Die Zahl der Menschen mit Demenz nimmt zu. Immer mehr leben zu Hause und brauchen entsprechende Angebote. Stadt und Kanton Zürich haben mit der Gerontologischen Beratungsstelle «SiL» und «AIDA-Care» funktionierende ambulante Angebote geschaffen.

Nun steht die Gründung von «Mäander» bevor, wie Stadt und Kanton am Freitag mitteilten. Diese breit abgestützte Plattformorganisation werde die Koordinierung, Initiierung und Kommunikation unterschiedlichster Aktivitäten fördern.

Das Ziel sei ein selbstverständliches, gutes Zusammenleben von Menschen mit und Menschen ohne Demenz. Auch hier sei ein gemeinsames Verständnis und Vorgehen aller Akteure entscheidend, heisst es weiter.

Gesellschaftliche Herausforderung

Im Kanton Zürich geht man davon aus, dass sich die Zahl der Menschen mit Demenz bis ins Jahr 2040 auf 50'000 verdoppeln wird. Viele Betroffene leben nicht in einer stationären Einrichtung, sondern wohnen in ihren eigenen vier Wänden, oft ohne eine Bezugsperson.

In diese Lücke springt «SiL». «SiL» steht für sozialmedizinische individuelle Lösungen. Mit dieser Gerontologischen Beratungsstelle hat die Stadt Zürich bereits vor zehn Jahren ein niederschwelliges, ambulantes Angebot geschaffen. Es war das erste dieser Art und hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt.

Im vergangenen Jahr machten die Mitarbeitenden 1600 Hausbesuche. Und in den letzten Jahren konnten sie jeweils 400 Neuanmeldungen pro Jahr verzeichnen.

Der Kanton Zürich hat im Rahmen der Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie 2014-2019 das städtische Modell aufgenommen und mit dem Projekt «AIDA-Care» (aufsuchende interdisziplinäre Demenz-Abklärung) weiterentwickelt. Eine wissenschaftliche Evaluation ergab, dass «AIDA-Care» einen Bedarf abdeckt und praxisgerecht aufgebaut ist. Die AIDA-Care-Methode steht mittlerweile allen Gemeinden zur Anwendung zur Verfügung.