Fahrweid

Stimmvolk bremst Durchgangsverkehr aus

Ja zur Verkehrsberuhigung in der Fahrweid: Die Stimmberechtigten bewilligten den Projektierungskredit für die Umgestaltung im Quartier und gaben viele Inputs.

Ja zur Verkehrsberuhigung in der Fahrweid: Die Stimmberechtigten bewilligten den Projektierungskredit für die Umgestaltung im Quartier und gaben viele Inputs.

Die Gemeindeversammlung genehmigte den Projektierungskredit für Einführung von Tempo 30 auf der Fahrweidstrasse in Weiningen.

Der Durchgangsverkehr ist bezeichnend für die Fahrweid. Auf der Fahrweidstrasse, die durch das Quartier führt, das sich auf Weininger und Geroldswiler Boden befindet, sind jeden Tag 8200 Autos unterwegs. Auf der Niederholzstrasse verkehren täglich sogar 12'100 Fahrzeuge. Knapp sieben Prozent davon sind Lastwagen und Busse. Beachtliche Zahlen, die vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner belasten.

An der Gemeindeversammlung im Quartierzentrum Föhrewäldli in der Fahrweid setzten die Weininger Stimmberechtigten am Donnerstagabend nun ein Zeichen und bewilligten mit einer grossen Mehrheit den Projektierungskredit für die Strassenraumgestaltung auf der Fahrweid-, der Niederholz-, der Quer- und der Hardwaldstrasse in der Höhe von 169'000 Franken. Damit soll das Quartier mit Massnahmen wie Tempo 30 und teilweisem Einbahnverkehr für den Durchgangsverkehr unattraktiv gemacht und gleichzeitig für die Anwohnerinnen und Anwohner aufgewertet werden. Realisiert wird das Projekt auf den Weininger Strassenabschnitten, sobald der Kanton die neue Niederholzstrasse gebaut hat. Die dann alte Niederholzstrasse wird damit vom Hauptverkehr entlastet und zu einer Gemeindestrasse abklassiert. Bisher rechnete man mit der Fertigstellung Mitte 2021. An der Gemeindeversammlung gab Werkvorstand Thomas Mattle (SVP) aber bekannt, dass sich die Umsetzung der neuen Niederholzstrasse nach hinten verschieben wird.

Kreuzen immer noch möglich

Das Thema Verkehr in der Fahrweid mobilisierte das Stimmvolk. «Schön, dass Sie so zahlreich erschienen sind, dass wir sogar noch mehr Stühle hinstellen mussten», sagte Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos). Insgesamt 114 Stimmberechtigte fanden sich im Quartierzentrum ein. Bevor die Anwesenden über das Geschäft befanden, stellte Lukas Fischer, Geschäftsleiter der Firma Metron Verkehrsplanung, das Projekt genauer vor. Er und sein Team erarbeiteten die für die Umgestaltung notwendigen Planungsstudien. Fischer zeigte, wie die Strassen im Quartier künftig aussehen könnten. «Geplant ist die Verschmälerung des Fahrbahnquerschnitts von 7,5 auf 6,2 oder auf 5,5 Meter. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h ist das Kreuzen mit einem Zügelwagen oder der Müllabfuhr immer noch gut möglich», sagte Fischer. Daraus ergäben sich Freiflächen, die in öffentliche Parkplätze oder einseitige Baumreihen verwandelt werden könnten.

Fischer erwähnte überdies, dass auf der Niederholzstrasse von Weiningen Richtung Dietikon ein Einbahnregime eingeführt werden könnte. Was das Befahren der Fahrweid- und Niederholzstrasse ebenso unattraktiv machen soll, sind Fahrbahnhaltestellen für Busse. «Wir befinden uns erst in der Planungsphase. Das heisst, dass die Gemeinde Ihre Inputs für die Umgestaltung aufnehmen kann», sagte Fischer den versammelten Stimmberechtigten.

Die liessen sich bei der anschliessenden Diskussion nicht zwei Mal bitten, ihre Anliegen kundzutun. «Braucht es wirklich Baumreihen? In der Nähe haben wir Wald. Pflanzen sind teuer und im Herbst muss das Laub beseitigt werden», sagte ein Votant. Die Parkplätze überzeugten ebenso nicht. «Mehr Parkplätze ziehen mehr Leute an. Das sorgt für mehr Verkehr und Lärm und genau das will man ja eindämmen», meinte ein Stimmbürger. Hans-Ulrich Furrer, Präsident des Quartiervereins Fahrweid, forderte, dass die Trottoirs entlang der Fahrweidstrasse wieder durchgehend hergestellt werden. Zudem gab er zu bedenken: «Verkehrsberuhigung ist schön und gut, aber auch wir Anwohner müssen noch raus und rein kommen.» Gemeindepräsident Okle gab zur Antwort, dass man sich bezüglich der Wiederherstellung des Trottoirs mit der Gemeinde Geroldswil austauschen müsse, da ein Teil der Strasse auf Geroldswiler Boden liege.

Guter Deal

Auch wenn das Stimmvolk dem Projektierungskredit nun grünes Licht gab, wird es eine Weile dauern, bis das Tempo in der Fahrweid tatsächlich gedrosselt wird. Zuerst muss ein Strassenprojekt erstellt werden, das Auskunft über die effektiven Gesamtkosten geben kann. Für die definitive Realisierung wird das Stimmvolk noch über den Baukredit befinden müssen.

Wann die mit rund 5 Millionen Franken veranschlagte Umgestaltung, bei der die Hälfte der Kosten gebunden sind, in Angriff genommen werden kann, steht noch offen. Sicher ist aber, dass die Gemeinde einen guten Deal mit dem Kanton aushandeln konnte. «Er hat den Bau-Perimeter erweitert und übernimmt nun die Kosten für die Ausformung der Knoten Überlandstrasse/alte Niederholzstrasse sowie neue Niederholzstrasse/Querstrasse», sagte Mattle. Aufgrund dessen werde sich die Abgeltung von 600'000 Franken, die der Kanton für die Strassensanierungen in Aussicht gestellt habe, etwas reduzieren.

Autor

Sibylle Egloff

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