer Vierergruppe zusammen mit Egnach, Grenchen und dem Genfer Country Club. Die ersten beiden Equipen qualifizieren sich für die Aufstiegsspiele, die beiden letzten spielen um den Ligaerhalt.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, sind Genf und Egnach leicht zu favorisieren. Davon wollen die Dietiker jedoch trotz des Fehlstarts nichts wissen. Sie streben den direkten Klassenerhalt an. Dass dies nach wie vor keine Selbstverständlichkeit ist, beweist ein Blick in die Reihen der Limmattaler. Beim TCD baut man ausnahmslos auf Akteure aus der näheren Umgebung. «Darauf basiert unser Erfolg», sagt der Urdietiker Sergio Brawand, der in Bergdietikon wohnt und damit ironischerweise der einzige Auswärtige ist. Ein Vereinswechsel schliesst der Bauingenieur-Student kategorisch aus. Das Credo der Nummer 278 in der Schweiz lautet: «Einmal Dietikon, immer Dietikon.»