Turnen

Sport Union Schweiz kehrt für die 100-Jahr-Feier an den Gründungsort Dietikon zurück

Am Rande eines Turntages im Jahr 1919 in Dietikon wurde der Schweizerische Katholische Turn- und Sportverband gegründet.

Vor 100 Jahren wurde der Schweizerische Katholische Turn- und Sportverband im «Ochsen» in Dietikon gegründet. Jetzt kehrt die Sport Union Schweiz, wie der Verband heute heisst, nach Dietikon zurück.

Unzählige Vereine und Verbände sind in Gaststätten entstanden. Der Schweizerische Katholische Turn- und Sportverband bildet da keine Ausnahme. Vor 100 Jahren wurde er am Rande eines Turntages im «Ochsen» in Dietikon aus der Taufe gehoben. Deshalb kehrt die Sport Union Schweiz, wie der mittlerweile konfessionell offene Verband seit dem Jahr 2000 heisst, für seine Jubiläumsfeier von diesem Samstag zurück an ihren Gründungsort.
In der Stadthalle werden rund 200 Vereinsvertreter, Gäste, Veteranen und Freunde des Breitensports auf den 100. Geburtstag anstossen. Als Gastgeber wird der Katholische Turnverein (KTV) Dietikon fungieren. Er gehörte 1919 zu den Mitbegründern des Schweizerischen Verbandes. Zusammen mit 22 weiteren Sektionen aus den Kantonalverbänden Zürich, Basel und Solothurn setzten die Dietiker damals einen lang gehegten Wunsch in die Tat um. «Am 25. Juli 1909 sprach man in Zürich bereits von einem ‹allgemeinen schweizerischen Turntag katholischer Jünglingsvereine›. Am gleichen Anlass entflammten erstmals auch Diskussionen über die Gründung eines nationalen katholischen Turnverbandes», schreibt Ehrenmitglied Reinhard Werner in der Jubiläumsschrift «100 Jahre am Ball für den Breitensport. Sport Union Schweiz 1919– 2019».

Kantonalverbände ebneten den Weg

Damit war ein erster Schritt zur Loslösung der Turnsektionen vom Gesamtverband der Jünglingsvereine getan (siehe Box). Der nächste folgte wenig später, als sich erste Turnsektionen zu Kantonalverbänden zusammenschlossen. In Basel war das 1909 der Fall, in St. Gallen und in Zürich drei Jahre später. Der Loslösungsprozess kam allmählich ins Rollen, wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs jedoch vorerst gestoppt. Ein nächster Schritt zur Eigenständigkeit der Turnsektionen wurde an einer Delegiertenversammlung des Zürcher Kantonalverbands im Jahr 1917 unternommen, als die Forderung im Raum stand, sich dem Eidgenössischen Turnverband anzuschliessen. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Das Nein gab aber der Anstoss , weiter an der Gründung eines eigenen nationalen Verbandes zu arbeiten. Denn «das Turnen ist eine unumstössliche Notwendigkeit für die Gesundheit des Jünglings», wie es in einer Broschüre des Zürcher Verbandsvorstands aus dem Jahr 1918 hiess. Während man durch intensive Körpertätigkeit wie Laufen oder Springen die Herzmuskeln anrege, erreiche man durch Bewegung am Reck, Barren und Pferd einen offenen Brustkorb mit elastischen Rippen. «Deshalb, katholische Jünglinge, richten wir den warmen Appell an Euch: Pfleget regelmässig die Leibesübungen. Haltet hoch die Ideale eines katholischen Mannes! Ihr tut es für Euch selbst, für Gott und das Vaterland», schlossen die Verfasser ihr Werk.
Und so wurden Statuten für einen «Verband der katholischen Turnvereine» verfasst. Dessen Gründung wurde schliesslich am Schaffhauser Turntag vom 19. Mai 1918 beschlossen und am 16. August 1919 in Dietikon mit einer Delegiertenversammlung und der Wahl eines Zentralvorstandes besiegelt.

Zum 50. Geburtstag kam Bundesrat Roger Bonvin

Seither besteht eine besondere Beziehung zwischen der Sport Union Schweiz und Dietikon. Immer wieder wurden am Gründungsort besondere Geburtstage gefeiert. Etwa den 50. im Jahr 1969. Zu den Gästen zählte unter anderem Bundesrat Roger Bonvin. Die Festansprache hielt der damalige St. Galler Nationalrat Kurt Furgler. In seiner Rede forderte der spätere Bundesrat unter anderem die Bildung von Regionalsportzentren. Dies vor dem Hintergrund, dass es keine moderne Erziehung ohne Sport gebe.
Ein besonderes Ereignis war auch das Eidgenössische Katholische Turnfest, das 1956 in Dietikon stattfand. Über 4000 Turner aus der ganzen Schweiz fanden damals den Weg ins Limmattal.

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