Kopfschüttelnd steht Ivo Isenring, Betriebsleiter Gewässerunterhalt Betrieb Limmat (AWEL), vor dem Anhänger. Dort türmt sich ein 1500 Kilogramm grosser Abfallberg auf. Das ist das Ergebnis einer gross angelegten Putzaktion, die gestern bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde. «Es ist unglaublich verantwortungslos, wie gewisse Menschen die Limmat als Abfallkübel missbrauchen», sagt Isenring ernüchtert.

Über zwanzig Taucher und zehn Helfer am Ufer haben sich an dieser Parforceleistung beteiligt. Aufgeteilt in zwei Gruppen suchten die Taucher die Limmat zwischen dem Klubhaus des Pontonier-Sportvereins Dietikon und der Autobahnbrücke bei Oetwil ab. «Im Zürichsee gibt es eine ähnliche Aktion und so habe ich zusammen mit Ivo Isenring diese Idee für die Limmat realisiert», sagt René Signer, Inhaber von Tauchsport Signer in Schlieren. Begleitet wurden die Taucher im oberen Streckenabschnitt von einem Weidling des Pontonier-Sportvereins Dietikon, der sich erstmals an dieser Aktion beteiligte. Auch den anderen Tauchern stand ein Boot zur Verfügung, in welchem der ans Tageslicht geförderte Abfall zwischengelagert werden konnte.

Müllschlucker Limmat

Allein auf dem ersten Abschnitt sind bei der dreistündigen Aufräumaktion fünf Fahrräder, ein Mofa, zwei Scooter, Teile eines Einkaufswagens ein Mobiltelefon und Gewehrmunition zum Vorschein gekommen. Sogar ein aufgebrochener Kleintresor wurde geortet, für dessen Bergung Bootsführer Bruno Moser und Begleiter Roland Siegrist alle Kräfte mobilisieren mussten. «Man muss das Ziel immer gegen die Strömung avisieren und bei einem Wasserlauf von zwei Metern pro Sekunde ist die Stabilisierung des Bootes gar nicht so einfach», erklärt Moser. «Wir bräuchten viel mehr Zeit, denn es hat noch mindestens dreimal so viel Abfall in der Limmat, wie wir heute bergen konnten», sagt Taucher Franco Orlando. Lieber würde er ein paar Franken für die Entsorgung bezahlen, als durch eine solche Aktion die Umwelt zu gefährden», appellierte Orlando an die Adresse der Abfallsünder.

Säuberungskonzept ausbauen

«Es ist grossartig, wie private Leute helfen, die Limmat sauber zu halten», sagt Isenring vom AWEL. Der Kanton Zürich könne dafür keine Ressourcen bereitstellen. In Zusammenarbeit mit Tauchsport Signer könnte sich Isenring gut vorstellen, das Konzept noch etwas auszubauen. «Schwere Gegenstände könnten beispielsweise markiert und anschliessend mit einer Seilwinde vom Ufer aus herausgezogen werden», so Isenring weiter. Die momentanen Kosten für die Infrastruktur trägt der Kanton Zürich und Tauchsport Signer stellt zusätzliches Material für die Taucher kostenlos zur Verfügung.