Dietikon

Streichorchester in Kombination mit Waldhorn überzeugte voll besetzte Kirche

Das Streichorchester Dietikon zusammen mit Solist Emanuel Pestalozzi am Waldhorn begeisterte das Publikum.

Das Streichorchester Dietikon zusammen mit Solist Emanuel Pestalozzi am Waldhorn begeisterte das Publikum.

Das Streichorchester Dietikon führte bekannte und unbekannte Stücke aus Barock und Klassik auf. Der 20-jährige Solist Emmanuel Pestalozzi beeindruckte mit seinem Solo am Waldhorn.

Das Konzert des Streichorchesters Dietikon am Sonntagabend stand unter dem Motto «Barock-Waldhorn-Klassik». Und was für eine Kombination das war! Eröffnet wurde das Konzert in der Reformierten Kirche Dietikon mit einer Ouvertüre von Johann Friedrich Fasch. Musiziert wurde unter der Leitung von Günther Stückle. Mit aller Kraft präsentierten die 27 Musikerinnen die Farben ihrer Instrumente. Dann, mit zwei Sonaten von Luigi Cherubini für Waldhorn und Orchester, folgte der Auftritt von Solist Emanuel Pestalozzi. Für den 20-jährigen Dietiker eine Talentprobe, die er mit viel Gefühl und beweglicher Artikulation meisterte.

Es folgte die «Wassermusik» von Georg Philipp Telemann, der ein «Wahnsinnstyp» gewesen sei, wie Organisatorin Christa Jordi sagte. Auffallend an seinem Werk ist die Tonmalerei in der Einleitung, die durch lang anhaltende Töne der Oberstimme die ruhige See nachbildet. Das Publikum war in den Bann gezogen. Einige wiegten sachte mit im Takt, andere hörten mit geschlossenen Augen zu. Kein Hüsteln war in der kurzwährenden Stille zwischen den Sätzen zu vernehmen. Den Abschluss des Programms machte Mozarts Hornkonzert in D-Dur. Eines von Pestalozzis Lieblingsstücken. Seine Phrasen erklangen geschmeidig, weich, forciert – was immer sein Solopart gerade an Ausdruck verlangte. Und das Orchester liess sich von so viel Elan hörbar anstecken.

Zur Belohnung gab es Standing Ovations

Den Auftritt quittierte das Publikum mit Standing Ovations. Ursula Hablützel aus Unterengstringen kommt an jedes Konzert des Streichorchesters. Nicht nur, weil sie zwei Personen kennt, die mitspielen: «Es war wieder einmal wunderbar. Die Musiker hatten sichtlich Freude an ihrem Spiel.» Auch war sie beeindruckt von Pestalozzis Leistung. «Er hat toll gespielt. Und erst noch alles auswendig.» Auch Organisatorin Jordi, die an der Bratsche mitspielte, zeigte sich sehr zufrieden. Es seien mehr Leute gekommen als erwartet. «Die Kirche war voll besetzt.»

Das 2012 von Jordi gegründete Streichorchester hat in seiner Konzertreihe bereits einer Vielzahl junger Solisten eine Plattform geboten. Da Pestalozzi Mozarts Hornkonzert auswählte, musste Jordi dieses Mal noch vier Bläser, zwei Fagotte und zwei Oboen hinzuziehen. Die Auswahl der anderen Stücke orientierte sich an dieser Be­setzung. Ein einigermassen schwieriges Unterfangen, so Jordi. Und doch entdeckte sie so die eine oder andere Perle. Etwa die Ouvertüre von Fasch, der zu Lebzeiten ähnlich hoch gehandelt wurde wie Johann Sebastian Bach, heute aber als Geheimtipp gilt. «Ich hatte den Plausch dabei», sagte sie strahlend. Das Bild auf dem Programmheft hatte Jordi, wie sie dies für jedes der halbjährlichen Konzerte tut, selbst gemalt. Darauf erkennt man auch Pestalozzi.

Auch für Solist Emanuel Pestalozzi wars ein Genuss

Dieser fand sich nach dem Konzert in einer Traube Gratulanten wieder. «Es ist super gelaufen», sagte er glücklich. Zwar sei er vor heimischem Publikum etwas nervöser gewesen als beim Auftritt am Sonntag davor in Berikon. Aber: «Ich konnte meine Nervosität in positive Energie umwandeln und das Konzert geniessen.» Mit einem Streichorchester aufzutreten, sei «speziell». Der Klangausgleich funktioniere anders als bei den Blasorchestern, mit denen er für gewöhnlich spielt: «Unter den Streichern sticht das Waldhorn hervor.» Auch sei er sich mit der Blasmusik einen anderen Musikstil gewohnt. Aber, setzte er verschmitzt nach, «Klassik ist genauso cool zum Spielen».

Autor

Fabienne Eisenring

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