Fussball
Spannung total im Aufstiegsrennen: Die Entscheidung ist vertagt

Sowohl Leader Birmensdorf als auch Verfolger Oetwil-Geroldswil gewannen ihre Partien. Damit wird die letzte Woche der 3.-Liga-Saison Aufschluss über den Aufsteiger geben. Der FCOG muss gleich zweimal in die Hosen.

Raphael Biermayr
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3. Liga: Birmensdorf und Oetwil-Geroldswil
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Birmensdorfs Adnan Mustafi jubelt
Birmensdorfs Petrovic scheitert, hinten Munisi
Wiedikon feiert das Tor zum 3:3
Oetwils Bozova (M.) kämpft sich durch
Die Pausenansprache von Trainer Balmer findet im raren Schatten statt
Oetwils Marquart scheitert am Kosova-Keeper

3. Liga: Birmensdorf und Oetwil-Geroldswil

Raphael Biermayr

Vergeblich gewartet: Mannschaft, Anhänger und Vorstandsmitglieder des FC Birmensdorf harrten am Sonntag im Klubhaus aus, um das Resultat der anschliessenden Partie von Verfolger Oetwil-Geroldswil zu vernehmen.

Trainer Fabio Stiz und Bruno Rosa fuhren auf den Juchhof, um zeitnah Meldung nach Birmensdorf zu machen. Weil der FCB gegen Wiedikon gewann (6:3), wäre ihm der Aufstieg sicher gewesen im Fall einer Niederlage des Lokalrivalen. Dieser zog aber nach (2:0 gegen Kosova II), womit die Entscheidung vertagt ist.

Eine vergleichbare Situation erwartet die Birmensdorfer am Dienstag. Nach ihrem Training werden sie erfahren, ob sie aufgestiegen sind: In Geroldswil findet das Nachtragsspiel gegen Industrie Turicum statt (20.15 Uhr, Werd).

Da es für die Stadtzürcher um den Verbleib in der 3. Liga geht, wird das alles andere als ein Selbstläufer. Der Ausgang dieses Matches interessiert darüber hinaus noch einen dritten Verein aus der Region. Der FC Engstringen ist plötzlich mitten im Abstiegsstrudel – Industrie hat auf dem ersten Abstiegsplatz nur noch einen Punkte Rückstand.

Nach dem üblichen Muster

Aber zurück zum spannenden Aufstiegsrennen. In Birmensdorf sah es für ungeübte Augen kurzzeitig nach einer möglichen Überraschung aus, als Wiedikon in der 76. Minute das 3:3 erzielte.

Doch erfahrene FCB-Matchgänger wissen, dass das Team in der Regel getreu dem Motto «Steter Tropfen höhlt den Stein» irgendwann aus seiner Vielzahl an Chancen mindestens vier Tore erzielt.

So kam es auch diesmal. Zwölf Minuten später stand es 6:3. Erneut Mustafi (per Elfmeter), Petrovic und Filipovic hatten getroffen.

Die Wende kannte jedoch vor allem einen Namen: Fuad Munisi. Der überragende Mann auf dem Platz war nach dem dritten Gegentreffer stinksauer und lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit Verteidiger Madörin.

In der Folge lenkte der Flügelspieler seine Aggressionen aber in positive Bahnen. Dank eines Energieanfalls holte er den Penalty heraus. Und vor dem 5:3 tankte er sich durch, um schliesslich gewohnt uneigennützig auf Petrovic abzuspielen.

Jener übernimmt mit 26 Toren die alleinige Führung in der Limmattaler Torschützenwertung. Weil Schlierens Frauen mit Sanja Mijovic (25 Tore) seit Längerem Saisonende haben, braucht der Routinier im letzten Spiel gegen Altstetten nur noch seinen Teamkollegen Adnan Mustafi (24 Tore) zu fürchten.

Unter den Zuschauern fand sich mit Roland Käser ein ehemaliger Torschützenkönig des FCB. Ihm reichten im Jahr 2004 schier unglaubliche 8 Treffer zum Titel.

FCOG mit einem Frühstart

Während in Birmensdorf der Schlusspfiff ertönte, begann rund 16 Kilometer entfernt auf dem Juchhof 1 die Partie des FCOG. Von Beginn weg waren die Gäste spielbestimmend.

Brandenberger löste die mögliche Anspannung mit seinem frühen Führungstreffer: Er reagierte nach einem parierten Freistoss von Pereira am schnellsten (5.). Als Bozova nach einer schönen Pereira-Vorlage zum 2:0 traf, war die Vorentscheidung gefallen.

In der zweiten Halbzeit liess der gewohnt quirlige Pereira einige Möglichkeiten auf einen Ausbau der Führung verstreichen. Doch die Gastgeber, die vor allem nach stehenden Bällen gefährlich waren, konnten aus den Nachlässigkeiten keinen Profit schlagen.

Die kleine Birmensdorfer Delegation meldete deshalb in die nahe Heimat, dass die Feierlichkeiten zumindest verschoben werden müssen.

Oetwils Brief an den Verband

Das Zustandekommen eines Nachtragsspiels gegen Industrie Turicum ist aus Sicht der Oetwiler ungerechtfertigt. Einerseits sei nach dem Fernbleiben des ursprünglich aufgebotenen Schiedsrichters rechtzeitig ein Ersatzmann vor Ort gewesen. Andererseits hätte sich ein anderer, der eigentlich als Zuschauer zugegen war, bereit erklärt, die erste Halbzeit zu pfeifen, bevor er selbst ein anderes Spiel leitete, um dem nachaufgebotenem Referee aus Elgg etwas mehr Zeit zu verschaffen. Das schilderte der frühere FCOG-Präsident Patrick Schaffter am Rand der gestrigen Partie. Alles half nichts: Industrie Turicum weigerte sich, anzutreten, der Fussballverband der
Region Zürich entschied auf eine Neuansetzung. Die Limmattaler haben dem Fussballverband der Region Zürich einen Brief zukommen lassen. Als Protest gegen die Durchführung sei dies nicht zu sehen. «Uns geht es nicht um einen Forfaitsieg, sondern um das Fairplay, das in diesem Fall vom Gegner nicht praktiziert wurde», sagt Schaffter. (bier)