Schlieren
Stadtrat will keine LED-Strassenbeleuchtung

Eine flächendeckende Umrüstung der Strassenlampen auf LED ist derzeit nicht sinnvoll. Dies hat die Prüfung des Schlieremer Stadtrats ergeben. Die momentanen Leuchten haben erst einen Bruchteil ihrer Lebensdauer erreicht.

Dominic Kobelt
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Die Situation in Schlieren ist mit Igis (Bild) nicht vergleichbar

Die Situation in Schlieren ist mit Igis (Bild) nicht vergleichbar

Keystone

Gemeinderat Rolf Wegmüller (CVP) hatte die Exekutive beauftragt, die Umrüstung der Strassenlampen auf LED-Beleuchtung zu prüfen. Wegmüllers Argumente: Herkömmliche Beleuchtungen hätten eine kürzere Lebenszeit und einen höheren Energieverbrauch.

Gleichzeitig sei das LED-Licht konzentrierter, dadurch könne die Lichtverschmutzung erheblich reduziert werden: «Man könnte sogar in Schlieren endlich wieder den Sternenhimmel sehen», schreibt Wegmüller in seinem Postulat. Mit gutem Beispiel sei die Bündner Gemeinde Igis vorangegangen: Als erste Schweizer Gemeinde hat Igis seine Strassenbeleuchtung umgestellt. Man rechne mit einem 60 Prozent niedrigerem Stromverbrauch – damit wären die Investitionskosten in 8 Jahren amortisiert, so der Postulant.

Andere Ausgangslage

Der Stadtrat hat das Anliegen geprüft und kommt zum Schluss: Eine flächendeckende Umrüstung ist in Schlieren zurzeit nicht sinnvoll. Die Ausgangslage in Igis sei eine andere gewesen – dort wurden Quecksilberdampflampen ersetzt. Die publizierten Energieersparnisse seien nur durch den Ersatz der «völlig veralteten ursprünglichen Beleuchtung» zustande gekommen. «In Schlieren wurden zwischen 2001 und 2002 praktisch alle Quecksilberdampflampen durch Natriumdampflampen ersetzt, womit der Energieverbrauch um 46 Prozent gesenkt werden konnte», schreibt der Stadtrat. Die Energieersparnis wäre also wesentlich geringer.

Zudem hätten die momentanen Leuchten erst einen Bruchteil ihrer Lebensdauer erreicht – da auch die Herstellung und Verschrottung Energie verbraucht, wäre es weder ökologisch noch ökonomisch, diese zu ersetzen, schreibt der Stadtrat.

Noch keine Erfahrungswerte

Auch das Argument der längeren Lebensdauer von LED-Lampen überzeugt den Stadtrat nicht: Die angegebene Lebensdauer beruhe auf Labormessungen und Hochrechnungen. «Keine der modernen LED-Leuchten hat bisher in der Praxis eine solche Lebensdauer erreicht.»

Auch der Lichtverschmutzung könne kaum entgegengewirkt werden, da ein grosser Teil durch die Reflexion des Lichtes von der Oberfläche verursacht werde: «Unerwünschte Lichtemissionen lassen sich nur vermeiden, wenn auf eine Beleuchtung verzichtet wird.»

Der Stadtrat ist der neuen Technologie aber nicht grundsätzlich abgeneigt. Am Verbindungsweg Freie-strasse-Brunngasse wird bereits LED-Technik eingesetzt, im Färbi-Areal und Geistlich-Areal ist sie ebenfalls vorgesehen. Der Stadtrat will weiterhin den Einsatz von LED-Technik prüfen: «In den kommenden Jahren wird sich die neue Technik nach heutiger Erwartung Schritt für Schritt durchsetzen. (kob)