Fussball
Spannung total – Birmensdorf zieht mit Schlieren gleich

Der Verfolger ist beim 2:1 im Spitzenderby der 3. Liga das cleverere Team. Aus zwei Torchancen erzielen die Birmensdorfer zwei Tore, während der FCS ein halbes Dutzend Möglichkeiten versiebt. Jetzt liegen beide punktgleich an der Tabellenspitze.

Raphael Biermayr
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Jubelnde Birmensdorfer und hadernde Schlieremer (in Gelb)

Jubelnde Birmensdorfer und hadernde Schlieremer (in Gelb)

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Schlieren spielte überlegen, rannte im Knüller gegen Birmensdorf aber noch in der 80. Minute einem 0:2-Rückstand hinterher. Wenige Minuten später ging Giuseppe Sorrentino im Strafraum ein weiteres Mal zu Boden.

Hatte der angesichts der Affiche zu Recht stets beruhigend einwirkende Schiedsrichter Mirjan Prenga zuvor die schnellen Abheber des Schlitzohrs enttarnt, entschied er diesmal auf Elfmeter.

Preites Nervenstärke trotz Vorgeschichte

Emanuele Preite stellte sich der Verantwortung und verkürzte auf 2:1. Es war erstaunlich, dass er den Elfmeter schiessen wollte und durfte: Zuvor war die Schaltzentrale in der Schlieremer Offensive wie kein Zweiter für den haarsträubenden Leichtsinn der Gäste gestanden.

So suchte Preite in der 77. Minute den Elfmeter, obwohl er schon an Torhüter Markus Würsten vorbei gewesen war. Zwei Zeigerumdrehungen später schoss er ohne Not aus wenigen Metern über das verwaiste Tor.

In dieser Szene hatte er von einem Lapsus von Würsten profitiert. Jener sollte später zum Helden werden sollte. Der 30-jährige Torhüter, der im Vorfeld der Partie vom «nächsten Schritt» für seine Mannschaft sprach, erhielt sogar Lob aus dem gegnerischen Lager. «Ohne ihn hätten wir noch gewonnen», war sich Schlierens Assistenztrainer Maurizio Padula sicher.

Birmensdorfer Effizienz

Würsten rettete seinem Team den 2:1-Sieg über die Zeit. Dass der Erfolg schmeichelhafte war, bestritt niemand. «Wir haben uns auf die Defensive konzentriert, obwohl wir gewinnen mussten. Es brauchte auch etwas Glück heute», sagte Marc Füglistaller.

Er geht als Siegtorschütze in die Geschichte dieses nie hochklassigen, aber enorm dramatischen Derbys ein. Nach einer resoluten Balleroberung von Morris Donati setzte sich der Flügelspieler durch und schob am unvorteilhaft aussehenden Torhüter Michael Angstmann vorbei zum 2:0 ein (36.).

Es war der zweite Treffer des FCB binnen dreier Minuten: Donati hatte die Gastgeber mit einem wundervollen Schuss in Führung gebracht. Beide Tore kamen aus heiterem Himmel. Denn schon vor der Pause waren die Gäste die aktivere Mannschaft gewesen. Souhel Muhi (6.) und Sorrentino (27.) vergaben die besten Möglichkeiten.

Entscheiden die Strafpunkte?

Dank dieser drei Punkte ist sein Team mit Schlieren nach Punkten gleichgezogen an der Tabellenspitze. Bei den Strafpunkten ist der FCB hingegen deutlich im Hintertreffen. Gestern hat er in dieser Wertung mit vier gelben und einer gelb-roten Karte (gegen Andreas Pelmter beim Elfmeter) gegenüber zwei Verwarnungen weiter verloren.

Spannung in den weiteren Derbys

Mit dieser Ausgangslage erhalten die kommenden Derbys eine besondere Brisanz: Sowohl Schlieren als auch Birmensdorf treffen noch auf Oetwil-Geroldswil und Engstringen.

Das Selbstvertrauen der weiteren Limmattaler Teams in der Gruppe 2 ist gross: Der FCOG feierte mit einem 11:1 gegen Kosova II den höchsten 3.-Liga-Sieg in seiner Vereinsgeschichte. Engstringen fegte derweil Schlusslicht Hellas mit 7:1 von der Brunewiis.

In der Gruppe 1 war auch der FC Urdorf erfolgreich: 3:2-Erfolg gegen das abstiegsbedrohte Langnau am Albis.