Schlieren

Sogar Plastikflaschen wurden zu Instrumenten

An ihrem Jahreskonzert bot die Stadtjugendmusik viel Abwechslung – und eine witzige Überraschung.

Schon das Konzertprogramm der Stadtjugendmusik Schlieren für ihr traditionelles Jahreskonzert im Salmensaal versprach einen hochklassigen Musikabend. Und das Publikum sollte nicht enttäuscht werden: Das Team unter der Leitung von Thomas Bhend zeigte nicht nur ihr Talent, sondern auch ihre grosse Leidenschaft für die Musik.

Arrangiert von einem Japaner

«Wir haben dieses Jahr ein anspruchsvolles Programm ausgesucht. Die grösste Herausforderung war sicherlich das Stück ‹The Sound of Music›», erklärte Dirigent Thomas Bhend nach Konzertende. Das Stück, dessen Titel gleichzeitig auch Motto für den Abend war, ist sehr abwechslungsreich, gespickt mit sowohl ruhigen als auch eindringlicheren Passagen. Arrangiert hat es der Japaner Naohiro Iwai, der sich in seiner Arbeit gänzlich auf Schul- und Jugendorchester spezialisiert.

Frisch wie eine irische Wiese

Auf keinen Fall im Programm fehlen durfte auch der irische Volkstanz «Lord of the Dance», der zu den Lieblingsstücken der Stadtjugendmusik Schlieren gehört. So frisch kam das Stück daher, dass man förmlich glaubte, eine grüne Wiese und eine Meeresbrise zu riechen.

Die Präsidentin der Stadtjugendmusik, Susanne Dalcher, äusserte sich lobend über den Konzertabend. «Uns freut ganz besonders, dass im Zusammenspiel eine deutliche Steigerung zu verzeichnen ist», sagte sie. Und dies, obwohl die Stadtjugendmusik immer noch dringend auf Nachwuchssuche ist. «Dieses Thema ist und bleibt schwierig», hielt Dirigent Bhend fest: «Im Bereich Trompete, Posaune und Klarinette würden wir gerne noch präsenter werden.»

Bereits vor einigen Jahren suchte man deshalb den Kontakt zu Peter Buchers Musikschule «Pico Kinderinstrumente» in Schlieren. Doch der erste Anlauf verlief leider im Sande. Unterdessen jedoch hat sich eine Zusammenarbeit entwickelt, die vielversprechend ist. Nachdem die Kinder ab Jahren bei «Pico Kinderinstrumente» eine zweijährige Grundausbildung erhalten haben, können sie zur Stadtjugendmusik wechseln. Es sei wichtig, sagte Bhend, dass die Kinder eine gute Grundausbildung bekämen.

Stolz konnte die Stadtjugendmusik Schlieren denn auch ihre neue Junior-Band präsentieren, die das Publikum mit den Mega-Hits «Super Trouper» und «My Heart will go on» verzückte.

Ein verdienter Szenenapplaus

Unter der Leitung von Raffael Hotz zündeten auch die Tambouren der Kreismusik Limmattal ein Feuerwerk an Präzision. Allein beim Stück «D’Ysebahn», welches über vier Minuten dauert, sind mehr als zehn Schläge pro Sekunde nötig. Für Furore sorgte dann aber das Stück «Empty Bottles». Mit leeren grünen PET-Flaschen spielten die Tambouren genauso präzise wie mit ihren Trommeln und ernteten verdientermassen Szenenapplaus.

Zwei Zugaben

Das Publikum freute sich an dem abwechslungsreichen Programm, welches einige sogar in Erinnerungen schwelgen liess. «Viele Melodien haben mich an frühere Ferien erinnert», sagte Trudi Horisberger. Erfreulich sei aber auch der gute Altersmix des Publikums. Dieses liess die Musikanten nicht so einfach gehen. Mit «Time to say goodbye» war eine Zugabe geplant, doch das Publikum forderte eine weitere. Mit Erfolg: Es wurde mit dem beliebten Sechseläutenmarsch belohnt.

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