Freizeitunfälle
Suva-Statistik 2017: Mehr Limmattaler Wander- und Spazierunfälle

Neuste Zahlen aus der Unfallstatistik der Suva zeigen, bei welchen Tätigkeiten die Einwohner des Limmattals oft verunfallen. Die Zahlen sind vor allem beim Fussball und im Verkehr merklich gestiegen.

Christian Tschümperlin
Drucken
Teilen
Der lange und warme Sommer führte zu mehr Wanderungen und damit zu mehr Unfällen. (Symbolbild)

Der lange und warme Sommer führte zu mehr Wanderungen und damit zu mehr Unfällen. (Symbolbild)

KEYSTONE/ARNO BALZARINI

Limmattalerinnen und Limmattaler sind 2017 weniger beim Skifahren und Snowboarden verunfallt als noch im Jahr zuvor. So wurden der Suva, dem grössten Schweizer Unfallversicherer, nur noch 91 statt 100 Skiunfälle von Personen mit Wohnsitz im Limmattal gemeldet. Bei den Snowboard-Unfällen waren es noch 16 statt 28. Dies zeigen neuste regionale Zahlen, die die Suva der Limmattaler Zeitung zur Verfügung gestellt hat.

2772

Freizeitunfälle von Personen mit Wohnsitz im Limmattal wurden 2017 der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gemeldet.

Total kam es im letzten Jahr zu 2772 Freizeitunfällen von Personen mit Wohnsitz im Bezirk Dietikon, in Bergdietikon oder Spreitenbach. Das sind 1,3 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Spitzenreiter bei der Anzahl Unfälle ist der Fussball. Mit 388 Unfällen gab es in dieser Sportart fast viermal mehr Unfälle als bei allen übrigen Ballspielen zusammen – und total 7,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Dies unterstreicht auch die Beliebtheit von König Fussball. Zum Vergleich: Eishockeyunfälle von Limmattalerinnen und Limmattalern wurden der Suva letztes Jahr bloss 18 gemeldet.

«Alleine der Fussballverband Region Zürich bewegt 27'000 Junioren», sagt Sandro Stroppa, Präsident des Fussballverbands Region Zürich (FVRZ). Allerdings darf man sich nicht nur auf die Verletzungen konzentrieren: Schliesslich hält der Fussball – genauso wie Sport allgemein – viele Menschen in Bewegung, macht sie damit gesünder und schützt sie so vor Erkrankung. Unfallprävention ist Stroppa besonders wichtig: «Der Fussballverband arbeitet sehr eng mit der Suva zusammen, um Unfälle vorzubeugen.» Als Beispiel nennt Stroppa die Suva-Fairness-Trophy: Damit werden Amateurvereine ausgezeichnet, die durch eine besonders faire Spielweise auffallen und so helfen, Unfälle zu vermeiden.

5,8 Prozent mehr Velounfälle

Auch das Autofahren taucht mit 148 Unfällen in den vorderen Rängen der Limmattaler Unfallstatistik der Suva auf. Dies entspricht einer Zunahme von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Töfffahren sorgte für 52 Unfälle.

Auch Velofahrer sind nicht vor Unfällen gefeit: Der Suva wurden 2017 aus dem Limmattal 146 Velounfälle gemeldet. Das entspricht einer Zunahme von 5,8 Prozent. Peter Blattmann, Ehrenpräsident des Zürcher Radfahrervereins, sagt, dass mit der generellen Zunahme des Verkehrs auch die Zahl der Unfälle steige. Den Anstieg bei den Velounfällen führt er mitunter auf den E-Bike-Boom zurück. «Mit Elektrovelos ist man schneller unterwegs als mit herkömmlichen Velos. Das erhöht das Risiko», sagt er. Zudem würden Autofahrer oft die Geschwindigkeit von E-Bikes unterschätzen.

Viele Wanderunfälle

Auch bei eher langsamer Fortbewegung kann es zu gefährlichen Situationen kommen. So wurden der Suva aus dem Limmattal total 211 Wander- und Spazierunfälle gemeldet. Das sind rund 54 Prozent mehr als noch im Jahr 2016. Das heisst aber nicht etwa, dass Wandern gefährlicher geworden ist. Vielmehr spielt auch das Wetter eine Rolle: 2017 wurden der drittwärmste Frühling und der drittwärmste Sommer seit Messbeginn verzeichnet. So gab es im Juni eine grosse Hitzewelle und auch der Oktober war sehr warm. «Dementsprechend waren die Menschen länger im Freien aktiv, was zu mehr Unfällen geführt hat», sagt Peter Andermatt, Statistiker der Suva.

Wie beim Fussballspielen lässt sich auch beim Wandern und Spazieren Prävention betreiben. Irma Reimann zum Beispiel ist seit zehn Jahren Wanderleiterin bei Pro Senectute Schlieren. Auf ihren Wanderungen hat sie noch nie einen Unfall erlebt. Sie sagt: «Eine gute Vorbereitung ist sehr wichtig. Wir rekognoszieren jeden Weg, den wir begehen.» Entscheidend sei, dass die Wanderwege auf die Möglichkeiten der Wanderer angepasst sind. Bei der Ausschreibung macht Pro Senectute zudem jeweils auf eine gute Wanderausrüstung aufmerksam.

Weiter kam es auch zu 112 Unfällen bei Haushaltsarbeiten sowie 219 Unfällen bei übrigen Tätigkeiten in Haus und Garten. Hinzu kommen mehrere hundert Unfälle, die sich auf unzählige verschiedene Tätigkeiten beziehen, die nicht explizit ausgewiesen sind. Nicht in der Statistik enthalten sind Personen aus dem Limmattal, deren Arbeitgeber die Versicherung nicht über die Suva abwickelt.