Gossau

Sponsoring: Weshalb ein Start-up aus Gossau einen Londoner Protest-Fussballclub unterstützt

Stephan Wernli (links) und Nico Staub interessierten sich bereits als Kinder für die Modewelt. Jetzt haben sie ihre eigene Firma.

Stephan Wernli (links) und Nico Staub interessierten sich bereits als Kinder für die Modewelt. Jetzt haben sie ihre eigene Firma.

Das Start-up-Unternehmen Mahol, mit Sitz in Gossau im Bezirk Hinwil, übernimmt das Trikotspon­soring des Dial Square FC aus London.

Im Januar haben Fans des Fussballclubs Arsenal London ihren eigenen Verein gegründet. Sie waren unzufrieden mit der Entwicklung ihres Clubs in den letzten zehn Jahren, unzufrieden mit den Resultaten. Den Protest-Fussballclub haben sie Dial Square FC genannt, also nach dem ursprünglichen Namen und dem Gründungsort von Arsenal. Zurzeit bemüht sich der Verein um eine Spiellizenz für die Saison 2020/21. In welcher Liga das Team starten wird, ist noch unklar. Klar ist hingegen, wer das Trikotspon­soring übernimmt: das Start-up-Unternehmen Mahol mit Sitz in Gossau im Bezirk Hinwil.

Klubbesitzer stieg sofort auf das Angebot ein

Gegründet wurde das Textilunternehmen im September 2018 von Stephan Wernli, 21, und seinem Kollegen Nico Staub, 21, beide aus Gossau. Wernlis Familie stammt aus Thalheim im Aargau, aufgewachsen ist er im Zürcher Oberland. Beide haben sie eine Lehre im Detailhandel gemacht.

Bereits in der Kindheit ­haben sich Wernli und Staub für die Modewelt interessiert. Ebenso für Fussball. Sie sind Fans von Arsenal, verfolgen die Premier League ständig. Mehrmals waren sie live vor Ort im Stadion. «Das waren besondere Ereignisse», sagt Wernli.

Ihre Leidenschaft für Mode und ihre Freude an der Kreativität gipfelten schliesslich in der Gründung der Kleidermarke Mahol. Weil das Unternehmen noch jung ist, suchten die beiden eine Möglichkeit, dieses bekannter zu machen.

Da kam die Gründung des Dial Square FC gerade recht. Diese erreichte mediale Aufmerksamkeit in ganz Europa. Stephan Wernli kontaktierte sofort Inhaber Stuart Morgan. «Bereits einen Tag danach erhielt ich die Antwort, dass Stuart Morgan interessiert ist an unserem Angebot», sagt Wernli. Offenbar konnte die Philosophie von Mahol den Klubbesitzer überzeugen. Denn das Start-up setzt auf Nach­haltigkeit. Die meisten T-Shirts, Jacken, Hoodies und Sweatshirts sind aus recycelten Materialien aus den Welt­meeren – PET-Flaschen oder ­alten Fischernetzen – sowie ­wiederverwendeten veganen Textilien hergestellt. Zudem würden alle Artikel CO2-neutral in China produziert, heisst es.

Auf dem Trikot prangt prominent die Kleidermarke Mahol.

Auf dem Trikot prangt prominent die Kleidermarke Mahol.

Rasch konnten sich Wernli, Staub und die Klubvertreter auf einen drei- bis vierjährigen Sponsoring-Vertrag einigen. Die Rede ist von einem vier- bis fünfstelligen Betrag jährlich. Die Kleidermarke erhofft sich damit auch einen höheren Bekanntheitsgrad in der Modestadt London.

Urgrossvater kickte für den FC Aarau und die Nati

Die Klubartikel von Dial Square mit dem Logo sind ab sofort erhältlich. Die umweltfreund­liche Kollektion von Mahol ist ab 1.Mai bestellbar. Das Unternehmen liefert versandkostenfrei in die ganze Welt.

Dass sich mit Mahol ausgerechnet eine Zusammenarbeit mit einem Fussballclub ergeben hat, freut Stephan Wernli besonders. «Fussball bedeutet mir persönlich sehr viel. Es ist eine Leidenschaft, die ich lebe, seit ich klein bin.» Zudem sei die ganze Familie fussball­begeistert. Der Urgrossvater von Stephan Wernli, Gottfried «Bobby» Wernli, war sogar Nati-Spieler und kickte für den FC Aarau.

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