Dietikon
Stadt Dietikon findet gezielte Solaraktion unnötig

Das bestehende Förderprogramm für energetische Massnahmen genüge, findet der Stadtrat. Die Energieberatung, für die der Gemeinderat im November eine 50-Prozent-Stelle bewilligte, ist eine der Massnahmen, die der Stadtrat in Zukunft aktiver kommunizieren will.

Bettina Hamilton-Irvine
Merken
Drucken
Teilen
Keine zusätzliche Förderaktion für Sonnenenergie: Photovoltaikanlage auf dem Dach der EKZ Dietikon

Keine zusätzliche Förderaktion für Sonnenenergie: Photovoltaikanlage auf dem Dach der EKZ Dietikon

EDU

Der Dietiker Stadtrat sieht keinen Anlass, eine gezielte Förderaktion für Solaranlagen zu initiieren. Er ist «der Meinung, dass mit dem bestehenden Förderprogramm genügend Anreize für den Bau von Solaranlagen vorhanden sind», wie er in einem Postulatsbericht schreibt.

Einsparung von 97 Tonnen CO

Eingebracht worden war die Idee von SP-Gemeinderat Peter Wettler, der den Stadtrat per Postulat bat, gezielte Förderaktionen für solarthermische und Photovoltaik-Anlagen in Dietikon zu prüfen. Wettler wies darauf hin, dass eine solche Aktion im Jahr 2008 in Liestal dazu geführt habe, dass innert weniger Monate 139 solarthermische Anlagen installiert worden seien. Dies bedeute eine jährliche Einsparung von 97 Tonnen CO. Zudem werde durch derartige Aktionen das lokale Gewerbe unterstützt, welches durch die Installation der Anlagen zu Aufträgen komme.

Förderprogramm seit 1992

Der Stadtrat weist in seinem Bericht jedoch auf die bisherigen Bemühungen im Bereich alternative Energie hin, die er als ausreichend erachtet. So habe der Gemeinderat bereits im Jahr 1992 eine Risikogarantie für Energiesparinvestitionen in der Höhe von 800 000 Franken bewilligt. Das entsprechende Modell wurde seither immer wieder angepasst. So werden seit dem Jahr 2001 auch Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung und Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung finanziell gefördert. Im Oktober 2009 genehmigte der Gemeinderat einen neuen Kredit über 500 000 Franken für die Förderung von energetischen Massnahmen. Neu können Dietikerinnen und Dietiker seither im Rahmen dieses Modells auch Beiträge an Minergie-Gebäude und Energieberatungen beantragen.

Die Energieberatung, für die der Gemeinderat im November eine 50-Prozent-Stelle bewilligte, ist auch eine der Massnahmen, die der Stadtrat in Zukunft aktiver kommunizieren will, wie er schreibt. Dies sei Teil der Anstrengungen, «seine Aktivitäten auf dem Weg zur Energiestadt Gold zu intensivieren». Bereits heute trägt Dietikon das Label Energiestadt - jedoch ohne den goldenen Zusatz.

Für Wettler ist das jedoch nicht genug. «Ich finde es seltsam, dass der Stadtrat einerseits das Energiestadt Goldlabel will und sich dann andererseits nicht vorbildlich verhält», sagt er. Dabei wäre der finanzielle Aufwand für die Stadt minim, um eine entsprechende Förderaktion ins Leben zu rufen, glaubt Wettler. «Es bräuchte einzig eine Anschubfinanzierung.»

Die Photovoltaikanlage als GA

Er sei enttäuscht vom Stadtrat, sagt der SP-Gemeinderat, der auch noch Mitglied im EKZ-Verwaltungsrat sowie Präsident der Klimaschutzorganisation Solarspar ist. Das Postulat wäre «ein Steilpass» gewesen, findet er: «Nun sieht man jedoch, dass es unglaubwürdig ist, was die Stadt bezüglich energetischer Massnahmen macht.» Merkwürdig finde er zudem, so Wettler, dass der Stadtrat das Postulat damals freiwillig angenommen habe, nun jedoch nicht bereit sei, eine Aktion zu initiieren.

Diese würde Dietikon vorwärtsbringen und auf Jahrzehnte hinaus Vorteile erbringen, so der SP-Gemeinderat. «Eine Photovoltaikanlage ist wie ein GA: Man bezahlt einmal und fährt danach gratis, denn die Sonne schickt keine Rechnung.» Generell rechne man mit einer Amortisationszeit von zwölf Jahren.