Wahlen 2011/ZH
Ständeratswahlen: In Zürich gibt es einen zweiten Wahlgang

Das hat es im Kanton Zürich bei den Ständeratswahlen noch nie gegeben: Beide Bisherige, Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP), verpassten am Sonntag die Wiederwahl.

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Christoph Blocher (SVP)
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Diese drei Kandidaten haben Chancen auf einen Sitz im Zürcher Ständerat
Felix Gutzwiller (FDP)

Christoph Blocher (SVP)

Auch sonst erreichte niemand das absolute Mehr. Der zweite Wahlgang ist am 27. November. Die bisherige grünliberale Ständerätin Verena Diener machte am Sonntag das beste Resultat der neun Kandidierenden. Sie holte 157'945 Stimmen und verpasste damit das absolute Mehr von 173'162 um 15'217 Stimmen.

Gemäss dem provisorischen Schlussresultat nach Auszählung sämtlicher 185 Zürcher Gemeinden und Wahlkreise ist hinter Diener der bisherige Ständerat Felix Gutzwiller mit 153'548 Stimmen platziert.

Bereits deutlich zurück auf dem dritten Platz liegt Herausforderer Christoph Blocher (SVP) mit 131'041 Stimmen. Keine Chance hatten die linksgrünen Kandidaten: Thomas Hardegger (SP) belegt mit 72'727 Stimmen den vierten Platz, gefolgt von Balthasar Glättli (Grüne) mit 68'036 Stimmen.

Auf den weiteren Plätzen liegen Urs Hany (CVP) mit 20'169, Maja Ingold (EVP) mit 16'945, Hans-Jacob Heitz (parteifrei.ch) mit 9568 und Jakub Walczak (PSS) mit 442 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,65 Prozent.

FDP zuversichtlich für 2. Wahlgang

Der zweite Wahlgang findet am 27. November statt. Dass dabei beide Bisherigen noch einmal antreten müssen, ist im Kanton Zürich eine Premiere. «Ständerat, so ist das im Kanton Zürich seit Menschengedenken Brauch, bleibt man, solange man will», hiess es beim Statistischen Amt des Kantons Zürich im Vorfeld zu den Wahlen.

Dass zwei Bisherige im ersten Wahlgang nicht gewählt werden, sei sehr speziell, sagte Peter Moser vom Statistischen Amt des Kantons Zürich auf Anfrage. Erfreut über ihr Resultat ist die bisherige grünliberale Ständerätin Verena Diener. Ihre Wiederwahl sei damit aber noch keineswegs geschenkt, sagte sie auf Anfrage. Zuversichtlich zeigte sich der bisherige FDP-Ständerat Gutzwiller, dass es im zweiten Wahlgang klappen werde.

Ebenfalls wieder kandidieren will Christoph Blocher (SVP): «Selbstverständlich trete ich wieder an.» Für die SVP sei es ein Erfolg, dass die Bisherigen nicht im ersten Wahlgang wiedergewählt worden seien und es zum zweiten Wahlgang komme, sagte Blocher weiter.

Auf ein besseres Resultat hatte die SP gehofft, zufrieden über das Abschneiden sind die Grünen. Beide Parteien wollen beim zweiten Wahlgang nicht mehr mit eigenen Kandidaten antreten. Wen sie unterstützen werden, ist noch offen.