Der Schlieremer Stadtrat hat vor dem grossen Stadtfest keine Sicherheitsbedenken: «Das Organisationskomitee hat eine detaillierte Gefahrenanalyse vorgenommen und ein Sicherheitskonzept erstellt», antwortet er auf eine Kleine Anfrage von SVP-Gemeinderat Hans-Ulrich Etter. Dieses Sicherheitskonzept für den Grossanlass sei auch von der Stadt geprüft worden, hält der Stadtrat weiter fest. Dabei seien keine Lücken entdeckt worden.

Das Schlierefäscht, das vom 30. August bis 8. September Tausende Besucherinnen und Besucher anlocken wird, spielt sich insbesondere auf der ehemaligen Badenerstrasse ab. Diese wird für den Verkehr nicht mehr benötigt, da der Strassenverlauf im Schlieremer Zentrum im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn verlegt wurde.

Die Fläche, auf der sich zuvor auf vier breiten Fahrspuren die Autos gestaut hatten, kann nun als grosse Festmeile dienen. Allerdings ist sie nicht ganz eben; in der Mitte des grauen Asphalts ragen ein paar lang gestreckte Mittelinseln ein paar Zentimeter in die Höhe.

«Risiko nicht grösser als bei Trottoirrändern»

Diese Inseln, befürchtete Etter in seiner Anfrage, könnten sich als Stolperfallen erweisen. Gerade für den Fall, dass es am Schlierefäscht zu einer Massenpanik kommen sollte, könnten wegrennende Festbesucher stolpern und von den nachfolgenden Personen überrannt und verletzt werden. Dieses Risiko stuft der Stadtrat in seiner Antwort aber als nicht sonderlich hoch ein: «Das Risiko ist nicht grösser, als dies bei Trottoirrändern und anderen Vorsprüngen der Fall ist.»

Wer an einer Veranstaltung teilnehme, der trage auch eine gewisse Eigenverantwortung, schreibt der Stadtrat weiter. «Es darf nicht blind darauf vertraut werden, dass für alle denkbaren Eventualitäten vorgesorgt wurde.» Dass auf öffentlichem Grund auf Trottoirränder und Höhenunterschiede bei Mittelinseln achtzugeben sei, sei vorhersehbar.

Damit werde auf den gesunden Menschenverstand verwiesen, sagt Etter. «Aber bei einer Panik denkt niemand nach – er reagiert nur.» Er ist deshalb mit der stadträtlichen Antwort nicht restlos zufrieden.

Dass der Verein Event Schlieren, der den zehntägigen Grossanlass unter dem Motto «Schlieren lacht» durchführt, den Mittelstreifen an der alten Badenerstrasse gemäss den Angaben des Stadtrates mit Holz verkleiden will, begrüsst Etter grundsätzlich. Mit solchen Rampen könne die Stolpergefahr allenfalls gesenkt werden. «Aber besser wäre es schon, es befänden sich gar keine unnötigen Hindernisse im Weg.» Zumal die Mittelinseln ja ohnehin in naher Zukunft entfernt werden sollen.

Denn die Mittelinseln werden «sicher keine Funktion mehr haben», wie der Stadtrat bereits im April mitgeteilt hatte. Deren Rückbau sei deshalb langfristig zwingend. Die Stadt Schlieren, die dem Kanton das Areal der alten Badenerstrasse abkaufen will, beabsichtigt hier, das Zentrum aufzuwerten und zu stärken.

Schallschutzmauer ist bereits abgebrochen

Dass die Mittelinseln nicht bereits vor dem Schlierefäscht entfernt wurden, begründete der Stadtrat mit den Kosten. Bei einem vorzeitigen Rückbau würden – im Vergleich mit einem Rück- und Umbau des gesamten Areals mitsamt Strasse – unnötige Zusatzkosten von rund 10'000 Franken anfallen.

Bereits abgebrochen wurde hingegen die Schallschutzmauer, welche den Stadtpark von der einst stark befahrenen Badenerstrasse getrennt hatte. Mit diesen Arbeiten, für die der Stadtrat einen Kredit über 195'000 Franken genehmigt hatte, wurde eine «Grosszügigkeit und Offenheit» geschaffen. Davon profitieren gemäss Stadtrat auch die Besucherinnen und Besucher des bevorstehenden Grossanlasses; das Gelände des Schlierefäschts ist attraktiver und einfacher zugänglich.