Birmensdorf
Spontane Zeichenstunde mit einem Weltstar im Schulhaus Brüelmatt

Der New Yorker Künstler Billy the Artist ist weltbekannt. Seine Werke zierten schon Uhren, Snowboards oder Turnschuhe. Bei seinem spontanen Besuch in Birmensdorf malte er gemeinsam mit Sekundarschülern ein riesiges Wandbild im Schulhaus Brüelmatt.

Katja Landolt (Text und Fotos)
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Das Werk von Lehrern und Schulpflege
13 Bilder
Ein zufriedener Künstler
Die Schüler eifern dem grossen Künstler nach
Auch Lehrer David Papst und Schulpfleger Marco Romagnoli greifen zum Pinsel
Ein Gemeinschaftsprojekt
Ein Unikat als Farbtupfer im Schulhaus Brüelmatt
Die Werke der Schüler werden zugunsten des Klassenlagers versteigert
Ein Gesicht, etwas Strand und eine Tentakel
Letzte Pinselstriche vor der Vollendung
Entwürfe der Schüler
Der New Yorker Künstler Billy the Artist malt gemeinsam mit Sekundarschülern ein riesiges Wandbild
Schüler und Künstler vor dem fertigen Werk
Dani Greinacher greift den Schülern unter die Arme

Das Werk von Lehrern und Schulpflege

Limmattaler Zeitung

Zügig zieht Billy the Artist den Pinsel über die Wand, trennt mit einem schwarzen Strich das Blaue vom Violetten. Tunkt den Pinsel in einer alten Konservendose für eingelegte Aprikosen und malt. Ohne zu zögern, in einem Zug, ganz spontan.

Spontan ist wohl das Wort, das am besten auf den Künstler selbst wie auch auf das Projekt im Schulhaus Brüelmatt zutrifft: Nur gerade sieben Tage sind Lehrer Andi Greinacher geblieben, um den Anlass zu organisieren; ganz spontan hatte sich Billy angemeldet. Und völlig spontan, ohne irgendwelche Skizzen oder Entwürfe, hat Billy gestern das riesige Bild auf die Schulhauswand vorgezeichnet und zusammen mit Greinachers Schüler ausgemalt.

Einmalige Chance gepackt

Der New Yorker Pop-Art-Künstler Billy The Artist ist eine grosse Nummer; so hat er beispielsweise für grosse Marken Uhren, Snowboards und Turnschuhe gestaltet. Oder eben Hauswände. New York – Birmensdorf, da liegen Welten dazwischen. Und doch ist er hier. Ins Limmattal gebracht hat ihn Peter Bührer, der Billy von gemeinsamen Projekten her kennt.

Bührer hatte sich vor einer Woche bei Lehrer Greinacher gemeldet; dieser war sofort begeistert von der Idee, seine Schüler gemeinsam mit Billy malen zu lassen: «Wie oft hat man denn die Möglichkeit, einen Künstler zu treffen oder mit ihm zu arbeiten – und dann gleich einer wie Billy.» So begeistert, wie Greinacher und seine Schüler von Billy sind, so begeistert ist auch der Künstler selbst: «Es ist unglaublich, was die Kinder heute geleistet haben. Wie sie zusammengearbeitet haben, ganz still und hoch konzentriert.»

Billy zieht den letzten Strich, klemmt sich den Pinsel zwischen die Zähne. Das Bild ist fertig. Billy betrachtet es aus der Distanz, nickt zufrieden. «Pretty good for a few hours work», sagt er und lacht. «Da geht einem das Herz auf», tönt es plötzlich aus dem Hintergrund. Heiner Wohnlich, ehemaliger Hauswart, kommt näher, betrachtet das Bild. «Hätte es doch so etwas Grossartiges bereits vor 30 Jahren gegeben.»