Urdorf

Sportstätten optimieren ihre Kosten dank Badmeistern, die selbst zum Pinsel greifen

Hier zu sehen: die technischen Anlagen und Werkstätten in den Sportanlagen Weihermatt.

Seit 2014 wurden die Kosten in den Urdorfer Sportanlagen für Gas, Strom und Wasser um 30 Prozent gesenkt.

Hier zu sehen: die technischen Anlagen und Werkstätten in den Sportanlagen Weihermatt.

Weil das Betriebspersonal mehr Arbeiten selbst erledigt, konnte Urdorf die Defizite der Sportanlagen um einen Viertel reduzieren.

Die Gemeinde Urdorf lässt sich ihre Sportinfrastruktur etwas kosten. 2018 betrug das Defizit für die Zentrumsanlage Spitzacker und die Sportanlagen Weihermatt rund 1,8 Millionen Franken. Das sind jedoch 25 Prozent weniger als noch vor vier Jahren, wie der Gemeinderat kürzlich mitteilte. Den Verantwortlichen und Mitarbeitern der Sportanlagen gelang diese Verbesserung durch die Umsetzung zahlreicher Massnahmen.

«Wir haben alle Prozesse hinterfragt und diese wo möglich effizienter und günstiger ausgestaltet. So führt das Betriebspersonal beim Unterhalt der Sportanlagen mehr Arbeiten selbst aus, statt diese an externe Firmen zu vergeben», sagt Daniel Brunner, Bereichsleiter Liegenschaften und Sportbetriebe der Gemeinde.

Selber Vorplätze pflastern und Garderoben bemalen

Dazu gehörten etwa handwerkliche Arbeiten wie das Malen der Garderoben. Die Mitarbeiter begrüssten es, dass ihnen auch solche Aufgaben anvertraut würden, sagt Brunner. Ein weiteres Beispiel: «Die Verbundsteine auf dem Vorplatz des Restaurants im Freibad Weihermatt haben sich im Laufe der Zeit abgesenkt. Das Team hat die Steine rausgenommen und wieder gerichtet.» Schön sei, dass die zusätzlichen Arbeiten den Mitarbeitern Freude bereiten würden. «Sie kamen von sich aus mit Ideen und Vorschlägen auf die Betriebsleiter zu, machten beispielsweise auf Stellen aufmerksam, wo Bewegungsmelder installiert werden könnten. Wir freuen uns, dass das Betriebspersonal mitdenkt», sagt Brunner.

Gespart werden konnte auch beim Einkauf von Betriebsmitteln. So etwa bei den Chemikalien für die Badwasseraufbereitung des Hallen- und des Freibads und beim Reinigungsmaterial.

Einsatz von Bewegungsmeldern

Einen starken Fokus legten die Verantwortlichen auf den Energieverbrauch. Bei steigenden Preisen konnten die Kosten für Gas, Strom und Wasser zwischen 2014 und 2018 um rund 30 Prozent gesenkt werden. Zu dieser Entwicklung hätten diverse Schritte beigetragen, so Brunner. «Durch den Austausch der Kompressoren auf der Kunsteisbahn konnten Wassereinsparungen erzielt werden. Zudem wurden vermehrt Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder eingesetzt.» Überdies sorgen optimierte Duscheinstellungen und ein flexibilisiertes Frischwasser-Management im Hallenbad für einen um 25 Prozent tieferen Wasserverbrauch.

Die Entwicklung der Einsparungen verfolgen die Betriebsleiter über das Energiebuchhaltungs-Tool der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ). Durch das regelmässige Auswerten der erfassten Daten könnten auch Abweichungen und Fehlfunktionen frühzeitig erkannt und behoben werden, sagt Brunner. Die Gemeinde setzt auch künftig auf die Zusammenarbeit mit den EKZ. «Wir haben 2018 ein Energieoptimierungs-Projekt auf den Sportanlagen Weihermatt gestartet, das bis 2020 läuft. Es hat zum Ziel, mit professionell justierten Einstellungen bei Geräten und Maschinen den Stromverbrauch um weitere 10 Prozent zu senken», verrät Brunner. Ob es tatsächlich so viel sein werde, sei offen. «Wir haben bereits viele Massnahmen ergriffen. Dass wir noch so viel optimieren können, ist fraglich.»

Nichtsdestotrotz sei man daran interessiert, herauszufinden wo es noch Potenzial gebe, sagt Brunner. «Vor allem hinsichtlich möglicher Sanierungen im Hallen- und Freibad wollen wir wissen, welche Anlagen und Geräte Energiefresser sind und wir deshalb besser austauschen sollten.»

Autor

Sibylle Egloff

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