Fussball
Sündiges Schlieren: Hausgemachte Niederlage im Spitzenkampf in Regensdorf

Der Aufsteiger aus dem Limmattal zeigt im Spiel um die Tabelleführung in der 2. Liga eine starke Leistung, verpasst aber, daraus Profit zu schlagen. Regensdorf bestraft die Nachlässigkeit der zuvor zehn Mal siegreichen Schlieremer.

Michel Sutter
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Fussball: Regensdorf - Schlieren
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Schlierens Hess läuft einmal mehr auf Torhüter Kübler zu
Sorrentino fordert den Ex-Dietiker Bolli (rechts)
Kübler pariert gegen Hess
Kübler pariert einen Sorrentino-Freistoss

Fussball: Regensdorf - Schlieren

Michel Sutter

Wer die Tore nicht macht, bekommt sie. Diese alte Fussballerweisheit passte perfekt zur Partie zwischen Schlieren und Regensdorf. «Wir hätten mit drei Toren Unterschied gewinnen müssen», sagte Schlierens Trainer Antonio Caputo nach dem Schlusspfiff, «wir sind enttäuscht.»

Torhüter Kübler gegen alle

Verständlich. Denn was sich Schlieren in der ersten Halbzeit an Torchancen erspielte, hätte locker für mehrere Partien gereicht. Die Limmattaler begannen äusserst druckvoll. Nach nicht mal zehn gespielten Minuten tauchte der starke Roman Hess allein vor Ramon Kübler auf und schob den Ball am Regensdorfer Schlussmann vorbei – aber auch am Tor.

Wenig später kam Hess zur nächsten guten Torchance und wurde fortan zum Dauergast im Regensdorfer Strafraum. Doch auch andere Schlieremer kamen zu exzellenten Möglichkeiten, so zum Beispiel Emanuele Preite und Giuseppe Sorrentino.

Gegentor aus dem Nichts

Der Schliemerer Führungstreffer schien in dieser Phase nur eine Frage der Zeit. Dann die eiskalte Dusche für die Gäste: Joel Mattli kam aus dem Nichts im Schlieremer Strafraum an den Ball und stocherte diesen über die Linie – 1:0 für den Tabellenführer, der vom Ex-Dietiker Marco Bolli trainiert wird. Mit diesem überraschenden Zwischenstand ging es auch in die Pause.

Der Rückstand liess den FCS vorerst unbeeindruckt. Im zweiten Durchgang machte er dort weiter, wo er vor dem Pausenpfiff aufgehört hatte. Der Lohn folgte prompt: Hess, der beste Akteur auf dem Platz, konnte endlich eine seiner vielen Torchancen nutzen und den Ausgleich für Schlieren erzielen (47.).

Schlieren sündigt weiter und wird wieder bestraft

Die nächste gute Gelegenheit vergab Sorrentino: Sein Freistoss wurde vom starken Kübler abgewehrt. Schlieren kam in der Folge zwar zu weiteren Chancen, doch die Regensdorfer konnten die Partie ausgeglichener gestalten und kamen ihrerseits zu Möglichkeiten.

Eine davon nutzte eine Viertelstunde vor Schluss Remo Riedener zum 2:1. Schlieren warf in der Folge nochmals alles nach vorn, doch es vermochte nicht mehr zurückzuschlagen. «Ich kann meinem Team nichts vorwerfen», sagte Trainer Caputo, «wir haben gegen einen sehr guten Gegner verloren.» Auch mit der knappen Niederlage haderte er nicht: «Lieber so verlieren, als keine Torchancen gehabt zu haben.»

Trotz der ersten Niederlage nach saisonübergreifend zehn Pflichtspielsiegen in Folge steht Schlieren nach wie vor sehr gut da. Und mit dem – mit Ausnahme der Kaltblütigkeit im Abschluss – lange Zeit überragenden Auftritt in Regensdorf meldet der Aufsteiger weiterhin seine Ambitionen auf einen Spitzenplatz an.

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