Kloster Fahr
Spendenaktion Kloster Fahr: Erste Million geschafft

Priorin Irene hatte allen Grund zur Freude, als sie gestern den Spendenbarometer für die Sanierungsarbeiten des Klosters Fahr einweihte. Vergangenen Sommer wurden die ersten Briefe verschickt, mittlerweile ist die erste Million Franken gesammelt.

Sandro Zimmerli
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Priorin Irene weihte den Spendenbarometer ein. Er hängt an derKlosterscheune und zeigt den aktuellen Spendenstand an. zim

Priorin Irene weihte den Spendenbarometer ein. Er hängt an derKlosterscheune und zeigt den aktuellen Spendenstand an. zim

«Der Start der Spendenaktion ist gelungen», freut sich Priorin Irene. Bereits die erste Million Franken ist zusammengekommen, um die letztmals vor 50 Jahren umfassend sanierte Klosteranlage wieder auf Vordermann zu bringen. Das entspricht rund 5 Prozent der gesamthaft benötigten Mittel.

Insgesamt braucht das Kloster rund 20 Millionen Franken für Renovierungsarbeiten, davon 11 Millionen in den nächsten fünf Jahren.

Kantonalbank und Stadt Zürich sind die grössten Spender

Die Spenden stammen von Stiftungen, kirchlichen Institutionen, Firmen, Gemeinden, Kantonen und Privatpersonen, wie die Priorin erklärte. 60 von ihnen – jene, die mindestens 500 Franken beisteuerten – sind bereits auf dem Spendenbarometer aufgeführt.

Dazu zählen auch die Zürcher Kantonalbank, die die Sanierungsarbeiten mit 150'000 Franken unterstützt, sowie die Stadt Zürich, die 100'000 Franken zur Renovierung beiträgt. Sie sind die beiden bisher grössten Spender. «Zudem haben die Kirchgemeinden im Limmattal beschlossen, gemeinsam 200'000 Franken beizusteuern», so die Priorin. Das Kloster kann jährlich einen Betrag von 200'000 Franken aufbringen.

Nach der Feier wurde das Freundschaftsfeuer entzündet
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Der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler hiel eine Rede
Zu den Gästen gehörte auch Helen Schreiber, Präsidentin Aargauer Landfrauenverband
An der Abschlussfeier wurde viel gesungen
Darbietungen rundeten die Abschlussfeier ab

Nach der Feier wurde das Freundschaftsfeuer entzündet

Hilfe vom Verein Pro Kloster Fahr

Bei ihren Bemühungen, das notwendige Geld für die umfangreichen, etappierten Sanierungen zusammenzubringen, können die Schwestern auf die Hilfe des Vereins Pro Kloster Fahr zählen. Im Herbst 2010 wurde die Begleitgruppe «Renovation/Mittelbeschaffung» gebildet, die sich aus Mitgliedern des Vereins zusammensetzt. Sie steht dem Kloster beratend zur Seite.

Eines der Mitglieder ist Josef Bürge, alt Stadtammann von Baden. Er stellte gestern das Renovationsprogramm für die barocke Klosteranlage und die rund 20 Nebengebäude vor. «Bei den Sanierungsmassnahmen geht es in erster Linie darum, die Bausubstanz zu erhalten, irreparable Schäden zu verhindern, die Sicherheit zu gewährleisten und eine energetische Verbesserung zu erreichen», so Bürge. Zudem müssten die Freskomalereien restauriert werden.

Dringend ist dabei die Erneuerung der Elektroinstallationen. «Vor allem im Kloster sind noch viele alte Leitungen mit Baumwollisolation vorhanden. Diese bergen ein grosses Kurzschluss- und Brandrisiko», erklärte Bürge. Zudem sei es angebracht, eine Brandschutzanlage zum Schutz der Personen und des Kulturgutes einzubauen. Diese Arbeiten, so Bürge, müssten in den nächsten rund 18 Monaten durchgeführt werden. Zusammen mit dem Ersatz der Schnitzelheizung rechne man mit Investitionen von rund 3,6 Millionen Franken.

Fenster bereiten Sorge

Auf rund 7,7 Millionen Franken werden laut Bürge die mittelfristig auszuführenden Arbeiten geschätzt. Dazu gehöre unter anderem die Sanierung des Kirchturms, der neu verputzt werden müsse. Die Fresken im Friedhof seien am Abwittern und müssten ebenfalls in den nächsten Jahren restauriert werden. Der grösste Posten bei den mittelfristigen Prioritäten sei die Fenstersanierung. «Sie sind schlecht isoliert. Deshalb geht viel Heizenergie verloren», sagte Bürge.

Langfristig, so Bürge, müssten die Fassaden, Dächer und Innenräume saniert werden. Dies koste rund 9,1 Millionen Franken. «Dank der grossen kulturellen Bedeutung der Anlage rechnen wir mit Beiträgen seitens der Denkmalpflege», hielt Bürge fest.