Der Spielplatz auf der Schlieremer Schärerwiese soll in Schuss gebracht werden. Wie sich die Arbeiten im Detail ausgestalten, wird sich erst noch zeigen. An einer Informationsveranstaltung von Dienstagabend informierte Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) über die noch wenig konkreten Pläne der Stadt. Das ebenfalls präsentierte Spielplatzkonzept bot anwesenden SVP-Exponenten eine zu geringe Gesamtschau, weswegen sie ein Nein zum Kredit des noch nicht mal vorhandenen Schärerwiese-Geschäfts ankündigten.

Roger Gerber, Abteilungsleiter Werke, Versorgung und Anlagen, zeigte auf, was im Rahmen des Spielplatzkonzepts bislang geleistet wurde. Neben der Aufwertung der Anlage Schönenwerd für 420'000 Franken wurde auch eine leichte Sanierung des Spielplatzes Im Rohr vorgenommen. «Für die Schärerwiese als nächstes Projekt entschied man sich, weil das Quartier Schulstrasse über sehr wenige Spielplätze verfügt», so Gerber. Weiter hinten auf der Prioritätenliste sind auch Massnahmen an den Spielplätzen beim Alten Reitplatz, im Chamb und im Stadtpark vorgesehen.

Gehe man von einem laut Lehrbuch empfohlenen Bedarf von 2,4 Quadratmetern Spielplatzfläche pro Einwohner aus, würde man in Schlieren 43'000 Quadratmeter brauchen. «Mit den vorhandenen rund 40'000 Quadratmetern sind wir also gut bedient», so Gerber. Der Grossteil der Anlagen stamme jedoch aus den 1980er-Jahren und sei daher veraltet.

Abstriche gefordert

Um herauszufinden, was sich die Quartierbewohner von einem aufgewerteten Spielplatz erhoffen und ob sie überhaupt eine Sanierung wünschen, veranstaltet die Stadt ein Spielplatzfest, so Kunz. «Im Frühling sollen an diesem Anlass die Bedürfnisse abgeholt werden.» Voraussichtlich im Herbst will er mit der Ausarbeitung eines konkreten Projekts beginnen.

Obwohl dieses noch nicht ausgearbeitet ist, zeigt sich bereits Widerstand bezüglich der 900'000 Franken, die für das Spielplatzkonzept im Finanzplan eingesetzt wurden. «Sie wissen genau, dass ein Projektkredit im Parlament chancenlos bleibt, wenn Sie nicht aufzeigen können, wie diese 900'000 Franken eingesetzt werden sollen», sagte der anwesende SVP-Gemeindeparlamentarier Boris Steffen. Konkreter wurde der Präsident der SVP-Stadtpartei Beat Kilchenmann: «Wie bereits beim Schönenwerd-Projekt verlangen wir ein transparentes Spielplatz-Konzept mit allfälligen Abstrichen.» Man solle diese Salami-Taktik, bei der am Ende teure Spielplätze resultieren, verhindern.

Simple Rechnung

Er begreife, dass man sich gegen eine Salami-Taktik wehre, bei der teure Spielplatz-Sanierungen vors Parlament gebracht würden, so Kunz. Doch sei der Kostenrahmen von 900'000 Franken für die Spielplatzsanierungen bekannt. «Mir ist durchaus klar, dass ich bei der Behandlung des Kredits im Gemeinderat Antworten bezüglich des weiteren Vorgehens geben muss.» Aber einen Masterplan zu erstellen, sei in diesem Fall schwierig.

«Genau einen solchen braucht es. Es geht doch nicht, dass man nach drei Spielplätzen feststellt, dass bereits das ganze Geld aufgebraucht ist», antwortete Kilchenmann. Kunz erwiderte, dass es eine ziemlich simple Rechnung sei: «Die Sanierung eines Spielplatzes kostet zwischen 200'000 und 300'000 Franken. Man kann also ausrechnen, wie viele Plätze noch möglich sind.» Daher sei es zentral, dass man genau überlege, wo das Geld eingesetzt werde.

Falsche Hoffnungen bei Familien

Erneut ergriff Steffen das Wort, um Kunz’ Strategie als ungerecht zu betiteln. «So machen Sie zahlreichen Menschen falsche Hoffnungen, einen neuen Spielplatz in ihrer Gegend zu erhalten. Doch zeigt sich klar, dass mit dem verbleibenden Budget von 900'000 Franken eine überschaubare Anzahl Sanierungen möglich ist.»

Man erzeuge keine falschen Hoffnungen, erwiderte Kunz. «Wir wollen den Einwohnern ein Mitspracherecht geben. Es soll nicht von oben delegiert werden, welche Spielplätze auf welche Weise saniert werden. Diesen Prozess wollten wir möglichst offen gestalten», so Kunz.

Ein Schlieremer, der nördlich der Bahngleise wohnt, nannte die aktuelle Spielplatzsituation «desolat». «Die leichte Sanierung des Spielplatzes Im Rohr hat ihn bezüglich des Standards von den 1980er-Jahren in die 1990er-Jahre geholt. So wollen keine Familien mit Kindern nach Schlieren ziehen», sagte er. «Von den fehlenden Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche ganz zu schweigen.» Kunz verwies auf das geringe Budget und auf das Nein des Parlaments zum Skatepark.