Schlieren
Stadt unterstützt Künstler bei Gasi-Areal-Sanierung – Betrag reicht aber noch nicht

Die Bildhauer auf dem Gasi-Areal sammeln Geld, um ihre Gebäude instand zu halten. Nun bekommen sie von Schlieren einen Zuschuss. Nun sollen andere potenzielle Geldgeber ebenfalls anbeissen.

Florian Niedermann
Drucken
Teilen
So sehen die Ateliers auf dem Gaswerk-Areal heute aus
4 Bilder
Damit die Ateliers im Winter auf eine erträgliche Temperatur geheizt werden können, müssen die Bildhauer des AZB die Fenster derzeit noch mit Plastikfolien isolieren
Nachbarn der AZB hoben einen Graben aus, in den die Anschlussleitungen für den Sanitärpavillon verlegt werden konnten
Vor den Ateliers von Mickry 3 sind bereits die Visiere für den Sanitärpavillon zu sehen

So sehen die Ateliers auf dem Gaswerk-Areal heute aus

Florian Niedermann

Die Stadt will dazu beitragen, dass die Künstler auf dem Gasi-Areal ihre Ateliers baulich erhalten können. Der Stadtrat liess verlauten, dass er den Verein Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer AZB mit 30'000 Franken für die Sanierung ihrer Arbeitsstätten unterstützt. Der Verein ist für die Erhaltung der genutzten Flächen und Gebäude selbst verantwortlich. So ist dies im Dienstbarkeitsvertrag mit der Erdgas Zürich AG und dem Gebrauchsleihvertrag mit der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich festgeschrieben.

Nun müssen Schäden an der Bausubstanz repariert und die Fenster in den Ateliers aus energetischen Gründen isoliert werden. Dazu will die AZB zusätzliche sanitäre Anlagen und einen neuen Kompressor, der von den Künstlern gemeinsam genutzt wird, installieren.

Insgesamt rechnet der Verein mit Kosten von 463'500 Franken. Rund 138'000 Franken können durch Eigenkapital gedeckt werden. Um die Sanierung realisieren zu können, musste die AZB den Lotteriefonds, die Städte Zürich und Schlieren sowie Sponsoren und Stiftungen um Beiträge anfragen. Knapp ein Viertel der Kosten will man über eine Vorfinanzierung der Liegenschaftsverwaltung decken.

Skulpturen sind der Stadt wichtig

«Die Zusammenarbeit mit den Bildhauern auf dem Gaswerk-Areal hat immer sehr gut funktioniert», begründet Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) den Entscheid. «Die Skulpturen der AZB, verteilt in der Stadt, haben eine wichtige Bedeutung für die Gestaltung des öffentlichen Raumes und tragen viel zur Ausstrahlung der Stadt bei.» Ausserdem sorge der Verein dafür, dass neben den Aspekten Arbeit und Sport auch die Kultur auf dem Gasi-Areal vertreten sei.

«Dass Schlieren uns den Beitrag zugesichert hat, ist für das gesamte Projekt sehr wichtig», sagt Vereinsvorstand Severin Müller. Bisher habe man von den anderen potenziellen Geldgebern noch keine Antwort erhalten, da die entsprechenden Gesuche erst ab März 2013 behandelt werden. «Wir hoffen aber, dass der Schlieremer Entscheid Signalwirkung haben wird.»

Im Notfall wird Projekt verkleinert

Falls das Kapital für das Bauprojekt nicht zusammenkommt, erwägt die AZB, vorerst nur Teile der Sanierungsarbeiten anzugehen. «Oberste Priorität haben der Sanitärpavillon und die Kompressor-Erneuerung», so Müller. Der Verein hat für Bauvorhaben einen Investitionsfonds, der aus monatlichen Beiträgen der Mitglieder – anstelle von Mietzinsen – gespeist wird. Auf diese Weise generiert der Verein pro Jahr rund 50'000 Franken. Davon wird rund ein Drittel für öffentliche Veranstaltungen verwendet, der Rest fliesst in Bauprojekte, wie Müller erklärt.

Ein Betrag von 50'000 Franken steht im Finanzierungsplan für die Sanierung unter dem Punkt «Sponsoren». Dabei handle es sich aber nicht um monetäre Beiträge, die man sich von privaten Unternehmungen erhoffe, erklärt der Vereinsvorstand. «Vielmehr haben uns in der Vergangenheit Firmen Rabatte gewährt oder Dienstleistungen im Tausch gegen Arbeiten unserer Mitglieder erbracht.»

Beim aktuellen Sanierungsprojekt habe man auf diese Weise bereits Geld einsparen können, so Müller: Eine benachbarte Firma auf dem Gasi-Areal musste auf dem Gelände einen Graben ausheben. Darin konnten die Anschlussleitungen für den geplanten Sanitärpavillon verlegt werden. Die Kosten dafür wurden geteilt. «Hätten wir den Aushub selbst finanzieren müssen, so hätte das viel mehr Geld gekostet», sagt Müller.

Aktuelle Nachrichten