Die Urdorfer Schulgemeinde bleibt eigenständig. 1415 Urdorfer stimmten gegen das lange aufgegleiste Projekt einer Urdorfer Einheitsgemeinde, bloss 1244 Personen stimmten dafür. Die Stimmbeteiligung lag bei 45,28 Prozent.

Ein bisschen enttäuschend sei das Abstimmungsergebnis schon, sagt der Vizepräsident des Gemeinderats, Thomas Hächler (FDP): «Aber es ist, wie es ist.» Hächler war Präsident der Arbeitsgruppe, die die neue Gemeindeordnung entwarf, auf deren Grundlage die Schulgemeinde und die politische Gemeinde hätten fusioniert werden sollen.

«Einheitsgemeinde ist jetzt definitiv vom Tisch»

Den Auftrag dazu erhielt die Arbeitsgruppe – sie bestand aus Vertretern von Schulgemeinde und politischer Gemeinde – vom Volk, als dieses am 8. März 2015 die Initiative zur Bildung einer Einheitsgemeinde mit 1150 Ja zu 1110 Nein annahm. Den Vorschlag einer Einheitsgemeinde hatten die Urdorfer Schulpflege und der Urdorfer Gemeinderat aber schon vor zwölf Jahren diskutiert. Damals lehnten die beiden Gremien das Vorhaben aber noch einhellig ab. «Nach dem Nein durch das Stimmvolk ist die Einheitsgemeinde jetzt definitiv vom Tisch», sagt Hächler.

Nachdem die beiden Güter nun aber über zwei Jahre lang an der neuen Gemeindeordnung für die Einheitsgemeinde gearbeitet haben, sei es wichtig, dass die dabei angesprochenen Themen weiter bearbeitet werden. «Beim nächsten Treffen zwischen Gemeinderat und Schulpflege müssen wir diskutieren, wie wir die guten Aspekte in die Zukunft mitnehmen können», so Hächler. Dabei denkt er insbesondere an die Entwicklung betreffend der Liegenschaften. Aber auch die Kommunikation sei ein Thema. «Wir hatten in den letzten zwei Jahren einen sehr guten Kontakt. Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in Zukunft gut miteinander kommunizieren.» Im Abstimmungskampf sei der Gemeinderat eher zurückhaltend gewesen, weshalb Hächler die Gründe des Neins nicht gross analysieren will.

Schulpräsident fordert Steuerfusserhöhung

Für Schulpräsident Stefan Zehnder ist derweil klar: «Das Resultat zeigt, dass auch das Volk findet, dass die jetzige Organisationsform die beste ist.» Zehnder ist sich sicher, dass Gemeinde und Schule nun weiterhin eigenständig, aber Schulter an Schulter in die Zukunft gehen. «Wir hatten schon immer einen guten Kontakt, auch wenn immer wieder behauptet wird, dass dem nicht so sei», so Zehnder. Neben dem Thema Liegenschaften müssten die beiden Gremien nun insbesondere bei den Finanzen über die Bücher. Konkret solle der Steuerfuss der Schulgemeinde erhöht und jener der politischen Gemeinde eventuell gesenkt werden. «Gespräche darüber müssen jetzt beginnen. Schliesslich wälzt der Kanton immer mehr Kosten auf die Schulgemeinden ab», so Zehnder.

«Gegner agierten polemischer»

Bei den politischen Parteien, die allesamt für die Einheitsgemeinde weibelten, sieht man die Gründe für das Nein auch in der unterschiedlichen Art, wie der Abstimmungskampf geführt wurde. Die Gegner hätten polemischer agiert, sagt Hans Balmer, Co-Präsident der SP Urdorf: «Die Anhänger der Schulgemeinde haben es geschafft, den Eindruck zu erwecken, dass die Schule unter dem Zusammenschluss leiden würde.»

SVP-Präsident Jürg Bosch sagt es so: «Es ist halt ein sehr kontroverses Thema, das haben wir schon bei der Diskussion innerhalb der Partei festgestellt. Das, was die Initianten und Befürworter angetrieben hat, wie zum Beispiel die einheitliche Planung und eine Stärkung der Bildung, haben die Gegner sehr kritisch aufgefasst oder gar nicht gelten lassen.»