Schlieren

Stadt ist machtlos im Kampf gegen Neophyten – sie prüft aber auf Anfrage einen «Eintauschmarkt»

Als Vorbild für Schlieren könnte der Eintauschmarkt in Urdorf dienen. (Bild: 5. Juni 2019)

Als Vorbild für Schlieren könnte der Eintauschmarkt in Urdorf dienen. (Bild: 5. Juni 2019)

Gemeinderätin Gaby Niederer wollte wissen, was in Schlieren alles gegen invasive gebietsfremde Pflanzen unternommen wird.

Um nach invasiven Neophyten Ausschau zu halten, führt Schlieren laut Stadtrat regelmässig Kontrollen durch. Die Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen verfüge dafür über ausgebildete Fachkräfte. Entdecken sie invasive Neophyten, bekämpfen und entsorgen sie diese professionell. Zudem erfolge jeweils eine Meldung der Fundstelle an den Kanton.

Dies ist der stadträtlichen Antwort auf eine Kleine Anfrage von Gaby Niederer (Quartierverein) zu entnehmen. Die Gemeinderätin wollte wissen, wie die Stadt mit invasiven Neophyten umgeht und wie die Bevölkerung über das Thema aufgeklärt wird.

Invasive Neophyten sind Pflanzen, die nicht einheimisch sind, sondern durch Menschen absichtlich oder unabsichtlich eingeschleppt wurden und sich schnell verbreiten können. Das Ausbreiten einer invasiven gebietsfremden Pflanzenart kann wirtschaftliche, gesundheitliche oder bauliche Schäden zur Folge haben. Ein Beispiel einer invasiven Pflanze, die gesundheitliche Schäden verursacht, ist der Riesenbärenklau. Bei Berührung unter gleichzeitiger oder nachfolgender Sonneneinstrahlung verursacht diese Staude schmerzhafte Blasen auf der Haut. Ausserdem können Neophyten einheimische Arten verdrängen. Zum Schutz der einheimischen Flora wird versucht, die Ausbreitung invasiver Neophyten zu verhindern.

Der Bund und der Kanton informieren die Eigentümer

Schlieremerinnen und Schlieremer werden auf unterschiedlichen Wegen auf die Gefahren und Merkmale invasiver Neophyten hingewiesen. Die Stadt spielt dabei aber nur eine kleine Rolle. Denn hauptsächlich würden Grundeigentümer über den Bund und den Kanton informiert, schreibt der Stadtrat.

Nach heutiger Rechtsgrundlage könne die Stadt Eigentümer gar nicht dazu verpflichten, die Pflanzen zu entfernen. Laut Stadtrat plant der Bund diesbezüglich aber eine Gesetzesänderung. Zudem würden Mitarbeitende der Stadt bei Kontrollen von privaten Gärten und Flachdächern Informationsflyer verteilen. Weiter will die Stadt künftig ein kantonales Merkblatt aushändigen, wenn bei einem Bauvorhaben der Verdacht besteht, dass sich invasive Neophyten auf dem Gelände befinden.

Gaby Niederer wollte vom Stadtrat zudem erfahren, ob Aktionen geplant sind, um die Einwohner gezielt auf invasive Neophyten aufmerksam zu machen. Aufgrund von Niederers Hinweis sind zwar neu Informationen zu invasiven gebietsfremden Pflanzen auf der Website der Stadt abrufbar. Weitere konkrete Aktionen sind laut Stadtrat zurzeit jedoch keine geplant. Niederers Vorschlag eines Eintausch-Markts, bei dem Neophyten gegen einheimische Pflanzen getauscht werden können, erachtet der Stadtrat als prüfenswert.

Als Vorbild könnte Urdorf dienen. Im vergangenen Juni führte die Gemeinde erstmals einen solchen Eintauschmarkt durch und nutzte den Anlass, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. In Dietikon präsentiert die seit Mai 2019 laufende Ausstellung «(G)artenvielfalt» bei der Stadthalle vielfältige Schaugärten mit einheimischen Pflanzen und viele Infos zur nachhaltigen Gartengestaltung.

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Autor

Manuel Reisinger

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